Rente mit 70: Was wirklich hinter den Berichten zur Reform steckt

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Das Dementi kam schnell und entschieden: Die Rentenkommission der Bundesregierung hat einen Bericht der »Bild«-Zeitung zurückgewiesen, das Gremium empfehle eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre. »Die Kommission wird ihre Arbeit erst Ende Juni abschließen, sodass zurzeit noch keine Empfehlungen fertig entschieden sind«, sagte Constanze Janda, Co-Vorsitzende der Kommission, dem »Tagesspiegel«.

Zuvor hatte die »Bild«-Zeitung berichtet, die Kommission wolle eine sukzessive Anhebung des Renteneintrittsalters bis zum Jahr 2060 von bisher 67 auf dann 70 Jahre der Bundesregierung vorschlagen. Die Meldung schlägt im politischen Berlin hohe Wellen – und sorgt auch innerhalb der Rentenkommission selbst für Kopfschütteln. Nach Informationen des SPIEGEL stand eine generelle Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre innerhalb des Gremiums bislang auch nicht ernsthaft zur Debatte. Auch nicht im Februar, als die »Bild«-Zeitung zum ersten Mal über eine »Rente mit 70« geschrieben hatte.

Woher kommt die Indiskretion?

Die Mitglieder der Rentenkommission hatten sich auf strikte Vertraulichkeit bei der Arbeit geeinigt. Aus dem Gremium sollten keine Teilvorschläge nach außen sickern, damit mögliche Reformen nicht im Vorfeld zerredet werden. Bis zu dieser Woche hatte das auch geklappt. Nun aber wird in der Koalition spekuliert, wer ein Interesse haben könnte, eine Rentenreform mit den durchgestochenen Informationen zu sabotieren. Klar ist: Für die Arbeit der Kommission ist die »Bild«-Meldung so kurz vor der Fertigstellung des Berichts Ende Juni eine schwere Bürde. Nun dürfte genau jener politische Streit Fahrt aufnehmen, den die Koalitionsspitzen mit der Einrichtung der Kommission vermeiden wollte.

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