PayPal: Neuer CEO baut den Zahlungsdienstleister um

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Der neue Mann an der Spitze will PayPal mit einer Umstrukturierung und Sparmaßnahmen wieder in ruhigere Fahrwasser und zu langfristigem Wachstum führen. Enrique Lores, im März überraschend von HP auf den Chefsessel beim Zahlungsdienstleister gewechselt, setzt auf das Kerngeschäft. Die Börse bleibt trotz solider Zahlen skeptisch.

Das Geschäft von PayPal ruht demnach künftig auf drei Säulen: dem klassischen PayPal für Verbraucher und Händler, der Zahlungsplattform Venmo und den Dienstleistungen für Zahlungsabwicklung und Kryptowährungen. Dabei soll das vor allem in den USA beliebte Venmo mit weiteren Finanzdienstleistungen für Verbraucher ausgebaut werden.

„Um das Wachstum zu beschleunigen und unser volles Potenzial auszuschöpfen, müssen wir uns wieder auf unsere Grundprinzipien besinnen“, betont Lores. Die Ausrichtung auf drei Geschäftsbereiche solle interne Abläufe vereinfachen und beschleunigen. Mit der neuen Organisation sollen auch Doppelstrukturen abgebaut und Sparpotenziale erschlossen werden. Insgesamt will PayPal so rund 1,5 Milliarden US-Dollar über die nächsten zwei bis drei Jahre sparen und diese wieder investieren.

Zu Einzelheiten will sich PayPal derzeit noch nicht äußern. Doch plant das Unternehmen einem Medienbericht zufolge bereits einen massiven Stellenabbau. Ein Insider hat dem Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg gesteckt, dass PayPal in den kommenden zwei oder drei Jahren ein Fünftel der Belegschaft entlassen könnte, das wären derzeit rund 4500 Menschen.

Unterdessen hat PayPal am Dienstag sein Ergebnis für das erste Quartal 2026 vorgelegt. Demnach hat das Unternehmen in den ersten drei Monaten des Jahres ein Zahlungsvolumen von knapp 464 Milliarden US-Dollar abgewickelt. Das waren 11 Prozent mehr als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres.

Für PayPal schlägt sich das in einem Umsatzplus von sieben Prozent auf 8,4 Milliarden US-Dollar nieder. Zugleich ging das operative Ergebnis um drei Prozent auf 1,49 Milliarden US-Dollar zurück. Auch unterm Strich bleibt mit 1,1 Milliarden US-Dollar Nettogewinn 14 Prozent weniger als im Vorjahr.

Das Ergebnis liegt zwar leicht über den Erwartungen, doch bleiben die Anleger skeptisch – daran konnten auch die angekündigten Sparmaßnahmen nichts ändern. Die PayPal-Aktie verlor am Dienstag rund 10 Prozent und konnte das bisher nur teilweise wieder wettmachen. Das Papier des Zahlungsdienstleisters befindet sich seit Monaten auf Talfahrt, was zuletzt für Übernahmegerüchte gesorgt hat.

PayPal war einer der ersten Anbieter, die Onlinezahlungen ermöglicht haben. Der Dienst erlangte vor allem als Zahlungsmittel auf eBay internationale Beliebtheit. In einer jüngeren Umfrage gab über die Hälfte der befragten Deutschen an, PayPal zu nutzen. Inzwischen steht das Geschäftsmodell angesichts zahlreicher neuer Konkurrenten unter Druck.

(vbr)

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