Nordkorea: Nordkorea streicht Ziel der Wiedervereinigung aus der Verfassung

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Nordkorea hat sich erstmals geografisch definiert und alle Bezüge zur Wiedervereinigung mit Südkorea aus der Verfassung gestrichen. Südkorea gilt damit als »Feind«.

6. Mai 2026, 10:58 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, Reuters,

 In der überarbeiteten Verfassung Nordkoreas wurden alle Bezüge zur Wiedervereinigung mit Südkorea entfernt.
In der überarbeiteten Verfassung Nordkoreas wurden alle Bezüge zur Wiedervereinigung mit Südkorea entfernt. © Kim Hong-Ji/​Reuters

Nordkorea hat seine Verfassung überarbeitet und sämtliche ​Bezüge zu einer Wiedervereinigung mit Südkorea gestrichen. Dies geht aus einem Entwurf des neuen Verfassungstextes hervor, den die Nachrichtenagenturen Reuters und Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap einsehen konnten. In dem neuen Verfassungstext wird das Land demnach erstmals über seine geografische Lage definiert. 

Auch heißt es darin, dass Nordkorea keine Verletzung seines ⁠Territoriums dulden werde, wie ein Experte auf ​einer Unterrichtung des südkoreanischen Ministeriums für Wiedervereinigung in Seoul sagte. Mit der Änderung verankert Nordkorea ‌eine ⁠von Machthaber Kim Jong-un ausgegebene ​Doktrin, wonach Südkorea als Feind zu betrachten ist.

Seit der Staatsgründung 1948 hatte es die nordkoreanische Regierung zum Ziel erklärt, auf eine politische Vereinigung mit dem Süden hinzuarbeiten. Erstmals rückte Machthaber Kim Jong-un Ende 2023 rhetorisch von diesem Ziel ab; Südkorea erklärte er damals zum »Hauptfeind«. Im Januar 2024 ließ die Regierung das symbolische Denkmal für die Wiedervereinigung abreißen, ein 30 Meter hohes Monument im Süden der Hauptstadt Pjöngjang.

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