Vize-Verteidigungsministerin Magdalena Sobkowiak-Czarnecka sagte dem Sender Radio Zet, bei dem Vorfall sei niemand verletzt worden, auch Objekte wurden nicht beschädigt. Polens Regierungschef Donald Tusk begab sich zusammen mit Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz und Innenminister Marcin Kierwinski auf den Weg zur Absturzstelle. »Alles deutet darauf hin, dass es sich um einen russischen Marschflugkörper vom Typ CH-101 handelt, aber wir wollen den Ergebnissen einer genauen Untersuchung nicht vorgreifen«, sagte Tusk. »Wir waren bereit, die Rakete abzuschießen, wenn sie weitergeflogen wäre.«
In der Mitteilung des Oberkommandos heißt es, gegen 3.40 Uhr morgens sei im polnischen Luftraum ein nicht identifiziertes Objekt entdeckt worden, das sich in westliche Richtung bewegte. Ein Kampfjet vom Typ F-16 sei zur Erkennung aufgestiegen. Das Flugobjekt sei danach wieder vom Radar verschwunden. Die Besatzung eines Hubschraubers habe später den Absturzort identifiziert.
Kyjiw sieht die Verantwortung bei Russland
Die Polizei in Lublin teilte auf X mit, Anwohner hätten in den Morgenstunden einen gewaltigen Knall gemeldet. In der Nähe von Tarnawa Kolonia fanden Polizisten einen Krater von zehn Metern Durchmesser.
Verteidigungsminister Kosziniak-Kamysz sprach von einer »außerordentlich schweren Nacht für unsere Luftverteidigung, Überwachungs- und Abwehrsysteme«. Derzeit werde an der Absturzstelle geklärt, um welche Art von Flugobjekt es sich handele.
Die Führung in Kyjiw sah die Verantwortung für den Vorfall bei Russland. »Über Nacht ist während eines massiven russischen Angriffs auf die Ukraine ein russischer Marschflugkörper vom Typ CH-101 in Polen eingedrungen und hat den Luftraum der Nato verletzt«, schrieb der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha auf X. Dies sei ein weiterer Beweis dafür, dass die Luftabwehr der Ukraine dringend gestärkt werden müsse, auch um die Nato-Länder zu schützen.

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