In Norwegen läuft der Prozess gegen Marius Borg Høiby, 29, den Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit. Vor Gericht plädierte er in vier Fällen von Vergewaltigung und einem Fall häuslicher Gewalt auf nicht schuldig. Dagegen bekannte er sich unter anderem wegen Verkehrsdelikten und unerlaubter intimer Aufnahmen in einem Fall schuldig.
Vor Gericht war auch Thema, dass Høiby, noch bevor er offiziell Sexualdelikten beschuldigt wurde, im Internet Worte wie »Vergewaltigung« und seinen Namen gegoogelt haben soll. Im Prozess wurden Auszüge seiner Browserhistorie bis September 2024 thematisiert. Høiby erklärte nach Angaben der Zeitung »Verdens Gang« vor Gericht, er habe zuvor Gerüchte über sich selbst gelesen, nach denen er eine Frau vergewaltigt haben soll. Deshalb habe er im Internet nach den Begriffen gesucht.
Vorfall im Anwesen Skaugum
Am dritten Verhandlungstag wird der 29-Jährige weiter zu einem mutmaßlichen Vorfall in der Residenz des Kronprinzenpaares befragt. Während einer Party mit Freunden soll er dort eine Frau sexuell berührt und gefilmt haben, während sie schlief. Als Beweismaterial wurden vor Gericht Videoaufnahmen gezeigt, die Høiby gemacht haben soll.
Die Vernehmung hatte bereits am Vortag begonnen – da hatte er ausgesagt, sich nur an einvernehmlichen Sex mit dem mutmaßlichen Opfer erinnern zu können. Am Donnerstag sagte er laut »Verdens Gang«: »Ich bin heute unfassbar müde.« Er sitze viel in seiner Zelle und denke nach.
Høiby wies darüber hinaus den Vorwurf zurück, er habe andere Menschen ohne deren Wissen unter Drogen gesetzt. Er habe »noch nie jemanden unter Drogen gesetzt – soweit ich weiß«. Auf die Frage der Staatsanwaltschaft, ob er Drogen kenne, die betäuben könnten, und ob er Zugang zu diesen habe, sagte Høiby, er kenne solche Drogen und habe wahrscheinlich Zugang zu ihnen.
Vor der Befragung von Høiby hatte eines seiner mutmaßlichen Opfer ausgesagt. Die Frau, deren Namen von den Medien nicht genannt werden darf, äußerte dabei die Überzeugung, dass ihr bei einer Party auf dem königlichen Anwesen Skaugum 2018 Drogen verabreicht worden waren. »Sehen Sie mein Gesicht: Es ist doch klar, dass ich völlig bewusstlos bin. Es sieht sogar so aus, als würde ich nicht atmen«, sagte sie zu Aufnahmen der mutmaßlichen Vergewaltigung, die auf Høibys Handy entdeckt worden waren.

vor 2 Stunden
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