Sklaverei: Afrikanische Staaten fordern Entschädigung für Sklavenhandel

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Im März stuften die UN den Sklavenhandel als »schwerstes Verbrechen gegen die Menschlichkeit« ein. Nun wollen die betroffenen Länder eine Entschuldigung und Reparationen.

Quelle: DIE ZEIT, Reuters, 20. Juni 2026, 3:13 Uhr

 Afrikanische Regierungschefs treffen zum Next Step Summit ein, einer Konsultationskonferenz zur UN-Resolution über den transatlantischen Sklavenhandel.
Afrikanische Regierungschefs treffen zum Next Step Summit ein, einer Konsultationskonferenz zur UN-Resolution über den transatlantischen Sklavenhandel. © Claudia Lacave/​AFP/​Getty Images

Afrikanische und karibische Staaten fordern formelle Entschuldigungen von Ländern, die vom transatlantischen Sklavenhandel profitiert haben, sowie Schuldenerlasse und finanzielle Entschädigungen.

Die Forderungen sind Teil eines 19-Punkte-Plans für Reparationen, der am Ende einer dreitägigen Konferenz in Ghana verabschiedet wurde. Ghanas Resolution bei den Vereinten Nationen, die den transatlantischen Sklavenhandel als das »schwerste Verbrechen gegen die Menschlichkeit« anerkennt, wurde im März trotz des Widerstands Europas und der Vereinigten Staaten angenommen. Beide Regionen stehen historisch in enger Verbindung mit dem System des Menschenhandels, durch das Millionen Menschen gewaltsam aus ihren Heimatländern verschleppt wurden.

Der Plan wurde von der Afrikanischen Union (AU) und der Reparationskommission der Karibischen Gemeinschaft (Caricom) verabschiedet. Er nennt keine konkreten Länder, die sich entschuldigen sollen.

Schuldenerlasse und Rückgabe geraubter Kulturgüter

Gefordert werden die Einrichtung eines globalen Reparationsfonds, umfassende Schuldenerlasse und Reformen internationaler Finanzinstitutionen, um eine gerechtere Vertretung von Staaten des Globalen Südens sicherzustellen.

Außerdem fordert der Plan die Rückgabe geraubter Kulturgüter und sterblicher Überreste von Vorfahren, Finanzierungen für Klimagerechtigkeit sowie Maßnahmen zur Aufarbeitung der Grausamkeiten, die afrikanischen Frauen und Mädchen während der Sklaverei zugefügt wurden.

Darüber hinaus werden afrikanische Staaten aufgefordert, Menschen afrikanischer Herkunft in der Diaspora ein Rückkehrrecht und Wege zur Staatsbürgerschaft zu gewähren.

12,5 Millionen versklavte Menschen

Die UN-Resolution wurde im März mit 123 Stimmen angenommen. Die USA, Israel und 52 weitere Staaten – darunter Mitgliedsländer der Europäischen Union und Großbritannien – stimmten dagegen oder enthielten sich. Auch Deutschland enthielt sich.

An der Konferenz nahmen Staats- und Regierungschefs aus Namibia, Liberia, dem Senegal, Barbados sowie São Tomé und Príncipe teil. Auch der Vizepräsident von Äquatorialguinea war anwesend.

In der Hochphase des transatlantischen Sklavenhandels zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert wurden nach Informationen des Projekts SlaveVoyages der US-amerikanischen Rice University rund 12,5 Millionen Menschen in Afrika versklavt und nach Süd- und Nordamerika sowie in die Karibik verschleppt. Schätzungen zufolge überlebten zwischen ein und zwei Millionen Menschen die Überfahrt nicht.

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