Parteitag: Kubicki zum neuen FDP-Vorsitzenden gewählt – überraschend angetretene Strack-Zimmermann unterliegt

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Wolfgang Kubicki ist neuer Bundesvorsitzender der FDP. Der 74-Jährige setzte sich beim Parteitag in Berlin in einer Kampfabstimmung gegen die Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann durch. Diese kandidierte überraschend gegen ihn.

Kubicki erhielt von den Delegierten 390 Stimmen (59,27 Prozent), Strack-Zimmermann 259. Vier Delegierte enthielten sich, fünf stimmten für beide mit Nein.

 Die 68-Jährige ist im FDP-Präsidium und sitzt im EU-Parlament.
Marie-Agnes Strack-Zimmermann beim Bundesparteitag am Samstag: Die 68-Jährige ist im FDP-Präsidium und sitzt im EU-Parlament. Annegret Hilse/Reuters

Kubicki war bislang stellvertretender Vorsitzender der Liberalen. Der 74-Jährige soll schaffen, was seinem Vorgänger Christian Dürr seit dessen Wahl vor einem Jahr nicht gelungen ist: die FDP aus der zunehmenden Bedeutungslosigkeit herauszuführen und wieder zu einem ernsthaften politischen Faktor zu machen.

Der frühere Fraktionschef Dürr war im Mai 2025 an die Spitze der Partei getreten, nachdem die FDP im Februar bei der Bundestagswahl an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert und aus dem Parlament geflogen war. Dürr gelang es aber nicht, das Ruder herumzureißen. 2026 kassierte die FDP bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz bittere Niederlagen. Sie verpasste den Wiedereinzug in die Landtage, woraufhin Präsidium und Bundesvorstand zurücktraten.

 Christian Dürr.
War als FDP-Vorsitzender weitgehend erfolglos: Christian Dürr. Bernd Weißbrod/dpa

Dürr, der massiv in der Kritik stand, wollte ursprünglich wieder für das Amt des Bundesvorsitzenden antreten. Er verzichtete aber darauf, als Kubicki seine Kandidatur ankündigte. Auch der nordrhein-westfälische FDP-Chef Henning Höne zog seine Bewerbung für den Vorsitzendenposten wieder zurück. Die Bewerbung der 68-jährigen Strack-Zimmermann kam am Samstag überraschend.

Kubicki gilt manchen als eine Art letzte Chance für die FDP. Er hält sich seine jahrzehntelange politische Erfahrung zugute. Als entscheidenden Vorteil sieht er auch seine große Bekanntheit an. Kubicki gefällt sich in der Rolle des Krawallmachers, wie er sich bisweilen selbst bezeichnet. Aufsehen erregt Kubicki auch mit seinen Positionen – etwa zur AfD: „Brandmauer? Kenne ich nicht. Steht nicht in der Verfassung. Gibt’s nicht“, sagte er zum Beispiel. Zwar schob er hinterher, dass es auch keine Tolerierung durch die AfD und keine Koalition mit ihr gebe. Doch Strack-Zimmermann warnte bereits davor, die FDP nach rechts zu verschieben.

Seine erste Bewährungsprobe hat Kubicki im September vor sich. Dann werden in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin neue Landesparlamente gewählt. Im April kommenden Jahres wird in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen gewählt.

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