Der norwegische Film "Oslo Stories: Liebe" ist Teil einer überraschenden Trilogie über das Begehren.
Aus der ZEIT Nr. 16/2025 Aktualisiert am 17. April 2025, 19:57 Uhr
Eine Fähre ist ein idealer Ort fürs Kennenlernen, für Gespräche, Flirts oder Sex. Zwanglos lässt sich mit Fremden oder Bekannten plaudern, die Aussicht ist schön, und manchmal gibt es auch Aussicht auf einen Quickie an Deck. Quer durch den Oslofjord pendelt der schwule Krankenpfleger Tor von der Halbinsel Nesodden zur Arbeit in die Innenstadt. Über die Dating-App Grindr verbindet er sich mit Männern an Bord, und manchmal fährt er abends einfach mit der Fähre hin und her.
Cruising, dieser Begriff aus der englischen Seefahrersprache, meint das Umherfahren mit einem Schiff. Cruising, das erzählt Tor auf der Fähre seiner Kollegin, der Urologin Marianne, meint auch die Suche homosexueller Männer nach Sexualpartnern im öffentlichen Raum. Nach dem Gespräch lädt sich Marianne ebenfalls eine App herunter und nutzt die Fähre zum Kontakt mit einem Fremden. Es ist ihr erster One-Night-Stand, die Sommernächte sind warm und die Quais der Stadt menschenleer.