Mittwoch: Autokonzerne büßen für Recycling-Kartell, TikTok verzichtet auf Notes

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15 Jahre lang haben die großen Autohersteller ein europäisches Recycling-Kartell gebildet. Ein deutscher Konzern erspart sich als Kronzeuge die Strafe, denn Mercedes hat das Kartell zur Anzeige gebracht. Per Absprachen wollten die Autokonzerne ihre Kosten für das Recycling von Altfahrzeugen reduzieren. Derweil naht das Ende für TikTok Notes. Die Fotos-App sollte TikTok-Videos ergänzen und Instagram-Nutzer locken. Doch im Mai stellt der chinesische Betreiber diese App ein und verweist alternativ auf Lemon8. Das ist eine weitere Fotos-App des TikTok-Erfinders Bytedance, die ebenfalls als Instagram-Konkurrent angesehen wird. In Frankreich darf die Regierung unter "außergewöhnlichen Umständen" Soziale Netze komplett sperren. Gesetz braucht es dafür keines. Das hat das oberste Verwaltungsgericht des Landes entschieden, nachdem Bürgerrechtler gegen eine TikTok-Sperre in einer Kolonie geplagt hatten. Immerhin gibt es besondere Voraussetzungen für eine solche Zensur – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

Ein großes Kartell rund um Recycling von Kraftfahrzeugen gab es von 2002 bis 2017 im Europäischen Wirtschaftsraum. Teilnehmer waren die 16 größten Autohersteller. Ihre Geständnisse bringen ihnen mindestens zehn Prozent Rabatt bei der am Dienstag verhängten EU-Strafe und 20 Prozent im Vereinigten Königreich (UK) ein. Während beispielsweise Volkswagen damit immer noch rund 128 Millionen Euro (EU) plus rund 18 Millionen Euro (UK) bezahlen muss, geht Mercedes-Benz straffrei. Denn Kartellmitglied Mercedes hat das Kartell 2019 zur Anzeige gebracht. In Summe belaufen sich die auferlegten Zahlungen, nach Rabatten, auf rund 550 Millionen Euro: Autohersteller in der EU und UK wegen Recycling-Kartell bestraft.

TikTok wird die dazugehörende Fotos-App "TikTok Notes" am 8. Mai 2025 einstellen. Das schreibt der chinesische Betreiber in einer Notiz an seine Nutzer. Die Social-Media-App wurde erst im April 2024 eingeführt, zunächst testweise in Kanada, Australien und Vietnam. TikTok Notes war ein Angriff auf Instagram, die immens populäre Fotos-App von Meta Platforms. Der Fokus bei TikTok selbst liegt auf Videos, obwohl auch dort Fotos und Bilder geteilt werden können. Das wollte Bytedance mit den TikTok Notes offenbar separieren, wobei die beiden Apps trotzdem miteinander verzahnt waren. Doch dieser Plan ist offenbar nicht aufgegangen. Der Konzern hat mit Lemon8 schon länger eine Alternative: Instagram-Konkurrent TikTok Notes wird nach nur einem Jahr bereits eingestellt.

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TikTok war der Anlass für ein Urteil, nach dem Frankreichs Premierminister auch jenseits gesetzlicher Grundlagen die Komplettsperre Sozialer Netze verfügen darf, wenn "außergewöhnliche Umstände" vorliegen. Das sagt das oberste Verwaltungsgericht des Landes, der Conseil d'État, in einer aktuellen Entscheidung. Demnach darf der Premierminister demnach Netzbetreiber unter besonderen Voraussetzungen zur Komplettsperre zwingen, wobei die Sperre allerdings befristet sein muss. Geklagt hatten Bürgerechtler und von der im Mai verhängten TikTok-Sperre in der Kolonie Neukaledonien betroffene Personen. Dabei gibt es keine gesetzliche Grundlage für eine Zensur dieser Art: Frankreichs Regierung darf ohne Gesetz Soziale Netze sperren.

Der erdnahe Asteroid 2024 YR4 hat einen Durchmesser von etwa 60 Metern und könnte bei seiner übernächsten Annäherung an die Erde im Jahr 2032 auf dem Mond einschlagen. Das haben die ersten Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop James Webb ergeben. Ein Einschlag auf der Erde ist zwar ausgeschlossen, anders sieht die Sache dagegen beim Mond aus. Die Wahrscheinlichkeit für einen Einschlag auf dem Mond am 22. Dezember 2032 ist laut dem von der NASA koordinierten Internationalen Asteroidenwarnnetzwerk größer als Null. Berichten zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit für einen Einschlag auf dem Erdtrabanten aktuell bei etwa zwei Prozent. Astronomen würden den Einschlag gern beobachten und "drücken die Daumen": Asteroid 2024 YR₄ könnte noch immer den Mond treffen.

Die Angabe der Eigentümer von US-Luftfahrzeugen im öffentlichen Register ist laut US-Luftfahrtbehörde FAA (Federal Aviation Administration) ab sofort optional. Eigentümer können beantragen, dass ihr Name nicht mehr öffentlich aufscheint. Zudem überlegt die Behörde, die Information grundsätzlich geheim zu halten. Die Umstellung erfüllt einen lang gehegten Wunsch prominenter Milliardäre, darunter Elon Musk. Der Mann erachtet sich zwar als "Free Speech Absolutist", möchte dann aber doch nicht, dass öffentlich über die Flugbewegungen seines Jets berichtet wird. Deshalb hat Musk einschlägige Konten auf seiner Mikroblogging-Webseite bereits gesperrt und auch bei Metas Plattformen werden Konten zu Privatflügen von Promis unterbunden: USA stärken Datenschutz für Privatjets.

Auch noch wichtig:

(fds)

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