Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Wadephul besucht überraschend Israel
Bundeswehr-Camp in Jordanien getroffen - keine Verletzten
Hisbollah in Libanon und Israel beschießen sich weiter
Dax auf Erholungskurs: plus 2,4 Prozent
Wadephul skeptisch zu raschem Ende des Iran-Kriegs
Trump droht Iran wegen möglicher Minen in der Straße von Hormus – Spezialschiffe angeblich zerstört
US-Präsident Donald Trump fordert Iran auf, keine Minen in der Straße von Hormus zu platzieren. Die USA hätten zwar keine Berichte, wonach Iran dies getan habe, erklärt Trump in seinem Online-Dienst Truth Social. Sollte Iran aber dennoch "aus irgendeinem Grund" Minen in der Meerenge ausgelegt haben, so müsse er diese sofort entfernen. Sollte dies nicht unverzüglich geschehen, "wird dies für Iran militärische Konsequenzen in einem bisher nie dagewesenen Ausmaß haben". Sollten die Iraner hingegen "entfernen, was womöglich platziert wurde", wäre das "ein großer Schritt in die richtige Richtung".
Wenig später setzte Trump einen weiteren Post ab. In dem sagte er, die USA hätten in den vergangenen Stunden zehn inaktive Minenlegerboote und/oder -schiffe", zerstört, mehr würden folgen. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben nicht.
Netanjahu widerspricht Trump: kein nahes Kriegsende
Zwischen US-Präsident Donald Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu zeichnen sich unterschiedliche Positionen zum Krieg gegen Iran ab. Während Trump ein Ende des Iran-Kriegs in greifbarer Nähe sieht, betont Netanjahu, Israel sei mit seinen Angriffen auf die iranische Führung "noch nicht fertig".
"Unser Ziel ist es, das iranische Volk dazu zu bringen, das Joch der Tyrannei abzuwerfen", schrieb Netanjahu laut tagesschau.de in einer Mitteilung. Es bestehe kein Zweifel, "dass wir ihnen mit den bisherigen Maßnahmen die Knochen brechen – und wir sind noch nicht fertig." In Washington wurde das als Zeichen für wachsende Meinungsverschiedenheiten zwischen den USA und Israel über die Kriegsstrategie und die Dauer des Konflikts gelesen.
Der israelische Außenminister Gideon Saar lässt offen, wann seine Regierung die Angriffe auf Iran einstellen wird. Man werde sich zu gegebener Zeit mit den US-Partnern absprechen, sagt er nach einem Treffen mit dem deutschen Außenminister Johann Wadephul. Ziel sei es, langfristig die Risiken zu beseitigen, die von Iran ausgehen. Mit der neuen iranischen Führung sei dies wenig wahrscheinlich.
Weißes Haus kündigt Bericht zu Angriff auf Mädchenschule in Iran an
Die Ergebnisse von US-Untersuchungen zu einem tödlichen Angriff auf eine Mädchenschule in Iran sollen veröffentlicht werden. Regierungssprecherin Karoline Leavitt sagte auf die Frage von Journalisten, ob der Bericht zugänglich gemacht werde: „Das Kriegsministerium wird das tun.“ Die Ermittlungen dauerten an. Einen genauen Zeitpunkt der Veröffentlichung nannte sie nicht.
Am ersten Kriegstag Ende Februar waren in Minab im Süden des Landes nach iranischen Angaben rund 170 Schülerinnen getötet worden. US-Präsident Donald Trump hatte die Schuld dafür bei Iran gesehen. Investigativjournalisten haben allerdings Zweifel an der Behauptung, der Iran selbst sei für die Bombardierung verantwortlich.
Sie stützen sich auf Videomaterial, in dem ein US-Tomahawk-Marschflugkörper zu sehen sein soll. „Das US-Militär ist die einzige an dem Konflikt beteiligte Streitkraft, die Tomahawks einsetzt“, schrieb die New York Times. Trump sagte am Montag, die USA hätten Tomahawks auch an andere Länder verkauft, ohne konkreter zu werden.
Lesen Sie dazu auch:
Satellitenstation in Israel von Hisbollah-Rakete getroffen
Nach israelischen Medienberichten hat eine aus dem Libanon abgefeuerte Rakete eine Satellitenstation tief im Inneren Israels getroffen. Der TV-Sender N12 veröffentlichte ein Video, das den Moment des Einschlags bei dem Angriff am Montag zeigt. Den Berichten zufolge wurde eine Station des europäischen Satellitenbetreibers SES in Emek Haela in der Nähe der Stadt Beit Schemesch westlich von Jerusalem getroffen.
Die libanesische Hisbollah-Miliz hatte den Angriff am Montag für sich reklamiert. Die Satellitenstation gehöre zu einer Cyber-Abteilung der Armee, teilte die proiranische Gruppierung mit. Laut israelischen Medien handelt es sich dagegen um eine zivile, kommerzielle Einrichtung. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Die Satellitenstation liegt gut 160 Kilometer Luftlinie von der libanesischen Grenze entfernt. Dies wäre ein zielgenauer Treffer, der ungewöhnlich tief im Inneren Israels liegt.
Israels Präsident verteidigt Angriffe auf iranische Ölfelder
Israels Staatspräsident Isaac Herzog verteidigt die umstrittenen Angriffe auf Öldepots in der iranischen Hauptstadt Teheran. Es handele sich um Öl, das vom Militär gelagert werde und um Öl, das die iranische Regierung nutze, um damit auch seine Terror-Operationen zu finanzieren, sagte Herzog der Bild. „Es wird der Kriegsmaschinerie entzogen, weil sie es zur Finanzierung und, sagen wir, zum Schmieren ihrer eigenen Kriegsmaschinerie verwenden.“
Am Wochenende hatte Israels Luftwaffe Öldepots in Teheran bombardiert und in Flammen gesetzt. Experten hatten vor massiven auch langfristigen Umweltschäden gewarnt. Die Weltgesundheitsorganisation warnte vor der Gefahr der Kontamination von Lebensmitteln, Wasser und Luft.
"Axios": USA fordern Israel zum Stopp von Angriffen auf Energieanlagen auf
Die US-Regierung hat Israel einem Medienbericht zufolge aufgefordert, Angriffe auf Irans Energieinfrastruktur einzustellen. Das Gesuch sei auf hoher politischer Ebene und an Israels Generalstabschef Ejal Samir übermittelt worden, meldet das Portal Axios unter Berufung auf Insider. Die US-Regierung habe ihr Anliegen unter anderem damit begründet, dass man nach dem Krieg mit dem iranischen Ölsektor zusammenarbeiten wolle. Zudem bestehe die Sorge, dass derartige Angriffe der iranischen Bevölkerung schadeten und massive Vergeltungsschläge gegen die Energieinfrastruktur in den Golfstaaten auslösen könnten.
Stellungnahmen des Weißen Hauses, des US-Außenministeriums sowie der israelischen Botschaft in Washington liegen zunächst nicht vor.
Pentagon: Bislang etwa 140 Verwundete unter US-Truppen
Bis zu 150 Mitglieder der US-Truppen sind Insidern zufolge bislang im Krieg gegen Iran verwundet worden. Die gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters genannte Zahl ist weitaus höher als die vom Pentagon offiziell verbreitete, wonach bisher acht US-Truppenangehörige schwer verletzt wurden. Kurz nach Veröffentlichung des Reuters-Berichts bestätigt das Pentagon die Angaben und erklärt, etwa 140 Militärangehörige seien innerhalb von zehn Tagen verwundet worden. Die meisten Verletzungen seien geringfügig gewesen. 108 Truppenangehörige leisteten bereits wieder ihren Dienst.
Ausländer unter Verdacht: Iran spricht von Spionage für USA und Israel - Spionage
Irans Geheimdienst hat nach eigenen Angaben einen ausländischen Staatsbürger wegen Spionageverdachts festgenommen. Laut der Nachrichtenagentur Tasnim, die den Revolutionsgarden nahe steht, soll der Mann für Israel und die USA tätig gewesen sein. Die Behörden nannten weder Identität noch Nationalität.
Nach Angaben des Informationsministeriums wurde der Mann in den vergangenen Tagen gemeinsam mit weiteren mutmaßlichen Agenten festgenommen. Insgesamt sollen rund 30 Personen unter Spionageverdacht stehen. Der festgenommene Ausländer soll im Auftrag von zwei Golfstaaten militärische Informationen aus dem Iran weitergegeben haben. In Iran kann wegen Spionage die Todesstrafe verhängt werden.
Schifffahrtsdaten: Tanker mit iranischem Öl durchquerte Hormus
Ein Supertanker mit zwei Millionen Barrel iranischem Öl an Bord hat Schifffahrtsdaten zufolge die Straße von Hormus durchquert. Auswertungen von Lloyd's List Intelligence und Kpler zeigen, dass das unter der Flagge Guyanas fahrende Schiff Cuma am 9. März die Meerenge mit Ziel China passierte. Der Tanker steht auf einer US-Sanktionsliste. Mindestens fünf weitere Schiffe haben seit dem 28. Februar, also dem Beginn des Kriegs gegen den Iran, Öl in Richtung Asien transportiert.
Wadephul besucht überraschend Israel
Eineinhalb Wochen nach Beginn des Iran-Krieges ist Außenminister Johann Wadephul zu einem Solidaritätsbesuch nach Israel gereist. In Jerusalem kam der CDU-Politiker zu Gesprächen mit seinem Amtskollegen Gideon Saar zusammen. Der Besuch war aus Sicherheitsgründen bis zu dem Treffen geheim gehalten worden.
„Niemand kann ein Interesse an Chaos oder Bürgerkrieg oder dem Zerfall Irans haben“, sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit Saar in Jerusalem. „Die Auswirkungen wären erheblich und würden wir auch in Europa zu spüren bekommen“, fügte er hinzu. „Wir brauchen eine regionale Friedensordnung, die die Sicherheit der Staaten und Menschen in der Region, insbesondere der Seewege, die wichtige Handelswege sind, gewährleistet“, forderte Wadephul.
Mit Blick auf die israelischen Angriffe gegen die islamistische Hisbollah-Miliz im Libanon sagte Wadephul, er habe Saar gebeten, mit der libanesischen Regierung im Kampf gegen die Hisbollah zusammenzuarbeiten und die zivile Infrastruktur im Libanon beim Kampf gegen die Hisbollah zu schützen.
Wadephul ist der erste europäische Außenminister, der das Land seit Kriegsbeginn besucht. Wegen der erhöhten Gefährdungslage angesichts der andauernden Angriffe Irans und der libanesischen Hisbollah-Miliz auf Israel reiste der Minister nicht wie sonst üblich mit einem Airbus der Flugbereitschaft an, sondern mit einem Militär-Transportflugzeug der Bundeswehr.
Zu Beginn seines Besuches in Israel informierte sich Wadephul in der Stadt Bet Schemesch westlich von Jerusalem über Zerstörungen durch einen verheerenden iranischen Raketenangriff. Dabei wurde er von Saar begleitet. Bei dem Raketeneinschlag in der Nähe der Bahnstrecke von Tel Aviv nach Jerusalem wurden am 1. März neun Menschen getötet und rund 50 weitere verletzt. Der Angriff gilt als der mit der höchsten Opferzahl in Israel seit Beginn des Iran-Krieges. In Israel gab es bislang 13 Tote im Zuge der Raketenangriffe.
Israels Druck auf Dörfer in Südlibanon nimmt zu
Nach dem Tod eines christlichen Geistlichen durch israelischen Artilleriebeschuss sind weitere Zivilisten im Südlibanon vertrieben worden. Wie die libanesische Zeitung L'Orient - Le Jour meldete, hielten Soldaten der UN-Mission Uinfil die Bewohner der Ortschaft Alma al-Shaab am Dienstag dazu an, ihr Dorf zu verlassen und nach Norden zu ziehen. Vorsteher anderer christlicher Orte hätten Aufforderungen des israelischen Militärs erhalten, aufgenommene schiitische Flüchtlinge fortzuschicken.
Die Zeitung zitiert den Ortsvorsteher der Kleinstadt Rmeich nahe der israelischen Grenze, der von Israel vor einem Angriff gewarnt worden sei für den Fall, dass er Vertriebene beherberge, die „in Kontakt mit der Hisbollah“ stünden. Ein anderer Ortsvorstand habe einen ähnlichen Anruf erhalten. Laut einer nicht namentlich genannten Quelle wurden nur schiitische Flüchtlinge zum Verlassen der Gegend aufgefordert, nicht aber vertriebene Christen.
Raketenalarm in Israel: Wadephul muss vom Flugzeug in den Bunker
Kurz vor dem Abflug von Außenminister Johann Wadephul (CDU) von seinem überraschenden Kurzbesuch in Israel ist es in dem Land erneut zu Raketenalarm gekommen. Während das Militär-Transportflugzeug der Bundeswehr am internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv stand, gab es eine Vorwarnung vor einem Raketenangriff aus Iran.
Wadephul und begleitende Personen mussten daraufhin das Flugzeug wieder verlassen und sich im Laufschritt in Richtung eines Schutzbunkers begeben. Kurz darauf kam die Entwarnung. Beim Wiedereinsteigen sagte Wadephul: „Alles wohlauf hier!“ Er zeigte mit dem Daumen nach oben.
Wadephul stellte sich bei seinem Krisenbesuch hinter Israel, warnte zugleich aber vor Chaos und einem Auseinanderfallen Irans. „Niemand kann ein Interesse an Chaos oder Bürgerkrieg oder dem Zerfall Irans haben“, sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seinem Amtskollegen Gideon Saar in Jerusalem. „Die Auswirkungen wären erheblich und würden wir auch in Europa zu spüren bekommen“, fügte er hinzu. „Wir brauchen eine regionale Friedensordnung, die die Sicherheit der Staaten und Menschen in der Region, insbesondere der Seewege, die wichtige Handelswege sind, gewährleistet“, forderte Wadephul.
Iran meldet schwere Luftangriffe
Iran meldet schwere Luftangriffe auf mehrere Ziele im Land. Nach Angaben des Roten Halbmondes wurden allein im Osten der Hauptstadt Teheran 40 Menschen getötet. Staatsmedien berichteten über Angriffe auf Wohngebiete im Norden, Westen und Osten Teherans und im Vorort Merschahr.
Weitere Ziele waren demnach das Hafenareal Haghani in Bandar Abbas im Süden und eine Polizeiwache in Isfahan in Zentraliran. Getroffen worden sein soll auch der zum Weltkulturerbe gehörende Tschehel-Sotun-Palast in Isfahan. Die Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.
Augenzeugen in Teheran berichten, dass die Kampfflugzeuge der USA und Israels inzwischen deutlich tiefer fliegen. Sie werten das als Hinweis darauf, dass die iranische Luftabwehr geschwächt ist. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte zuvor besonders harte Angriffe angekündigt.
Roter Halbmond: Rund 16 000 Wohnungen in Iran beschädigt
Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen in Iran sind nach Angaben des Roten Halbmonds rund 16 000 Wohnungen zerstört oder beschädigt worden. Daneben seien mehr als 3300 Geschäftseinheiten beschädigt worden, teilte die iranische Rothalbmondgesellschaft auf Telegram mit.
Mehr als 60 Prozent aller Schäden konzentrierten sich dem Bericht zufolge auf nur fünf Provinzen, darunter die Hauptstadt Teheran. Schäden an zivilen Gebäuden meldete die Hilfsorganisation in 20 der 31 Provinzen. Auch 13 ihrer eigenen Stützpunkte wurden demnach durch den Krieg in Mitleidenschaft gezogen. Außerdem seien landesweit 29 Schulen beschädigt worden.
Wo wird Iran angegriffen, welche Ziele in der Region beschießt das Land seinerseits mit Raketen und Drohnen? Ein Überblick über die Eskalation in Nahost:











English (US) ·