Die Lage am Morgen Zeitenwende in München
Heute geht es um Richtungsfragen auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Um die Verstrickung norwegischer Eliten in den Epstein-Skandal. Und um Trumps Blockade gegen Kuba.
13.02.2026, 05.43 Uhr
Wagnis München
Die Bilder, die von heute an für drei Tage von München aus in die Welt gesendet werden, dürften vertraut wirken: Limousinen, die vor dem Hotel »Bayerischer Hof« vorfahren. Viele Männer (und wenige Frauen) in Anzügen, die sich in Versammlungssälen drängeln. Zum 62. Mal kommen an diesem Wochenende Staats- und Regierungschefs, Diplomatinnen und Diplomaten, Militärs und Unternehmer in München zusammen, zur wichtigsten sicherheitspolitischen Konferenz der Welt (mehr dazu hier ).
Doch was wie ein Ritual wirkt, ist mittlerweile ein Wagnis. Bereits im vergangenen Jahr hat US-Vizepräsident JD Vance in München für Aufruhr gesorgt, als er mehr oder weniger unverhohlen die transatlantische Partnerschaft aufkündigte. Seither hat die Trump-Regierung ihre Abkehr von Europa nur verschärft: Sie drohte offen mit der Annexion Grönlands. Sie verabschiedete eine Sicherheitsstrategie, in der sie davon spricht, Widerstand in Europa zu organisieren (mehr dazu hier ).
Münchner Sicherheitskonferenz: Alte Welt, neue Welt
Foto: Sven Hoppe / dpaKanadas Premier Mark Carney appellierte auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar in einer aufsehenerregenden Rede an die internationale Gemeinschaft, nicht länger so zu tun, als würde die alte Ordnung noch gelten (mehr zu der Rede hier ). Die spannende Frage in München wird sein, inwieweit ihm seine Amtskollegen folgen? Werden sie versuchen, an der alten Welt festzuhalten? Oder versuchen sie, sich gemeinsam für die neue Welt zu wappnen?
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Musterstaat in Verruf
Bislang galt Norwegen vielen als ein Musterstaat. In internationalen Ranglisten, etwa zum Kampf gegen die Korruption, steht das Land in der Regel weit oben. Die Regierungen in Oslo setzten sich in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder für Frieden und Rechtsstaatlichkeit ein, so etwa bei den Gesprächen zwischen Israelis und Palästinensern in den Neunzigerjahren (mehr dazu hier ).
Ex-Premier Jagland: Nun ermitteln die Behörden
Foto: Mikhail Metzel / APNun aber offenbart sich eine Schattenseite des nordeuropäischen Staates. Norwegens Eliten sind tief in den Epstein-Komplex verstrickt. Da ist Kronprinzessin Mette-Marit, die intime Nachrichten mit dem Sexualstraftäter austauschte. Da ist der ehemalige Premier und Generalsekretär des Europarats, Thorbjørn Jagland, der regelmäßig in Apartments von Epstein übernachtete und dessen eigene Wohnung nun Ermittler durchsuchten. Auch gegen das Diplomatenpaar Mona Juul und Terje Rød-Larsen ermitteln die Behörden im Zuge der Epstein-Affäre wegen des Verdachts auf Korruption beziehungsweise Beihilfe (mehr dazu hier).
Die norwegische Korruptionsexpertin Tina Søreide hält das für keinen Zufall, wie sie meinem Kollegen Jan Petter sagte. In Norwegen liege viel Macht in der Hand von Wenigen. »Sowohl Gelder als auch Entscheidungen wurden womöglich von zu wenigen Personen kontrolliert.«
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Politik mit der Brechstange
In Kuba stehen Traktoren still, weil das Benzin fehlt. Lebensmittel verderben in den Lagern. In Städten wie Havanna fahren kaum noch Busse. Vielerorts ist das Stromnetz kollabiert. Menschen sitzen im Dunkeln. Krankenhäuser, so heißt es, mussten Operationen absagen (mehr dazu hier).
Weil US-Präsident Donald Trump im Januar eine mehr oder weniger vollständige Ölblockade gegen Kuba verhängt hat, erlebt die Insel eine ihrer schwersten Versorgungskrisen seit Jahrzehnten, wie mein Kollege Marian Blasberg berichtet. Fluglinien wie Air Canada haben Flüge nach Kuba eingestellt, weil es am Flughafen in Havanna offenbar kein Kerosin mehr gibt.
Stromausfall auf Kuba: Menschen sitzen im Dunkeln
Foto: Ramon Espinosa / AP / dpaDie Trump-Regierung liebäugelt seit Langem damit, das sozialistische Regime unter Präsident Miguel Díaz-Canel zu stürzen. Seit der Entführung des Díaz-Canel-Verbündeten Nicolás Maduro in Venezuela Anfang des Jahres, sieht sie die Chancen dafür gewachsen (mehr dazu hier ). Trump ordnete umgehend einen Stopp der Öltransporte aus Venezuela nach Kuba an.
Zugleich drohte er Strafzölle gegen Länder an, die weiter Öl nach Kuba exportieren, woraufhin Mexiko Lieferungen einstellte. Der US-Präsident macht wie so oft Politik mit der Brechstange. Es ist möglich, dass er damit die Führung in Havanna zu Fall bringt. Wahrscheinlicher jedoch ist, dass die Menschen auf der Insel weiter verelenden – und sich das Regime hält.
Mehr Hintergründe hier: Kerosin auf Kuba wird knapp – Air Canada stoppt Flüge
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Gewinner des Tages…
…sind die Bewohnerinnen und Bewohner von Rio de Janeiro, wo an diesem Wochenende der Karneval startet. Die mehrtägige Veranstaltung gilt als eine der größten Partys der Welt. Sie beginnt damit, dass Bürgermeister Eduardo Paes am Freitag den Stadtschlüssel an »König Momo«, die Symbolfigur des Karnevals, übergibt.
Parade in Rio: Eine der größten Partys der Welt
Foto: News Free/CON/ LatinContent/Getty ImagesDie jüngsten Meldungen aus der Nacht
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Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag.
Ihr Maximilian Popp, stellvertretender Ressortleiter Ausland

vor 2 Stunden
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