In der italienischen Rhythmischen Sportgymnastik gibt es neue Misshandlungsvorwürfe. Die ehemalige Juniorinnen-Nationaltrainerin Sofia Cantaluppi soll italienischen Zeitungsberichten zufolge Turnerinnen bei Fehlern im Training gezwungen haben, sich nahezu völlig auszuziehen und niederzuknien. Auch die Gymnastin Sofia Raffaeli, die bei den Olympischen Spielen in Paris die Bronzemedaille gewann, soll darunter gelitten haben.
In den Abhörprotokollen findet sich nun auch der Mitschnitt eines Telefonats einer anderen Trainerin, Maccaranis Stellvertreterin Olga Tishina. Demnach sagte Tishina im November 2022 zu einer anderen Trainerin über Cantaluppi: »Bei ihr ist alles viel schlimmer. Bei ihr gibt es Misshandlungen. Sie hat Raffaeli und Serena Ottaviani den Reifen werfen lassen. Und jedes Mal, wenn sie den Wurf nicht schafften, mussten sie ein Kleidungsstück ausziehen. Und am Ende standen sie in Unterwäsche da.«
Zudem seien die Sportlerinnen in einen kleinen, kalten Raum gesperrt worden, wenn sie schlecht trainierten. Die beiden genannten Athletinnen waren damals noch minderjährig.
Funktionäre sollen sich abfällig geäußert haben
Von der früheren Juniorinnen-Trainerin gab es zunächst keine Stellungnahme zu den Vorwürfen. Gegen Cantaluppi wird bislang auch nicht ermittelt, sie arbeitet inzwischen für den israelischen Verband. Frühere Ermittlungen gegen Tishina wurden eingestellt.