Schon wieder! Schon wieder gab es eine Untersuchung zur Höflichkeit. Diesmal wurden mehr als 4600 Menschen aus 25 Ländern befragt. Österreich landete, wie fast immer, auf dem letzten Platz. Wäre ich Österreicher (ich bin Deutscher, vulgo: Piefke) würde ich den Teilnehmern der Studie entgegnen: Was ihr für Unhöflichkeit haltet, das ist bloß Schmäh. Und den Schmäh versteht ihr offenbar nicht, ihr humorlosen Wappler!
Könnte sein, dass kürzlich an Ostern, wo Familien zusammenkamen, über diese Umfrage zur Höflichkeit geschimpft wurde (schon wieder wir ...). Könnte sein, dass danach auch übereinander geschimpft wurde. Man kennt das ja: Ostertage sind Feiertage, und nach Feiertagen gibt’s Trennungen, Rosenkriege, Geldschlachten. Womit wir bei der Familie Lugner wären.
Im August 2024 starb Richard „Mörtel“ Lugner, Bauunternehmer, Partylöwe und Opernball-Gastgeber für Promis. Seither streiten seine Nachkommen ums Erbe, Witwe Simone (Mörtel nannte sie Bienchen) kämpft gegen einen nicht kleinen Rest der Familie. Es geht vor allem um ihr Wohnrecht in der Lugner-Villa in Döbling. Die Lugner Familien-Privatstiftung will, dass Simone auszieht; sie habe Richard Lugner nicht gepflegt und deshalb kein Recht, in der Villa zu leben. Vor Ostern traf man sich deshalb vor Gericht, und nach Angaben einiger Boulevardmedien, die den Prozess verfolgten, wurde es dramatisch – es ging nämlich auch um das intime Eheleben von Bienchen und Mörtel Lugner.
Jacqueline Lugner, Richards Tochter aus der Ehe mit Christina aka Mausi, zeichnete im Wiener Justizpalast laut Oe24 ein „verheerendes Bild der letzten Monate ihres Vaters“. Sie sprach offenbar von einer Ehe-Lüge: Der Vater habe Simone bloß geheiratet, weil sie ihm „Pflege und Beistand“ zugesichert habe. Die Gattin habe das allerdings „nicht vollumfänglich eingelöst“.
Der Geschäftsführer des Einkaufszentrums Lugner City, Gerald Friede, sagte angeblich vor Gericht, die Eheleute Lugner hätten nicht nur im Alltag, sondern auch im Urlaub auf getrennten Zimmern bestanden. Friede erzählte offenbar eine Anekdote von der Hochzeit: Er habe eine Glocke betätigt, um symbolisch die Hochzeitsnacht einzuläuten, woraufhin Simone gesagt haben soll: „Darauf könnt ihr lange warten.“
Simone Lugner soll das Ganze so zusetzen, dass sie den Saal schon vor der Aussage der Stieftochter verlassen habe, heißt es bei Oe24. Der Prozess wird am 8. Mai fortgesetzt.
Das Volk spricht sein Urteil derweil in den sozialen Medien. Dort werden Simone Lugner unhöfliche Dinge an den Kopf geworfen, wogegen sie sich des Öfteren gerichtlich wehrt. Am Dienstag nach Ostern ging es nun im Wiener Landgericht gegen einen Notstandshilfebezieher, wie die Kronen Zeitung berichtete. Er muss 2000 Euro zahlen, denn er hatte Simone Lugner in einem Posting als „Erbschleicherin“ beschimpft. Nach Schmäh hörte sich das nicht mehr an, eher nach Schmähung.











English (US) ·