Russland soll Ukraine kurz vor den Gesprächen in Genf angegriffen haben

vor 2 Tage 4

Kurz vor dem Start von Gesprächen der Ukraine in Genf mit den USA hat Moskau offenbar einen groß angelegten Luftangriff gestartet. Russland habe in der Nacht 420 Drohnen und 39 Marschflugkörper und Raketen auf die Ukraine abgefeuert, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj, während sich die Gesandten der USA und der Ukraine auf weitere Gespräche in Genf über die Beendigung des Krieges vorbereiteten.

Bei den massiven russischen Luftangriffen auf die ukrainische Energie- und Bahninfrastruktur wurden nach Behördenangaben Dutzende Menschen verletzt. Auch Wohngebäude seien in Brand geraten.

»Russland hat heute Nacht wieder Krieg gegen die kritische Infrastruktur und gewöhnliche Wohngebäude geführt«, schrieb Selenskyj auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Der ukrainischen Luftwaffe zufolge gelang es der Flugabwehr zwar, 374 Drohnen und 32 Raketen beziehungsweise Marschflugkörper abzufangen. Dennoch ​hätten fünf russische ballistische Raketen und 46 Drohnen ihr Ziel erreicht und insgesamt 32 Standorte getroffen. ⁠Selenskyj zufolge ⁠wurden Schäden aus acht Regionen gemeldet. Dabei seien mindestens 26 Menschen verletzt worden, darunter auch Kinder.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha forderte die verbündeten Länder auf, mehr militärische Hilfe zu leisten. »Während die ganze Welt von Moskau verlangt, diesen sinnlosen Krieg endlich zu beenden, setzt Putin auf mehr Terror, Angriffe und Aggression«, sagte Sybiha in einem Beitrag auf der Website des Außenministeriums.

Bei den Gesprächen sollten laut Selenskyj neben Details eines möglichen Wiederaufbauplans auch die Vorbereitungen für ein bevorstehendes trilaterales Treffen mit Vertretern Moskaus erörtert werden. Er sagte, er habe Umjerow zudem beauftragt, einen möglichen Gefangenenaustausch zu erörtern.

Selenskyj drängt schon länger auf ein Gipfeltreffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, ein persönliches Treffen könne entscheidend für eine Einigung sein. Doch der Kreml hat diesen Vorschlag abgelehnt und lediglich den ukrainischen Präsidenten nach Moskau eingeladen, was Selenskyj wiederum abgelehnt hat.

Ukrainische und europäische Politiker haben Putin vorgeworfen, Interesse an Friedensverhandlungen vorzutäuschen, um Strafmaßnahmen der USA wie zusätzliche Sanktionen zu vermeiden, während er gleichzeitig die Invasion vorantreibt.

Sterbliche Überreste von Soldaten ausgetauscht

Moskau und Kyjiw haben nach russischen Angaben zudem erneut mehr als 1000 Soldatenleichen ausgetauscht. Die Ukraine habe die sterblichen Überreste von 1000 Soldaten von Russland erhalten, schrieb der russische Chefunterhändler bei den jüngsten Verhandlungen zwischen beiden Kriegsparteien, Wladimir Medinski, bei Telegram . Kyjiw übergab Moskau demnach 35 Soldatenleichen.

Gesamten Artikel lesen