Krise beim Sportwagenbauer Porsche streicht Mitarbeiterprämie für 2025
Jahrelang zahlte der Autohersteller üppige Boni an seine Mitarbeiter aus. Das ist wegen der wirtschaftlichen Schieflage Porsches nun nicht mehr möglich. Auch die Chefetage muss Abstriche machen.
23.04.2026, 19.21 Uhr
Porschelogo auf der New York International Auto Show
Foto: Charly Triballeau / AFPDie Krise bei Porsche hat nun auch Folgen für die Belegschaft: Erstmals seit Jahren erhalten die Beschäftigten keine Prämie. »Aufgrund der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens wird es für das Geschäftsjahr 2025 keine freiwillige Sonderzahlung geben«, teilte ein Sprecher des MDax-Konzerns der Nachrichtenagentur dpa mit. Das bestätigte er auch dem SPIEGEL. Die Belegschaft sei darüber bereits informiert worden.
Für 2023 hatten sich Unternehmensführung und Betriebsrat noch auf eine Prämie von bis zu 9690 Euro geeinigt. Ein Jahr später lag sie bei bis zu 5250 Euro. In der Vergangenheit erhielten die Sonderzahlung alle Beschäftigten an deutschen Standorten, die fest bei der Porsche AG und Tochtergesellschaften angestellt sind. Dazu gehören auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Porsche-Werks in Leipzig. Das sind derzeit mehr als 27.000 Menschen.
Seit Januar Porsche-Chef: Michael Leiters
Foto: Marijan Murat / dpaPorsche galt jahrelang als der Autohersteller, der mit die höchsten Boni an seine Mitarbeiter ausbezahlt. Das System gibt es bei den Zuffenhausenern seit 1997. Ob die freiwillige Sonderzahlung später schon einmal gestrichen wurde, war zunächst nicht bekannt. Sicher ist: Seit mindestens 2007 hat das Unternehmen in jedem Geschäftsjahr eine Mitarbeiterprämie ausbezahlt.
Der Autobauer hatte Mitte März einen enormen Gewinneinbruch gemeldet. Der Konzernüberschuss sackte im Vergleich zum Vorjahr um 91,4 Prozent auf 310 Millionen Euro ab. 2024 waren es noch fast 3,6 Milliarden Euro. Der Umsatz sank um fast ein Zehntel auf rund 36,3 Milliarden Euro.
Ursachen dafür gab es mehrere: Die Geschäfte in China stockten, die US-Zollpolitik kostete viel Geld und die Elektro-Modelle von Porsche fanden deutlich weniger Anklang als erwartet. Ex-Vorstandschef Oliver Blume hat deshalb vor seinem Abgang noch die Strategie umgekrempelt – mehr Verbrenner im Angebot sollen wieder Schub geben. Allein dafür fielen Kosten von rund 2,4 Milliarden Euro an. Die Schwaben müssen daher die Kosten deutlich senken und Stellen abbauen.
Die mauen Jahreszahlen haben auch Folgen für die Porsche-Führung: Einen Jahresbonus gab es für die Vorstandsmitglieder nicht. Außerdem werde die Grundvergütung des Managements – wie bereits im Vorjahr – nicht erhöht, teilte der Sprecher weiter mit.
Die Aktionäre können aber voraussichtlich mit einer Dividende rechnen. Auch wenn sich diese nach dem Willen des Vorstands mehr als halbieren soll – von 2,31 Euro je Vorzugsaktie auf 1,01 Euro.
Die Krise in der Autobranche hat 2025 alle deutschen Hersteller getroffen – mal mehr, mal weniger stark. Andere Unternehmen zahlen jedoch weiterhin Boni, wenn auch teils deutlich gesunkene: Bei Mercedes-Benz erhalten anspruchsberechtigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter früheren Angaben zufolge voraussichtlich bis zu 3139 Euro. Tarifbeschäftigte bei Volkswagen bekommen – entgegen einer früheren Absage – nun doch eine Prämie von 1250 Euro. Auch Audi und BMW beteiligen Berichten zufolge ihre Beschäftigten.
Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt präsentiert der neue Porsche-Chef grausige Jahreszahlen. Was Michael Leiters jetzt tun will, lesen Sie hier .

vor 1 Stunde
2









English (US) ·