Russland: Wladimir Putin beruft 160.000 neue Rekruten ein

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Zweimal jährlich ruft Russland für gewöhnlich neue Rekruten zum Wehrdienst auf, einmal im Frühjahr und einmal im Herbst. Der Wehrdienst ist verpflichtend, er dauert normalerweise ein Jahr. Im vergangenen Jahr hatte Putin die Altersspanne für Wehrpflichtige auf 18 bis 30 Jahre festgelegt. Zuvor hatte die Obergrenze noch bei 27 Jahren gelegen.

Neue Regeln für die Zustellung des Wehrbescheids

Mit 160.000 Wehrpflichtigen erreicht die Einberufung den höchsten Stand seit Jahren. Zuletzt waren 2011allein im Frühjahr rund 200.000 Männer zum Wehrdienst eingezogen worden. Seither war die Zahl stets geringer ausgefallen.

2024 waren im Frühling 150.000 Männer eingezogen worden und im Herbst 133.000. Zu jeder Einberufung muss Putin das entsprechende Dekret unterzeichnen, bevor die Bescheide ausgestellt werden können.

2023 änderte das russische Parlament die Voraussetzungen für die Gültigkeit eines Einberufungsbescheids. Dieser hatte Wehrpflichtigen eigentlich immer persönlich zugestellt werden müssen. Seit der Gesetzesänderung genügt es, wenn die Bescheide auf der Internetseite der russischen Regierung erscheinen. Sie gelten dann automatisch als zugestellt – Männer in der entsprechenden Altersspanne müssen sich mustern lassen.

Der aktuelle Einberufungsbescheid kommt kurz nachdem Putin ein neues Ziel für die Größe der russischen Armee ausgegeben hat. Für das Militär sollen künftig rund 2,4 Millionen Menschen arbeiten. 1,5 Millionen davon sollen Soldaten sein.

Einem russischen Admiral zufolge sollen die Wehrpflichtigen nicht im Krieg in der Ukraine eingesetzt werden, wie die BBC berichtet . Auch Wladimir Putin hatte das in der Vergangenheit angekündigt. Gleichwohl kamen wiederholt Wehrpflichtige im russischen Grenzgebiet mit der Ukraine um.

Nach wie vor macht Russland im Krieg gegen die Ukraine massive Verluste. Die Schätzungen gehen von mindestens 100.000 bestätigten Toten auf russischer Seite aus. Die USA schätzen die Zah l auf mindestens 120.000. Die tatsächliche Zahl der Toten dürfte deutlich darüber liegen. Auf ukrainischer Seite seien bisher rund 70.000 Menschen getötet worden.

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