RAM aus China: US-Regierung macht Druck auf Apple

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Apples Versuche, sich in China mit einer weiteren DRAM-Quelle zu versorgen, stoßen auf immer mehr Widerstand in den USA. Nachdem eine Gruppe von US-Senatoren aus Demokraten und Republikanern einen Brief an den iPhone-Hersteller geschickt hatten, dies nicht zu tun, folgt nun eine Ansage aus der Regierung direkt. Handelsminister Howard Lutnick sagte in einem Exklusivinterview mit dem Wall Street Journal, Washington sei „nicht dafür“. Es müsse „andere Lösungen für das Speicherproblem geben. Es ist nicht großartig, wenn amerikanische Firmen chinesischen Speicher nutzen.“

Derzeit kämpft Apple wie die Gesamtbranche mit einer massiven RAM-Speicherinflation, getrieben durch den KI-Hype. Eine große Anzahl von Apple-Geräten – mit Ausnahme aktueller iPhones – wurde daher im Preis erhöht. Das alte Geschäftsmodell des Konzerns, das Herunterhandeln der Komponententarife durch riesige Aufkaufmengen, funktioniert nicht mehr, da KI- und Rechenzentrumsbetreiber bereit sind, noch mehr zu zahlen. Die DRAM-Produzenten machen dadurch massiv Kasse, längst sind auch Festplatten und SSDs ähnlich betroffen.

Apple hat genau drei Versorger beim Hauptspeicher: Micron aus den USA sowie Samsung Electronics und SK Hynix aus Südkorea. Hinzu kommen sollte auch der schnell wachsende chinesische Anbieter CXMT, dessen Produkte Apple bereits testen soll. Geplant ist Berichten zufolge, diesen Speicher allein in für den chinesischen Markt gedachte Geräte zu stecken. Doch auch das will die US-Politik verhindern, da CXMT dadurch stark profitieren könnte. Das Unternehmen ist auf der amerikanischen Liste von Firmen, die das chinesische Militär unterstützen. Apple hatte versucht, über Lobbyarbeit eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten. Nach dieser sieht es nun nicht aus.

Ob Apple durch die Nutzung von CXMT-RAM wirklich sparen würde, ist unklar – das Unternehmen kann sich vor Kundschaft selbst kaum retten und soll intern nicht planen, preislich Kompromisse zu machen. Dennoch hätte Apple so bessere Druckmittel gegenüber den „Big Three“ unter den RAM-Herstellern. Lutnick sagte gegenüber dem Wall Street Journal, die Trump-Administration habe dies gegenüber Apple „ganz klar“ gesagt.

Neben CXMT-RAM gilt die Ansage auch für SSDs von YMTC. Auch hier erwägt Apple den Kauf von Bausteinen für China-Geräte. Für YMTC-SSDs benötigt Apple zwingend eine Exportlizenz aus Washington, da YMTC auf der Commerce-Entity-List steht. Bei CXMT-RAM liegt die Hürde formal niedriger: Der Hersteller steht zwar auf der Pentagon-Militärliste, nicht aber auf der Entity-List – ein gesetzliches Kaufverbot für kommerzielle Geschäfte gibt es derzeit nicht, wohl aber den politischen Druck aus dem Handelsministerium. Der Konzern kommentiert das aktuelle Verfahren nicht. Chief Operating Officer Sabih Khan sagte nur, man schaue sich „alle Optionen“ an, inklusive einer Erhöhung der Produktion in den USA. Im Bereich Speicher gebe es wenig Anpassungsmöglichkeiten. Das heißt: Apple könne zu Standard-DRAM von CXMT greifen. Apple hatte zuletzt ein neues Fabrikzentrum in Houston eröffnet, wo unter anderem Mac minis hergestellt werden sollen.

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(bsc)

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