Das deutsche Schwimm-Team hat bei den Europameisterschaften sein Edelmetallkonto im Becken von Paris auf acht aufgestockt: Angelina Köhler und Isabel Gose gewannen Silber, Maya Werner freute sich über Bronze.
Dabei feierte Köhler ihren zweiten Platz über 100 Meter Schmetterling wie einen Titel. »Das war der absolute Mega-Hammer. Endlich wieder so schnell geschwommen«, sagte die 25-Jährige.
Für die Berlinerin war es die erste Medaille bei einem internationalen Großereignis seit ihrem WM-Triumph 2024. Sowohl bei den Olympischen Spielen in Paris als auch im vergangenen Jahr bei der WM in Singapur war es für sie nicht so gelaufen, wie erhofft. Danach stellte Köhler Training und Ernährung um. »Ich habe viel auf Süßigkeiten verzichtet, viel auf Zucker, viel auf süße Getränke«, sagte sie. »Das war für mich schon schwer. Aber das hat sich jetzt ausgezahlt.«
Mentale Schwierigkeiten
Köhler berichtete zudem von mentalen Schwierigkeiten in den vergangenen Tagen. »Ich habe so viel mental gearbeitet und das ist einfach die tollste Belohnung, dass es jetzt so klappt«, sagte sie. »Ich habe mich selbst bestärkt«, schilderte sie. »Ich habe gesagt, Angie, du kannst dir vertrauen, du bist das Schlitzohr hier. Du bist jemand, der hinten rauskommen kann. Dir kann niemand was.« Mit ihrer Zeit von 56,39 Sekunden fehlten 31 Hundertstelsekunden zu Gold.
Isabel Gose, Simona Quadarella, Maya Werner
Foto: Julien de Rosa / AFPBei Gose war der Abstand nach ganz vorn größer. Der 24-Jährigen fehlten etwas mehr als drei Sekunden auf die italienische Siegerin Simona Quadarella. »Ich glaube, ich muss mir eingestehen, dass sie letzte und diese Saison schon etwas stärker ist als ich«, sagte Gose in der ARD.
Weil sich Werner Bronze sicherte, war die Besetzung des Podiums genauso wie über 800 Meter Freistil. »Ich kann es gerade noch gar nicht so in Worte fassen«, sagte Werner über ihren Erfolg.
Für Gose war es schon die vierte Medaille bei den Titelkämpfen in der französischen Hauptstadt. Vor Silber über die zweitlängste Beckendistanz hatte sie im Freiwasser Gold im Knock-out-Sprint sowie mit der Mixed-Staffel gewonnen. Werner freute sich über ihr zweites Edelmetall.
Lukas Märtens: »Das Rennen war vorbei, ehe ich gefühlt im Wasser war – vom Kopf her«
Foto: EPAGoses Teamkollege beim SC Magdeburg Lukas Märtens konnte seine eigenen Erwartungen im Rennen über 200 Meter Freistil nicht erfüllen. Zumindest nach außen hin nahm der Olympiasieger über die doppelte Distanz das locker. »Ich wäre gern schneller hier gewesen, so zwei Sekunden«, sagte er.
Märtens schlug nach 1:45,58 Minuten an und belegte damit Rang sieben. Wäre er die gewünschten zwei Sekunden schneller geschwommen, hätte der 24-Jährige Gold gewonnen. Das ging so an den rumänischen Favoriten David Popovici.
»Das Rennen war vorbei, ehe ich gefühlt im Wasser war – vom Kopf her«, sagte Märtens. »Das ist natürlich schade, wenn man nicht auf den Punkt da sein kann, alles abwerfen kann, alles rauslassen kann.« Am Sonntag soll das über 400 Meter besser gelingen.

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