Trotz Aufrufen zum erneuten Ansturm auf die spanische Exklave Ceuta bleibt die Lage bisher ruhig. Spanien und Marokko hatten zuvor Sicherheitsmaßnahmen verstärkt.
Quelle: DIE ZEIT, dpa, Reuters, iso Aktualisiert am 15. August 2026, 16:46 Uhr
Bislang haben sich entgegen den Befürchtungen keine weiteren Menschenmengen zur spanischen Exklave Ceuta aufgemacht. Trotz Aufrufen in sozialen Netzwerken zu einer Wiederholung des massenhaften Grenzübertritts von Ende Juli für diesen Samstag war die Lage an der Grenze und in der Exklave zunächst den ganzen Tag über ruhig. Spanien und vor allem Marokko hatten ihre Sicherheitsvorkehrungen im Vorfeld deutlich verstärkt.
An der Grenze herrschte am Morgen absolute Stille, berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur dpa vor Ort. »Im Stadtzentrum ist sogar so etwas wie heile Welt, man bekommt von alledem nichts mit. Man sieht nur gelegentlich Polizei und Militär, die patrouillieren«, sagte er. Nur in den Außenbezirken sehe man Gruppen junger Migranten. Von einer weitgehend entspannten Lage berichteten auch der staatliche TV-Sender RTVE und andere spanische Medien aus der Exklave.
In sozialen Medien kursierten Aufrufe zu gemeinsamen Massenüberquerungen am 15. August. Marokkanische Sicherheitskräfte waren Augenzeugen zufolge rund um Ceuta und Melilla präsent und verhinderten mögliche Grenzübertritte bereits im Vorfeld. Hunderte Migranten, darunter viele aus Ländern südlich der Sahara, wurden nahe der rund 20 Kilometer von Ceuta entfernten Grenzstadt Fnideq gestoppt und an einem Überquerungsversuch gehindert. Nach Angaben des Innenministeriums in Rabat wurden am Samstag zudem 111 Migranten ohne gültige Papiere festgenommen.
Wasserwerfer und Stacheldraht gegen weiteren Ansturm
Im marokkanischen Fnideq wurden laut RTVE zusätzliche Sperren aus Stacheldraht und Nato-Draht errichtet. Patrouillenboote überwachen die Küste, Wasserwerfer stehen an der Grenze bereit. Zudem wurden auf den Zufahrtsstraßen zahlreiche Kontrollstellen eingerichtet. In Ceuta sind inzwischen 880 Beamte der Nationalpolizei im Einsatz – 270 mehr als noch Ende Juli. Unterstützt werden sie von rund 2.000 Soldaten und etwa 700 Beamten der Guardia Civil.
Vor allem am 30. Juli waren bis zu 80.000 Migranten meist schwimmend nach Ceuta gelangt. Bei dem Versuch kamen zahlreiche ums Leben: Nach der jüngsten offiziellen Mitteilung Madrids wurden im Meer 83 Leichen geborgen, Nichtregierungsorganisationen schätzen die Zahl der Toten auf weit über 100. Die meisten Ankömmlinge kehrten nach Angaben der spanischen Regierung innerhalb weniger Stunden oder Tage nach Marokko zurück.
Meta und TikTok hatten sich Anfang der Woche bereit erklärt, Inhalte zu Grenzübertritten nach Spanien künftig auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen zu lassen. So solle verhindert werden, dass Kriminelle potenzielle Migranten mit Falschinformationen anlockten, was in der Vergangenheit zu tragischen Todesfällen geführt habe, teilte EU-Technologiekommissarin Henna Virkkunen mit.

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