ÖPNV-Vergleich in 25 Großstädten München hat die günstigste Monatskarte – immer noch teurer als das Deutschlandticket
Tickets für den Nahverkehr haben sich laut ADAC in fünf Jahren um ein gutes Viertel verteuert. Manche Tarife wirken im Vergleich zu Alternativen kurios, aber nicht immer stimmt das Klischee vom teuren Pflaster.
17.03.2026, 11.56 Uhr
U-Bahn in München
Foto: Sven Hoppe / dpaIn deutschen Großstädten können Monatstickets im Vergleich zum Deutschlandticket oftmals nicht mithalten – zumindest, wenn es um den Preis geht. Das ist das Ergebnis eines ADAC-Vergleichs, bei dem die Tarife für Bus und Bahn in 25 Großstädten untersucht wurden.
Das Deutschlandticket, das bundesweit im Nah- und Regionalverkehr gültig ist, kostet aktuell monatlich 63 Euro. Monatstickets dagegen kosten im Durchschnitt in den untersuchten Großstädten 103,33 Euro. Die Preise bewegen sich zwischen 71,40 Euro in München und 140,50 Euro im Verkehrsverbund Rhein-Sieg mit Köln und Bonn. Als Geltungsbereich wurde jeweils das Stadtgebiet ohne Vororte gewählt.
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Foto: Christoph Hardt / Panama Pictures / IMAGODabei fällt die bayerische Landeshauptstadt nicht nur preislich, sondern auch leistungsmäßig positiv auf, heißt es beim ADAC: Das Monatsticket für das Münchner Stadtgebiet ist übertragbar und es können mehrere Kinder bis 14 Jahre mitgenommen werden. »Wer also regelmäßig mit der Familie unterwegs ist bzw. das Ticket gelegentlich auf den Partner oder andere Personen übertragen will, fährt damit womöglich günstiger«, so das Fazit. Teilweise gibt es günstigere als die von dem Club genannten Preise, wenn man das Ticket per Smartphone-App bestellt oder in einem regelmäßigen Abo – das dann jedoch oftmals nicht monatlich kündbar ist.
Grundsätzlich hänge es stark von der individuellen Nutzung ab, ob sich ein Deutschlandticket lohnt, schreibt der ADAC. Zwar überzeuge das Deutschlandticket preislich. Wer jedoch Wert darauf legt, sein Ticket gelegentlich auf andere Personen zu übertragen oder Erwachsene, Kinder, Fahrräder oder Hunde mitzunehmen, könne in manchen Städten mit einem klassischen Monatsticket besser fahren. Mancherorts wie in Hamburg sei das lokale Monatsangebot unter Verweis auf das konkurrierende bundesweite Angebot günstiger geworden.
Einzelticket in Erfurt am günstigsten
Insgesamt stiegen die Preise der Verkehrsverbünde jedoch seit einem früheren Vergleich des ADAC von 2021 über alle Ticketarten hinweg um durchschnittlich 27 Prozent – etwas mehr als die allgemeine Inflation von 22 Prozent über diese fünf Jahre hinweg. Das Deutschlandticket wurde erst im Mai 2023 für 49 Euro im Monat eingeführt und seitdem in zwei Schritten auf nun 63 Euro verteuert – plus 28,6 Prozent. Etwa 14,7 Millionen Menschen nutzten das bundesweite Abo Ende 2025. Aus früheren Angaben des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen geht hervor, dass darüber hinaus einige Millionen Kundinnen und Kunden weiter die lokalen Abos und Zeitkarten besitzen.
Einzeltickets rechnen sich eher für Menschen, die nur gelegentlich Bus und Bahn fahren – und dann ist oft ein Tagesfahrschein die bessere Wahl. Die Preise für eine einfache Fahrt reichen laut ADAC von 2,90 Euro in Erfurt bis 4,20 Euro in Augsburg und München.
Der Preis für ein Tagesticket beträgt dem Vergleich zufolge im Schnitt 8,44 Euro. Am teuersten fährt man demnach in Berlin mit 11,20 Euro. Am billigsten ist ein Tagesticket in Bielefeld mit 6,70 Euro.
Wochentickets, die es mittlerweile nur noch in 15 der 25 untersuchten Städte gibt, liegen bei einem Durchschnittspreis von 32,46 Euro. Im Vergleich zum Deutschlandticket lohne sich das Wochenticket daher nur in manchen Fällen – etwa für Touristen – und sei in vielen Kommunen ein Auslaufmodell, so der ADAC.

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