Microsoft verspricht weniger KI-Nerverei und stressfreie Updates für Windows 11

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In einem recht detaillierten Blog-Post hat Microsofts Windows-Chef, Pavan Davuluri, umfangreiche Änderungen an vielen Funktionen von Windows 11 angekündigt. Ohne das ausdrücklich zu sagen, steckt darin die schon absehbare Abkehr von „KI überall“. Zudem sollen einige Funktionen, über die sich Nutzer immer wieder beschwerten, weniger aufdringlich gestaltet werden.

In dem mit „Unser Bekenntnis zu Windows-Qualität“ überschriebenen Post wendet sich Davuluri ausdrücklich an Teilnehmer des Windows-Insider-Programms. Diese erhalten auf eigenes Risiko neue Funktionen schneller als über die allgemeinen Windows-Updates. Noch in den verbleibenden Tagen des März und im April sollen diese die geplanten Änderungen in neuen Builds erhalten. Sie sind aufgerufen, im neu gestalteten „Feedback Hub“ – dieser bietet nun unter anderem mehr Freitextfelder – ihre Meinung zu äußern. Was dann letztlich in die allgemein verfügbaren Builds einfließt, und vor allem wann, ist wie stets nicht absehbar.

Davuluri geht in seinem Beitrag vor allem auf zwei zentrale Punkte ein, an denen es immer mehr Kritik gab: die Integration von KI-Funktionen und das Verhalten von Windows Update. Letzteres soll in Zukunft weniger Unterbrechungen der Arbeit verursachen, unter anderem, indem sich Updates flexibler verschieben lassen und die Installation weniger Neustarts erfordert. Auch ein Neustart oder ein Herunterfahren ohne Installation von Updates, vermutlich wie schon unter Windows 10, soll künftig möglich sein. Bei neuen Geräten oder einer neuen Installation von Windows 11 lassen sich die Updates vorerst überspringen – das könnte für Administratoren eine spürbare Erleichterung darstellen.

Mit „Wir reduzieren unnötige Einstiegspunkte für Copilot“ gibt der Microsoft-Manager offen zu, dass sein Unternehmen es in den vergangenen Monaten mit dem Drang, die Windows-KI zu benutzen, deutlich übertrieben hat. Das brachte dem Unternehmen den Spottnamen „Microslop“ ein. Zunächst soll, so Davuluri konkret, der Hinweis auf Copilot aus dem Editor (Notepad), dem Snipping Tool für Screenshots und der Windows-Fotoanzeige entfernt werden. Generell soll Copilot künftig nur da erscheinen, wo es, so wörtlich „wirklich nützlich“ ist.

Auch, dass der Datei-Explorer für viele Anwender der Teil des Betriebssystems ist, mit dem man am häufigsten in direkten Kontakt kommt, erkennt Davuluri an. Dass der, auch auf derselben Hardware, von Windows 10 zu Windows 11 einfach zäher läuft, und umständlicher zu bedienen ist – etwa durch Einschränkungen in den Kontextmenüs –, erkennt Microsoft jetzt an. Daher soll eine neue Version, wiederum wörtlich, „schneller und zuverlässiger“ werden, was schon mit der Startzeit anfängt.

Etwas mehr Windows 10 wagt Microsoft auch mit einer unmittelbar sichtbaren Änderung: Die Taskbar kann künftig wieder an allen vier Rändern des Bildschirms angedockt werden. Unter anderen Betriebssystemen, auch denen von Microsoft, seit Jahrzehnten eine Standardfunktion. Mit Windows 11 wurde diese jedoch gestrichen, und konnte nur durch Zusatztools reaktiviert werden. Nützlich ist das unter anderem für sehr breite Displays, etwa im 21:9-Format, bei denen man die Taskleiste vielleicht lieber an der Seite hat, um weniger scrollen zu müssen. Und bei sehr vielen gleichzeitig laufenden Programmen kann auch ein (zusätzliches) Hochkant-Display mit entsprechend langer Taskbar an der Seite sinnvoll sein.

Dass die zuletzt immer lautere Kritik bei Microsoft angekommen scheint, gipfelt in dem Satz von Davuluri am Ende seines Beitrags: „Windows gehört genauso euch wie uns.“ Wirtschaftlich stimmt das natürlich nicht, es wäre jedoch schön, wenn das Unternehmen seine Kunden auch langfristig wirklich etwas ernster nehmen würde.

(nie)

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