Durch einen russischen Drohnenangriff ist in der südostukrainischen Region Dnipropetrowsk ein Baby getötet worden. Der drei Monate alte Junge kam nach Angaben von Militärgouverneur Oleksandr Hanscha in der frontnahen Stadt Marhanez bei einem Einschlag in ein Wohnhaus ums Leben. Elf weitere Menschen wurden demnach verletzt, darunter ein fünfjähriger Junge und ein zwölfjähriges Mädchen.
Mehrstöckige Wohnhäuser, ein Ladengeschäft und ein Kino seien beschädigt worden, so Hanscha . Russland habe bei mehreren Angriffen auf die Region Drohnen, Artillerie und Gleitbomben eingesetzt. Drei Menschen wurden Militärgouverneur Iwan Fedorow zufolge im Kreis Saporischschja bei Drohnenangriffen auf Autos verletzt.
Im russischen Wolgagebiet Samara attackierte die Ukraine nach Angaben von Gouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew einen Industriebetrieb. Er sprach von einem Raketenangriff. In sozialen Medien kursierten unüberprüfbare Fotos und Videos, die eine hohe Rauchsäule zeigen.
Selenskyj bestätigt Angriffe
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte unter anderem diesen Angriff in sozialen Medien . Getroffen worden sei eines der Schlüsselunternehmen der Raumfahrtbehörde Roskosmos, das insbesondere Elektronik herstelle. Eingesetzt wurden demnach ukrainische Marschflugkörper des Typs Flamingo.
Zuvor gab es bereits unbestätigte Berichte in russischen und ukrainischen Telegram-Kanälen darüber, dass das dortige Raketen- und Raumfahrtzentrum attackiert worden sei. Die Streitkräfte hätten auch den Militärflugplatz Sawasleika, einen Stützpunkt für russische Kampfflugzeuge, beschossen, so Selenskyj. Ziel sei es, den Druck auf die Regierung in Moskau zur Beendigung des mehr als vierjährigen Krieges zu erhöhen.
Moskau will fast 600 ukrainische Drohnen abgewehrt haben
Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, 598 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet und der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim abgewehrt zuhaben . Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen, lassen aber Rückschlüsse auf die Intensität der ukrainischen Gegenangriffe zu. Im Moskauer Umland wurden laut Gouverneur Andrej Worobjow eine Frau und ein neun Jahre altes Kind durch einen ukrainischen Drohnenangriff verletzt.
Russland überzieht die Ukraine seit fast viereinhalb Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Als Teil ihres Abwehrkampfes hat die Ukraine ihre Gegenangriffe im russischen Hinterland vor allem mit Drohnen in den vergangenen Monaten ausgeweitet.
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Russische Truppen haben unterdessen nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau im Zuge ihrer Sommeroffensive 19 Ortschaften in den südostukrainischen Regionen Dnipropetrowsk und Saporischschja unter ihre Kontrolle gebracht. Das Ministerium berief sich auf einen Bericht des Kommandeurs der östlichen Truppengruppe, Pjotr Bolgarew. Die Namen der Ortschaften werden nicht genannt.
Unabhängig davon meldete die Nachrichtenagentur Interfax, die russischen Streitkräfte hätten zudem die Ortschaft Rybalskoje in Saporischschja eingenommen. Die Angaben können nicht überprüft werden. Die russischen Vorstöße an der Front haben sich in diesem Jahr verlangsamt, auch wenn Russland seine Raketenangriffe auf Kyjiw und andere ukrainische Städte intensiviert hat.
Der ukrainische Präsident Selenskyj hatte am Mittwoch erklärt, die Streitkräfte seines Landes hätten in diesem Jahr an der südöstlichen Front 745 Quadratkilometer von Russland gehaltenes Gebiet zurückerobert.

vor 1 Stunde
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