Angriffe auf Militärstützpunkte richten sich gegen die russische Unterstützung der Militärjunta. Die Tuareg-Rebellen riefen Russland auf, sich aus Mali zurückzuziehen.
Aktualisiert am 29. April 2026, 17:26 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, pip
Die Tuareg-Rebellenallianz FLA (Azwad Liberation Front) in Mali hat Russland aufgerufen, sich dauerhaft und vollständig aus dem Land zurückzuziehen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf den Sprecher der FLA, Mohamed Elmaulud Ramadan. Die Militärregierung in Mali wird von Russland durch eine paramilitärische Einheit unterstützt.
Am Wochenende wurden im ganzen Land Positionen der Militärjunta von den Tuareg-Rebellen und Dschihadisten angriffen. Die Tuareg-Rebellen haben dabei die Kontrolle über die Stadt Kidal im Norden des Landes übernommen. Zu den Angriffen hatten sich die FLA und die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündete islamistische Gruppe JNIM bekannt.
In Mali kommt es seit vielen Jahren zu massiver Gewalt. Die koordinierten Angriffe vom Wochenende hatten Experten zufolge eine neue Qualität.
FLA kündigt weitere Angriffe an
Ramadan kündigte zudem an, dass die FLA auch die Regionen Gao, Timbuktu und Menaka im Norden des Landes erobern wolle. In Bezug auf die Militärregierung in Bamako sagte FLA-Sprecher Ramadan, diese werde »früher oder später fallen«. Den Angriffen der Rebellen zur Eroberung des Gebiets Azawad im Norden Malis und der JNIM auf Bamako und andere Städte »werde die Junta nicht standhalten können«. Die Militärregierung hätte keine Möglichkeit, sich an der Macht zu halten, so Ramadan.
Bei den Angriffen am Wochenende wurde der Verteidigungsminister der Militärjunta, Sadio Camara, durch die Explosion einer Autobombe in seiner Residenz in Kati getötet. Auch der internationale Flughafen von Bamako und weitere Ziele wurden attackiert. Das russische Außenministerium hatte mitgeteilt, dass die Angriffe auf den Flughafen von Bamako und einen nahegelegenen Militärstützpunkt abgewehrt worden seien.
Nach zwei Putschen in den Jahren 2020 und 2021 herrschen Militärs in Mali. Das Land hat die Beziehungen zur ehemaligen Kolonialmacht Frankreich und weiteren westlichen Ländern abgebrochen und sich Russland angenähert.
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