Bei schweren Unwettern waren in Portugal mehrere Menschen gestorben. Jetzt erklärte Innenministerin Maria Lúcia Amaral, sie sei für ihr Amt nicht kompetent genug.
11. Februar 2026, 3:10 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa, vsp
In Portugal hat die Regierung nach Kritik an ihrem Unwettermanagement erste Konsequenzen gezogen. Am Dienstagabend teilte die portugiesische Präsidentschaft den Rücktritt von Innenministerin Maria Lúcia Amaral mit.
Die Ministerin "war der Ansicht, dass sie nicht über die persönlichen und politischen Voraussetzungen verfügte, die für die Ausübung ihres Amtes erforderlich sind", hieß es in der Mitteilung. Portugals Regierungschef Luís Montenegro werde ihr Amt übergangsweise ausüben.
Der Schritt erfolgt, nachdem bei mehreren heftigen Stürmen und Überschwemmungen in Portugal in den vergangenen zwei Wochen nach offiziellen Angaben mindestens sieben Menschen gestorben waren. Es entstand zudem Sachschaden in Höhe von mindestens vier Milliarden Euro. Kritiker warfen der Regierung Versagen beim Notfallmanagement vor.
Amarals Rücktritt sei der "Beweis, dass die Regierung bei ihrer Reaktion auf diesen Notfall versagt hat", sagte der Generalsekretär der oppositionellen Sozialistischen Partei, José Luís Carneiro, zur portugiesischen Presse.
Mindestens 13 Tote nach einer Serie von Winterstürmen
In Portugal und Südspanien stehen nach einer ungewöhnlichen Serie heftiger Winterstürme ganze Landstriche unter Wasser. Tausende Evakuierte waren noch am Wochenende in Notunterkünften untergebracht, wie die staatlichen TV-Sender beider Länder, RTVE und RTP berichteten. Seit vergangener Woche gab es in Portugal insgesamt 13 Tote durch eine ganze Reihe von Stürmen sowie Hunderte Verletzte bei Aufräumarbeiten.
Auf das Sturmtief Kristin Ende Januar folgten binnen Tagen der Sturm Leonardo sowie am Wochenende der nächste Sturm, Marta. Es war bereits das siebte Sturmtief seit Jahresbeginn und hatte mit Starkregen, Orkanböen und hohen Wellen Portugal, Andalusien im Süden Spaniens und Marokko heimgesucht.
Die Iberische Halbinsel leidet besonders unter dem Klimawandel. Seit Jahren sind Spanien und Portugal von extremen und zunehmend länger dauernden Hitzewellen betroffen, die oft schon vor dem offiziellen Beginn des Sommers eintreten. Im Herbst und Winter gab es zuletzt immer häufiger Starkregen und Überschwemmungen.

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