Eine Geliebte, eine Hütte am Waldrand und eine Flucht ins Gebüsch: Einen Tag nach der Tötung von Nemesio Oseguera Cervantes alias »El Mencho« hat das mexikanische Militär Details zu seinem Vorgehen bekannt gegeben.
Mit Hilfe von US-Geheimdienstinformationen und eigener Überwachung war es dem mexikanischen Militär gelungen, den Anführer des Kartells Jalisco Nueva Generación (CJNG) aufzuspüren, wie der mexikanische Verteidigungsminister Ricardo Trevilla Trejo auf einer Pressekonferenz mitteilte. An dem Einsatz waren nach Angaben von Präsidentin Claudia Sheinbaum ausschließlich mexikanische Sicherheitskräfte beteiligt.
Bei den Ermittlungen sei zunächst ein Mann als Vertrauensperson einer Geliebten von »El Mencho« identifiziert worden. Zwei Tage vor dem Militäreinsatz habe der Mann die Frau zu dem Drogenboss in einen Hüttenkomplex am Wald nahe Tapalpa im Bundesstaat Jalisco gebracht. Die Frau habe den Ort am nächsten Tag verlassen, »El Mencho« sei geblieben.
Bei den Gefechten wurden den Angaben zufolge »El Mencho« und zwei seiner Leibwächter schwer verletzt. Ein Helikopter sollte sie in eine Klinik in Jalisco bringen. Auf dem Weg erlag der Drogenboss allerdings seinen Verletzungen. Der Plan sei daraufhin geändert worden. Das Militär flog den toten Drogenboss nun nach Morelia im Bundesstaat Michoacán. Dort wartete ein Jagdflugzeug der Luftwaffe, das die Leiche schließlich nach Mexiko-Stadt transportierte.
Angesichts der hohen Zahl der getöteten Soldaten brach Verteidigungsminister Trevilla bei der Pressekonferenz in Tränen aus. Insgesamt 74 Menschen, davon 25 Angehörige der Nationalgarde kamen bei der Festnahme des Drogenbosses und anschließenden Angriffen von Bandenmitgliedern ums Leben.

vor 2 Stunden
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