Zwischen der AfD Mecklenburg-Vorpommern und Parteichef Tino Chrupalla gibt es Ärger. Hintergrund ist ein Auftritt Chrupallas auf der Insel Rügen Anfang des Monats, bei dem er einen parteilosen Kandidaten zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern im Herbst unterstützt hatte.
In einem Schreiben an Chrupalla beschwert sich die AfD im Norden darüber, dass dieser damit den Kandidaten der eigenen Partei schwäche. Der NDR hatte zuerst darüber berichtet. Der Brief liegt auch dpa vor. Als Absender aufgeführt sind der Kreisvorstand Vorpommern-Rügen, der Fraktionsvorstand der Kreistagsfraktion Vorpommern-Rügen und der AfD-Landesvorstand Mecklenburg-Vorpommern. Landeschef Leif-Erik Holm sagte dem NDR allerdings, er sei an dem Schreiben nicht beteiligt gewesen.
Auftritt bei Friedenskundgebung
Chrupalla war am 1. April bei einer Friedenskundgebung in Bergen auf Rügen zu Gast. Dort kündigte Thomas Gens, parteiloser Bürgermeister der Nachbarinsel Hiddensee, an, als Direktkandidat für den Landtag kandidieren zu wollen. Bei der Veranstaltung betraten auch Kabarettist und Schauspieler Uwe Steimle und Chrupalla die Bühne. Der AfD-Chef rief das Publikum dazu auf, Gens zu unterstützen.
„Dass Du nunmehr den direkten Kontrahenten durch Deine Teilnahme an seiner Veranstaltung unterstützt, sogar noch zu seiner Wahl aufrufst, persönliche Freundschaft hin oder her, und unseren eigenen Kandidaten, sowie die Arbeit der vielen engagierten Parteifreunde vor Ort schwächst, ist ein beispielloser Vorgang und kann als parteischädigend gewertet werden“, heißt es in dem Beschwerdebrief an Chrupalla.
Chrupalla weist Vorwürfe zurück
Er wird darin aufgefordert sich hinter den AfD-Direktkandidaten Thomas Naulin zu stellen und ihn in seinem Wahlkampf um den Wahlkreis zu unterstützen. AfD-Landeschef Holm sagte dem NDR, er habe aber bereits mit Chrupalla gesprochen: „Bei allem Verständnis für die persönliche Freundschaft mit Thomas Gens darf selbstverständlich nicht der Eindruck entstehen, dass er einen anderen als den eigenen Kandidaten unterstützt“, sagte Holm.
Chrupalla teilte auf Anfrage mit: „Als Parteichef unterstützte ich selbstverständlich unsere Kandidaten der Alternative für Deutschland.“ (dpa)

vor 5 Stunden
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