Separatisten wollen in Mali ein Militärlager im Norden des Landes eingenommen haben. Die Junta wirft Offizieren eine Beteiligung an dschihadistischen Angriffen vor.
2. Mai 2026, 17:22 Uhr Quelle: DIE ZEIT, Reuters, dpa, jse
Die regierende Junta in Mali hat eigenen Angaben zufolge Angehörigen des Militärs eine Zusammenarbeit mit dschihadistischen und separatistischen Gruppen bei jüngsten Angriffen im Land vorgeworfen. Wie die Staatsanwaltschaft am Militärgericht in Bamako mitteilte, gebe es »solide Beweise«, wonach »bestimmtes Militärpersonal« an den Attacken beteiligt gewesen sei. Dazu zählten aktive sowie kürzlich entlassene Offiziere. Die Erklärung wurde am Freitagabend (Ortszeit) im Staatsfernsehen verlesen.
Den Beschuldigten wird zur Last gelegt, an »Planung, Koordinierung und Ausführung« der Angriffe mitgewirkt zu haben. Die Erklärung im Staatsfernsehen umfasste auch eine von der Justiz vorgelegt Liste möglicher Komplizen.
Aktive und ehemalige Soldaten sowie Politiker unter den mutmaßlichen Komplizen
Demnach sind unter den Beschuldigten drei aktive Soldaten, ein ehemaliger Soldat sowie ein Soldat, der »entlassen« worden war und bei Kämpfen nahe der wichtigsten Militärbasis des Landes in Kati, rund 15 Kilometer außerhalb der Hauptstadt Bamako, getötet wurde. Auch politische Akteure sollen involviert gewesen sein, darunter der prominente, im Exil lebende Politiker Oumar Mariko.
»Die ersten Festnahmen wurden erfolgreich durchgeführt, und alle weiteren Täter, Mittäter und Komplizen werden aktiv gesucht«, hieß es in der Erklärung. Angaben dazu, wie viele Verdächtige identifiziert wurden und wer konkret festgenommen wurde, wurden nicht gemacht.
Separatisten wollen Militärlager eingenommen haben, Verteidigungsminister getötet
Separatistische Gruppen teilten am Freitag mit, ein strategisch wichtiges Militärlager in der nordmalischen Stadt Tessalit eingenommen zu haben. Zuvor sollen sich die malischen Streitkräfte sowie ihre russischen Verbündeten aus dem Gebiet zurückgezogen haben. Die Angaben, die auf eine Videobotschaft der »Front für die Befreiung des Azawad« (FLA) basieren, lassen sich nicht unabhängig bestätigen. Das Militärlager befindet sich nahe einem Flughafen und unweit der Grenze zu Algerien.
Nach Einschätzung von Beobachtern operieren die Separatisten teilweise gemeinsam mit der Gruppe Jama'at Nusrat al-Islam wal-Muslimin (JNIM), die Angriffe auf den internationalen Flughafen von Bamako sowie auf mehrere Städte im Zentrum und Norden des Landes für sich reklamiert hat und Kontakte zur Terrororganisation Al-Kaida unterhält. Seitdem wurden weitere Angriffe von Rebellen und islamistischen Gruppen auf mindestens zehn Orte gemeldet. Bei einer Attacke auf sein Wohnhaus wurde zudem der malische Verteidigungsminister Sadio Camara getötet.
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