Die Lage in Myanmar bleibt nach dem verheerenden Erdbeben vor knapp einer Woche unübersichtlich. Die herrschende Militärjunta spricht inzwischen von mindestens 3085 Todesopfern. 4715 Menschen seien zudem verletzt worden, 341 würden vermisst.
Diese Zahlen könnten jedoch weiter steigen. Nicht nur, dass die Wetterbedingungen mit anhaltend extremer Hitze und heftigen Regenfällen laut internationalen Hilfsorganisationen zu Krankheitsausbrüchen unter den Überlebenden führen könnten. Lokale Medien berichten von deutlich höheren Opferzahlen; vielerorts sind Menschen schwer zu erreichen, zusätzlich ist das Telefonnetz großflächig zusammengebrochen.
Das Erdbeben traf die ohnehin gebeutelte Bevölkerung des Landes hart, es herrscht ein Bürgerkrieg. Ab Mittwoch soll bis zum 22. April eine Waffenruhe gelten. Dadurch solle der Wiederaufbau beschleunigt werden, hieß es am Dienstag von der Militärjunta.
Die Weltgesundheitsorganisation warnte vor einem steigenden Risiko von Cholera und anderen Krankheiten in den am schlimmsten betroffenen Gebieten wie Mandalay, Sagaing und der Hauptstadt Naypyidaw. »Cholera bleibt für uns alle ein besonderes Problem«, sagte Elena Vuolo, stellvertretende Leiterin des Büros in Myanmar.
Das Risiko werde dadurch verschärft, dass in den Erdbebengebieten rund die Hälfte der Gesundheitseinrichtungen beschädigt worden seien, darunter auch die durch das Erdbeben zerstörten Krankenhäuser in Mandalay und Naypyidaw. Zu den Krankheiten, die durch anhaltende Krisen wie in Myanmar entstehen könnten, gehörten Hautkrankheiten, Malaria und Dengue-Fieber, sagte sie.
Die Militärjunta regiert das frühere Birma seit einem Putsch 2021 mit brutaler Härte. Die Generäle sind in dem Vielvölkerstaat im Krieg mit der eigenen Bevölkerung und flogen den Berichten zufolge auch nach dem Erdbeben vor sechs Tagen weiter Luftangriffe auf Widerstandsgruppen, bei denen Dutzende starben.