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Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Katar: Große Schäden an Flüssiggasanlage nach Irans Angriff
Bericht: Trump erwägt, Tausende weitere Soldaten nach Nahost zu schicken
Neue Angriffe auf Schiffe in Katar und Oman
Katar droht Iran nach Angriff auf Gasanlage
Rutte: Nato-Verbündete beraten über Öffnung der Straße von Hormus
Trump droht Iran mit Zerstörung eines wichtigen Gasfeldes – und soll von Israels Angriff gewusst haben
US-Präsident Donald Trump hat Iran mit der vollständigen Zerstörung des Gasfeldes „South Pars“ gedroht. Eine Attacke des US-Militärs werde es geben, falls Iran weiter Katars Gasindustrie angreife, schrieb er auf der Plattform Truth Social. Für diesen Fall drohte er mit einem Angriff „mit einer Stärke und Schlagkraft, wie Iran es noch nie zuvor gesehen hat“. Zugleich betonte er, dass Israel dieses Gasfeld nicht erneut angreifen werde – solange Iran Katar nicht weiter attackiere.
Israel habe das „South Pars“- Gasfeld am Mittwoch „aus Wut über die Ereignisse im Nahen Osten“ angegriffen, schrieb Trump weiter. Die Vereinigten Staaten hätten nichts von diesem Angriff gewusst. US-Medienberichte legen nun aber nahe, dass diese Aussage Trumps nicht stimmt. Wie Axios und das Wall Street Journal unter Berufung auf israelische und US-Quellen berichten, seien die USA im Bilde gewesen und hätten keine Einwände gehabt.
Das weltgrößte Gasfeld „South Pars“, das Iran und Katar getrennt ausbeuten, liefert rund 70 Prozent der iranischen Gasversorgung. Nach Israels Angriff in Iran wurden Katars für den Weltmarkt bedeutende Flüssiggasanlagen bei einem iranischen Raketenangriff nach Angaben aus dem Golfstaat schwer beschädigt.
Deutschland und Verbündete verurteilen Blockade am Golf
Deutschland und wichtige europäische Verbündete sowie Japan fordern Iran auf, die faktische Sperrung der Straße von Hormus zu beenden. Teheran solle unverzüglich seine Versuche stoppen, die wichtige Meerenge durch Drohgebärden, das Verlegen von Minen sowie Drohnen- und Raketenangriffe und andere Maßnahmen zu blockieren, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens, der Niederlande und Japans.
Die USA und Israel, die mit ihren Angriffen auf Iran den jüngsten Konflikt am Persischen Golf ausgelöst hatten, wurden in der Erklärung nicht erwähnt. Gefordert wurde jedoch ein „unverzügliches, umfassendes Moratorium“ auf alle Angriffe gegen zivile Infrastruktur, einschließlich Öl- und Gas-Anlagen. „Wir rufen alle Staaten auf, das Völkerrecht zu achten und die wesentlichen Grundprinzipien des globalen Wohlstands und der internationalen Sicherheit aufrechtzuerhalten“, so die Erklärung weiter.
Zudem signalisierten sie die Bereitschaft, zum Schutz der Handelsschifffahrt in der Region aktiv zu werden. „Wir bekunden unsere Bereitschaft, einen Beitrag zu geeigneten Anstrengungen zu leisten, um eine sichere Passage der Meerengen zu gewährleisten“, hieß es weiter.
Bessent erwägt Lockerung der Sanktionen gegen iranisches Öl
Angesichts der angespannten Lage auf dem internationalen Ölmarkt hat US-Finanzminister Scott Bessent teilweise Lockerungen von Handelsbeschränkungen für iranisches Öl in Aussicht gestellt. „In den kommenden Tagen werden wir möglicherweise die Sanktionen gegen iranisches Öl aufheben, das sich derzeit auf See befindet“, sagte er dem US-Sender Fox Business. Dabei handele es sich um etwa 140 Millionen Barrel (1 Barrel = 159 Liter).
Bessent zufolge entspricht die schwimmende Ölmenge einem Vorrat von 10 bis 14 Tagen, der ansonsten nach China gegangen wäre. Dabei betonte er, dass iranisches Öl weiterhin aus dem Persischen Golf heraus nach Indien und China exportiert werde. China und Indien sind die wichtigsten Abnehmer des Rohstoffs aus Iran.
Mit der Aufhebung von Sanktionen für bereits im Transport befindliches Öl aus Iran versuchen die USA, die steigenden Preise für den Rohstoff unter Kontrolle zu bekommen. Zuletzt hatten sich Öl und Gas infolge des Iran-Kriegs deutlich verteuert.
Katarische Energiefirma: Reparatur von LNG-Anlagen dauert bis zu fünf Jahre
Die Reparatur der durch iranische Angriffe beschädigten Flüssiggasanlagen in Katar wird nach Angaben von QatarEnergy drei bis fünf Jahre dauern. Betroffen seien Anlagen, die 17 Prozent der Exportkapazität des Unternehmens ausmachten, sagte Konzernchef Saad al-Kaabi der Nachrichtenagentur Reuters. Er habe sich "in seinen kühnsten Träumen" nicht vorstellen können, dass Katar und die Region derart angegriffen würden – "insbesondere von einem brüderlichen muslimischen Land im Monat Ramadan".
Iran: Fast 100 Festnahmen wegen angeblicher Kooperation mit Israel
Iran hat staatlichen Medien zufolge 97 Menschen festgenommen, denen vorgeworfen wird, für Israel zu arbeiten. Sie wurden als „Soldaten Israels“ bezeichnet. Sie seien im Rahmen eines „Sicherheitseinsatzes“ festgenommen worden, bei dem seit Kriegsbeginn Hunderte Menschen wegen angeblicher Verbindungen zu Israel und den USA inhaftiert wurden.
Zudem meldeten die staatlichen Medien unter Berufung auf den Polizeichef der Provinz Albors die Festnahme von 41 weiteren Personen. Diesen wird zur Last gelegt, Videos an oppositionelle Medienkanäle im Ausland geschickt zu haben.
Katar: Große Schäden an Flüssiggasanlage nach Irans Angriff
Katars für den Weltmarkt bedeutende Flüssiggasanlagen sind bei einem iranischen Raketenangriff schwer beschädigt worden. Nach Angaben aus dem Golfstaat wurden am frühen Morgen im Industriegebiet "Ras Laffan" mehrere Flüssiggasanlagen angegriffen, was zu „bedeutenden Bränden und weiteren schweren Schäden“ führte, wie der Betreiber Qatar Energy auf der Plattform X mitteilte.
Auch der Öl- und Gaskonzern Shell bestätigte den Angriff. Die Gasaufbereitungsanlage "Pearl“ sei bei der Attacke getroffen worden, teilte Shell mit. Das auf der Anlage befindliche Personal befinde sich in Sicherheit und sei wohlauf. Infolge des Angriffs brach nach Angaben von Shell ein Brand an dem Standort aus, der inzwischen gelöscht wurde. Die Anlage befinde sich in einem sicheren Zustand. Einer Mitteilung von Qatar-Energy zufolge gab es erhebliche Schäden. Shell betreibt die Anlage zusammen mit dem staatlich-katarischen Konzern.
Gas-to-Liquid ist ein Verfahren zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe. Dabei wird Gas in hochwertige flüssige Produkte umgewandelt. Täglich werden in der Gasaufbereitungsanlage "Pearl" bis zu 1,6 Milliarden Kubikfuß Erdgas in 140 000 Barrel Flüssigprodukte wie Diesel, Kerosin und Basisöle umgewandelt. Die Anlage ist Shell zufolge die größte weltweit. Anfang März hatte der Energiekonzern die Produktion von Flüssiggas (LNG) an dem Standort wegen des Kriegs heruntergefahren.
Katar gehört zu den größten Gasproduzenten der Welt und spielt eine Schlüsselrolle bei der globalen Versorgung mit Flüssiggas, das vor allem in "Ras Laffan" verschifft wird. Katars Produktion und der Transport über die Straße von Hormus sind wegen des Iran-Kriegs allerdings derzeit weitestgehend unterbrochen.
Merz: Wir werden nach Ende des Iran-Kriegs in Golfregion helfen
Bundeskanzler Friedrich Merz hat betont, dass Deutschland nach einem Ende des Iran-Kriegs bereit zur Hilfe in der Golfregion ist. "Ich möchte, dass ein klares Signal von uns ausgeht, dass wir bereit sind zu helfen", sagte Merz vor Beginn des EU-Gipfels in Brüssel. "Aber dafür müssen die Kampfhandlungen eingestellt werden." Er sei dankbar für das Signal von US-Präsident Donald Trump, dass dieser bereit zu einem Ende der Kampfhandlungen sei. Allerdings setze dies ein Einlenken Irans voraus.
„Wir können und werden uns erst dann engagieren, wenn die Waffen schweigen.“
Bundeskanzler Friedrich Merz"Dann allerdings sind wir auch im engen Austausch, nicht nur mit Israel, sondern auch mit den Golfstaaten, die auch auf Deutschland schauen." Man könne viel tun, bis zur Öffnung und einem Schutz der Seewege. "Aber das machen wir nicht in laufenden Kampfhandlungen, sondern das machen wir nur dann, wenn die Kampfhandlungen beendet sind", wiederholte der Kanzler. "Es braucht dann auch ein internationales Mandat, das wir gegenwärtig nicht haben." Deshalb sei man noch viele Schritte von einer aktiven Hilfe entfernt.
Bericht: Trump erwägt, Tausende weitere Soldaten nach Nahost zu schicken
Angesichts der Eskalation erwägt Trump einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge die Entsendung Tausender weiterer US-Soldaten in den Nahen Osten. Diese könnten eingesetzt werden, um die Sicherheit für Öltanker in der Straße von Hormus wiederherzustellen, sagten ein US-Regierungsvertreter und drei weitere mit den Planungen vertraute Personen Reuters. Iran hat die Meerenge, durch die ein Fünftel des weltweiten Ölhandels fließt, blockiert. Bitten Trumps an Verbündete, bei der Öffnung der Straße zu helfen, wurden bislang abgelehnt.
Drohne stürzt über Ölraffinerie in Saudi-Arabien ab
Über der saudischen Ölraffinerie "Samref" ist nach offiziellen Angaben eine Drohne abgestürzt. Der Schaden werde derzeit begutachtet, teilte das Verteidigungsministerium in Saudi-Arabien mit.
Iran hatte nach israelischen Angriffen auf iranische Gasanlagen gedroht, als Vergeltungsmaßnahme Gasfelder und Raffinerien in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Katar anzugreifen. Unter den genannten Zielen war auch die Raffinerie "Samref". Sie ist eine der bedeutendsten im Land.
Am Morgen hatte das saudische Verteidigungsministerium bereits erklärt, mehrere Drohnen unter anderem bei der Hauptstadt Riad und im östlichen Teil des Landes abgefangen zu haben. Auch eine ballistische Rakete, die auf den Hafen von Janbu – nahe der Raffinerie – abgefeuert worden sei, sei abgefangen und zerstört worden.
Gaspreis steigt kräftig – Angriffe auf Gasfelder im Nahen Osten
Der Preis für europäisches Erdgas ist deutlich gestiegen. Die für den Weltmarkt bedeutenden Flüssiggasanlagen Katars sind bei einem iranischen Raketenangriff schwer beschädigt worden.
An der Börse in Amsterdam legte die Notierung für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat am Morgen um 24,5 Prozent auf 67,89 Euro je Megawattstunde (MWh) zu. In der Spitze stieg der Preis bis auf 71,68 Euro. Das war ein Plus von mehr als 30 Prozent. Vor Beginn der Angriffe der USA und Israels auf Iran hatte der TTF-Preis bei lediglich bei 31 Euro gelegen. Er hat sich also seitdem mehr als verdoppelt.
Die Sorgen vor Lieferengpässen werden immer größer. Die erheblichen Einschränkungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus am Persischen Golf beginnen sich vor allem auf Verbraucher in Asien auszuwirken, die auf Lieferungen aus der Golfregion besonders angewiesen sind und zuletzt auch auf dem europäischen Markt verstärkt Gas nachfragen. Jetzt kommen auch Angriffe auf Gasfelder hinzu. Dies könnte die Versorgung mit Erdgas auch längerfristig beeinträchtigen.
Wegen des Preissprungs wird die Wiederbefüllung der deutschen Gasspeicher in diesem Jahr nach Einschätzung von Speicherbetreibern eine große Herausforderung. Nach Einschätzung der Initiative Energien Speichern fehlen dem Markt derzeit jegliche ökonomischen Anreize zur Einspeicherung von Gas in die Speicher.
Kuwait meldet Brände nach Drohnenangriffen auf Ölraffinerien
In Kuwait sind zwei Raffinerieanlagen der staatlichen Ölgesellschaft Ziel von Drohnenangriffen geworden. Wie die staatliche Nachrichtenagentur unter Berufung auf die Kuwait Petroleum Corporation berichtete, wurde eine Betriebseinheit in der Raffinerie "Mina Abdullah" von einer Drohne attackiert. Daraufhin sei ein Brand ausgebrochen.
Zudem wurde eine weitere Betriebseinheit in der Raffinerie "Mina al-Ahmadi" von einem ähnlichen Angriff getroffen. Auch dort kam es nach Angaben des Unternehmens zu einem begrenzten Brand. Beide Anlagen gehören zu den wichtigsten Ölraffinerien des Landes und auch der Golfregion. In beiden Fällen seien umgehend alle erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen worden, hieß es. Verletzte habe es nicht gegeben.
Neue Angriffe auf Schiffe in Katar und Oman
Vor der Küste von Katar und im Golf von Oman ist jeweils ein Schiff von einem unbekannten Geschoss getroffen worden. Nach dem Angriff im Persischen Golf rund acht Kilometer vor dem wichtigen katarischen Gashafen Ras Laffan seien alle Besatzungsmitglieder wohlauf und in Sicherheit, teilte die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) mit.
Bei dem Vorfall südlich des Eingangs zur Straße von Hormus im Golf von Oman brach infolge des Beschusses an Bord ein Feuer aus, wie UKMTO mitteilte. Der Angriff ereignete sich demnach etwa 20 Kilometer vor der Küste der Stadt Khor Fakkan in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Weitere Einzelheiten zu den beiden Vorfällen waren zunächst nicht bekannt.
Katar weist Irans Militärattaché aus
Der Golfstaat Katar hat die Militär- und Sicherheitsattachés der iranischen Botschaft und deren Mitarbeiter zu unerwünschten Personen erklärt und des Landes verwiesen. Sie seien aufgefordert, Katar innerhalb von 24 Stunden zu verlassen, teilte das Außenministerium mit. Es verwies auf wiederholte „Aggressionen“ Irans gegen Katar.
Im Zuge der amerikanisch-israelischen Angriffe auf Iran attackieren die iranischen Streitkräfte immer wieder Katar und andere mit den USA verbündete Staaten am Persischen Golf mit Raketen und Drohnen. Die Regierung in Doha bezeichnet Irans Angriffe als Verstoß gegen das Völkerrecht.
Das Außenministerium in Doha warnte in seiner auf der Plattform X veröffentlichten Mitteilung, dass andauernde Feindseligkeiten seitens Irans mit „weiteren Maßnahmen zum Schutz der Souveränität, der Sicherheit und der nationalen Interessen des Landes“ beantwortet würden. Zuvor hatte Iran Gasanlagen in Katar angegriffen.
Israels Armee greift erstmals Ziele im Norden Irans an
Erstmals seit Kriegsbeginn hat Israels Luftwaffe Armeeangaben zufolge Ziele im Norden Irans angegriffen. Das Militär habe begonnen, dort Ziele ins Visier zu nehmen, teilte die Armee am Abend mit. Laut früheren Angaben stehen bei den Angriffen vor allem Ziele der iranischen Führung im Fokus.
Israelische Medien hatten zuvor berichtet, Israels Luftwaffe habe erstmals Schiffe der iranischen Marine im Kaspischen Meer, das an den Norden des Landes grenzt, angegriffen. Die Armee bestätigte das nicht explizit, erklärte aber, dass sie sich bei ihren aktuellen Angriffen auch auf Geheimdienstinformationen der Marine stütze. Weitere Einzelheiten nannte sie zunächst nicht.











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