Mit einem kurzen Moment der Lockerheit hat Wolfgang Ischinger die 62. Münchner Sicherheitskonferenz eröffnet. Als der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz im Bayerischen Hof auf die Bühne trat, trug er zunächst eine Sonnenbrille – ein Verweis auf Emmanuel Macrons Auftritt im Januar beim Weltwirtschaftsforum Davos, wo der französische Präsident wegen einer Augenentzündung eine Sonnenbrille tragen musste.
Der Auftritt löste einen regelrechten Hype aus, die Bilder wurden zigtausendfach geteilt, die Brille war schnell ausverkauft. Und auch US-Präsident Donald Trump nahm darauf Bezug: „Ich habe ihn gestern mit dieser schönen Sonnenbrille gesehen. Was zum Teufel ist passiert?“, meinte der US-Präsident in seiner Rede in Davos zu Macrons Auftritt am Vortag. In Frankreich scherzte so mancher, Macron habe wie Tom Cruise daherkommen wollen, der im Film „Top Gun“ eine ähnliche Brille getragen habe.
Mit dem Scherz wollte Ischinger offenbar die Stimmung zu Beginn etwas auflockern, bevor er, wie er selbst sagte, „sehr viel ernster“ wurde. Dieser Stimmungswechsel setzte den Ton für den weiteren Verlauf der Eröffnung, den Bundeskanzler Friedrich Merz in seiner Rede aufnahm.

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Ischingers Einstieg mit der Sonnenbrille markierte damit einen kurzen Moment der Leichtigkeit, bevor sich die Konferenz ihren zentralen Themen widmet: dem Krieg in der Ukraine, dem transatlantischen Verhältnis, den Herausforderungen für Europas Sicherheit und der Frage, wie die internationale Ordnung unter wachsendem Druck stabilisiert werden kann.
„Diese Konferenz findet statt in einer Zeit, in der die Sorgen um die globale Sicherheit oder vielmehr ihre Unsicherheit immer weiter anwachsen“, sagte Ischinger. In der mehr als 60-jährigen Geschichte der MSC habe es „noch nie so viele fundamentale Herausforderungen und auch sehr blutige Kriege in Europa, um Europa und auch auf der ganzen Welt“ gegeben.
Die transatlantischen Beziehungen stünden „an einem Scheidepunkt“, sagte der MSC-Vorsitzende. Es sei daher gut, dass eine große US-Delegation, darunter Dutzende Mitglieder des US-Kongresses, nach München gereist seien. „Die transatlantische Partnerschaft braucht ein stärkeres Europa“, sagte Ischinger. Europa könne nur bestehen, „wenn die europäischen Nationen zusammenhalten, und zwar stärker als in der Vergangenheit“.
Die Sicherheitskonferenz findet in einer Zeit wachsender globaler Unsicherheit statt. Mehr als tausend Teilnehmende aus über 120 Staaten sind angereist, darunter zahlreiche Staats- und Regierungschefs sowie Außen- und Verteidigungsminister.
München ist während des Treffens streng abgesichert: Rund 5000 Polizisten aus Deutschland und mehreren Nachbarländern sind im Einsatz. Parallel dazu wurden 21 Demonstrationen und Kundgebungen rund um die Konferenz angekündigt – unter anderem Proteste gegen die Diktatur im Iran. (bef/mit dpa)

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