Mette-Marit von Norwegen und Jeffrey Epstein: Kronprinzessin spricht im TV über ihre Freundschaft

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Norwegens Monarchie in der Krise Kronprinzessin Mette-Marit spricht im TV über ihre Freundschaft zu Epstein

Der britische Ex-Prinz Andrew wollte sich im TV zu seiner Freundschaft mit Jeffrey Epstein erklären – es wurde eine Katastrophe. Jetzt hat Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit es auch versucht.

20.03.2026, 11.24 Uhr

Kronprinzessin Mette-Marit mit ihrem Mann Kronprinz Haakon
Kronprinzessin Mette-Marit mit ihrem Mann Kronprinz Haakon

Kronprinzessin Mette-Marit mit ihrem Mann Kronprinz Haakon

Foto: Jens Kalaene / dpa

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Sie schrieb dem Sexualstraftäter vertrauliche Nachrichten und besuchte ihn: Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit, 52, hat sich in einem Fernsehinterview über ihre freundschaftliche Beziehung zu dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein geäußert. »Ich wünschte, ich hätte ihn niemals getroffen«, sagte sie dem Sender NRK . Mette-Marit und Epstein sollen über Jahre Kontakt gehabt und sich über viele private Dinge ausgetauscht haben, auch nachdem der US-Amerikaner bereits zum ersten Mal verurteilt worden war.

»Ich wusste nicht, dass er ein Sexualverbrecher war«, behauptete sie nun gegenüber NRK. Sie bezeichnete die Beziehung zu Epstein als »freundschaftlich«. Sie habe sich von Epstein »manipulieren und täuschen« lassen.

»Manipulieren und täuschen«

»Alle, die ich mit Epstein getroffen habe, waren Erwachsene. Ich habe nie etwas Illegales gesehen«, so Mette-Marit. Weiter sagte sie aber auch, dass Epstein sich ihr gegenüber bei einem Aufenthalt in Palm Beach auf eine Weise verhalten habe, »die mir nicht gefallen hat«. Er habe sie in eine Situation gebracht, die sie so verunsichert habe, dass sie ihren Mann, Kronprinz Haakon, 52, angerufen habe. Näheres zu dem Vorfall sagte sie nicht. Nach NRK-Informationen soll es sich nicht um einen Übergriff gehandelt haben.

Auch nach dieser Situation habe sie noch eine Zeit lang Kontakt zu Epstein gehabt. Das begründete sie zum einen mit ihrer eigenen Leichtgläubigkeit, aber auch mit Epsteins manipulativen Verhalten. Schließlich habe sie aber den Kontakt abgebrochen, »und zwar wegen solcher Vorfälle«.

Bislang hatte sich Mette-Marit nur schriftlich zu ihrem engen Kontakt mit Epstein geäußert, der durch die Veröffentlichungen in dem Fall ans Licht gekommen war. Ihr Name taucht Hunderte Male in den Akten zu dem Fall auf.

In den veröffentlichten Mails an Epstein fragte Mette-Marit unter anderem, ob es »für eine Mutter unangemessen« sei, »für ihren 15-jährigen Sohn ein Bild von zwei nackten Frauen, die ein Surfbrett tragen, vorzuschlagen«. Offenbar ging es damals um ein Hintergrundbild am Handy. Sie bezeichnete Epstein zudem als »sehr charmant« und schrieb ihm: »Paris ist gut für Untreue, Skandinavien besser für Ehefrauen.«

Vergewaltigungsprozess gegen Sohn und Gesundheitsprobleme

Die Enthüllungen hatten in Norwegen große Kritik ausgelöst. Ihre Landsleute hatten Mette-Marit auch übel genommen, dass sie sich nicht früher ausführlich dazu geäußert hatte. Das hatte der Hof mit der Gesundheit der Kronprinzessin begründet: Mette-Marit leidet an einer chronischen Lungenkrankheit.

Parallel lief der Vergewaltigungsprozess  gegen ihren ältesten Sohn Marius Borg Høiby, 29. Dieser war am Donnerstag zu Ende gegangen, das Urteil steht noch aus. »Ich bin die Mutter eines jungen Mannes, der sich in einer sehr schwierigen Situation befunden hat«, sagte Mette-Marit NRK. »Außerdem ist mein Gesundheitszustand so, dass ich sehr viel Ruhe brauche. Und dieser Zustand hat sich noch etwas verschlechtert.«

Der US-Investor Epstein soll Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teils Prominenten ausgeliefert haben. 2008 wurde er verurteilt. Wegen eines umstrittenen Deals mit der Staatsanwaltschaft erhielt er damals eine nur 18-monatige Haftstrafe.

2019 wurde er unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen. Rund einen Monat später wurde er erhängt in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden, nach offiziellen Angaben beging er Suizid.

Mette-Marit ist nicht das einzige Mitglied eines Königshauses, das sich seine Kontakte zu Epstein vorwerfen lassen muss. Besonders die Verbindungen von Andrew Mountbatten-Windsor (dem früheren Prinz Andrew) sorgten für Aufsehen. Er verlor nicht nur seine Titel, sondern wurde im Februar auch vorübergehend festgenommen.

2019 hatte er versucht mit einem Interview in der BBC-Sendung »Newsnight«einen Befreiungsschlag in der Öffentlichkeit zu schaffen. Es wurde zur PR-Katastrophe: Keinerlei Empathie mit den Opfern zeigte Prinz Andrew, den Nachfragen der Journalistin Emily Maitlis wich er aus. Die Kritiken waren verheerend, von der gründlichsten Selbstdemontage eines Mitglieds der königlichen Familie seit Charles und Diana in den Neunzigerjahren war die Rede. Im Mai 2020 wurde dann bekannt gegeben, dass Andrew das Königshaus dauerhaft nicht mehr vertreten werde.

Lesen Sie hier  mehr zu Mette-Marits Rolle in der Epstein-Affäre.

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