Erstmals seit der Ernennung zum iranischen Oberhaupt hat sich Modschtaba Chamenei zu Wort gemeldet. Er fordert Rache für die Kriegsopfer und kündigt weitere Angriffe an.
12. März 2026, 15:00 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, AP, dpa, Reuters, mga
Der neue oberste Führer des Iran, Modschtaba Chamenei, hat sich dafür ausgesprochen, die Straße von Hormus geschlossen zu halten und als Druckmittel im Krieg gegen die USA und Israel zu nutzen. Im iranischen Staatsfernsehen wurde eine Stellungnahme Chameneis verlesen. Es ist dessen erste Wortmeldung seit seiner Ernennung zum neuen geistlichen und politischen Oberhaupt des Iran am vergangenen Sonntag.
"Der Hebel der Schließung der Straße von Hormus" müsse genutzt werden, sagte Chamenei laut dem Transkript. Die für die Schifffahrt uns insbesondere den Export von Öl wichtige Meerenge ist seit Beginn des Irankriegs kaum noch passierbar.
Weiter sagte das neue iranische Oberhaupt, der Iran werde von seinen Feinden Entschädigung verlangen. Sollte sich der Feind weigern, werde ihm Eigentum genommen; sollte dies nicht möglich sein, werde sein Eigentum zerstört.
Chamenei erwägt weitere Angriffe auf Golfstaaten
In der Stellungnahme forderte Chamenei Rache für die im Krieg Getöteten. Er betonte die Notwendigkeit von Vergeltung für die "Märtyrer" des Kriegs, insbesondere für die mutmaßlich durch einen US-amerikanischen Luftangriff getöteten Schülerinnen. "Besonders empfindlich sind wir gegenüber dem Blut unserer Kinder", hieß es in der Rede.
Von den benachbarten Staaten am Persischen Golf verlangte Chamenei, die dortigen US-Stützpunkte müssten geschlossen werden. Er sprach von warmen und konstruktiven Beziehungen zu den arabischen Nachbarn, deren Staaten jedoch für den Krieg gegen den Iran genutzt würden. Falls es nötig sein sollte, werde der Iran die Angriffe auf die Golfstaaten "unweigerlich fortsetzen". Diese müssten ihre Haltung bezüglich der USA klären, sagte Chamenei. Zudem behauptete er, die iranischen Streitkräfte hätten dort lediglich US-Ziele angegriffen.
Nachfolger seines getöteten Vaters
Den Iran rief Chamenei zum Zusammenhalt und zur gemeinsamen Verteidigung auf. Die Bevölkerung solle am sogenannten Al-Kuds-Tag teilnehmen. Der Al-Kuds-Tag ist ein schiitischer Gedenktag und findet jährlich am letzten Freitag des Fastenmonats Ramadan statt – in diesem Jahr ist dies der Freitag dieser Woche. Das iranische Regime nutzt den Tag für Propagandaveranstaltungen. Üblicherweise gibt es Massendemonstrationen, mit denen die Solidarität mit den Palästinensern ausgedrückt werden soll.
Seit seiner Ernennung zum obersten Führer im Iran am Sonntag hat sich Chamenei nicht öffentlich gezeigt. Auch zuvor mied der Sohn des zu Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe getöteten Staatsoberhaupts Ajatollah Ali Chamenei jahrelang die Öffentlichkeit. Die Bombardements im Teheran zu Beginn des Krieges überlegte Modschtaba Chamenei, verlor dabei jedoch auch seine Ehefrau, Mutter und einen Schwager. Das iranische Staatsfernsehen bezeichnete ihn als "Kriegsversehrten", nannte aber keine Details zu seinem Gesundheitszustand. Zuvor hieß es, er sei leicht verletzt worden.
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