Das Klimaphänomen El Niño gewinnt mit einer außerordentlichen Erwärmung des Pazifiks vor Südamerikas Westküste an Kraft, und es sieht immer mehr danach aus, dass es dieses Mal besonders stark ausfallen wird – mit globalen Folgen. Das sagt die NASA-Forscherin Severine Fournier, die unter anderem Erdbeobachtungsdaten des europäischen Satellitenprogramms Copernicus auswertet. Die zeigen nicht nur, dass die Wassertemperaturen des Pazifiks am Äquator seit Wochen deutlich ansteigen, sondern auch, wie stark sich das Meer deshalb ausdehnt. Besser als die bloßen Oberflächentemperaturen machten diese Daten deutlich, wie viel mehr Wärme als sonst im Ozean insgesamt gespeichert werde. Noch sei die Einschätzung über die Stärke aber nicht abschließend.
Immer mehr Warnungen
Als El Niño werden veränderte Meeresströmungen im äquatorialen Pazifik bezeichnet, die alle paar Jahre für überdurchschnittlich hohe globale Temperaturen sorgen. Seit dem Frühjahr haben Satellitenmessungen darauf hingedeutet, dass sich ein neuer El Niño entwickelt hat, inzwischen hat er begonnen. Anfang des Monats hat die Weltwetterorganisation WMO bereits dringend Abwehrmaßnahmen gefordert und sich dabei primär auf den Kampf gegen den Klimawandel bezogen. Je nach Standort wird El Niño aber auch dieses Mal für besonders viele und außergewöhnlich starke Wetterextreme sorgen, also etwa Dürren oder Stürme. Darauf solle man sich vorbereiten.
Daten zur Oberflächentemperatur des Pazifiks am Äquator machen derweil deutlich, wie stark sie zuletzt gestiegen sind und inzwischen alle Werte seit 1981 übertreffen. Auch die Europäische Weltraumagentur ESA macht immer wieder Informationen zur Entwicklung des Klimaphänomens öffentlich. Dafür sind die Sentinel-Satelliten des Copernicus-Programms essenziell. Das umfasst gegenwärtig 11 Satelliten, die unterschiedliche Instrumente an Bord haben und damit kontinuierlich Daten sammeln, die frei verfügbar sind. Erst Ende Mai hat die ESA eine Karte veröffentlicht, die das Ausmaß der damaligen Hitzewelle deutlich gemacht hat. Das dürfte jetzt übertroffen werden. Welche Folgen der aktuelle El Niño haben wird, wird sich dagegen erst in den kommenden Monaten zeigen.
(mho)










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