Libanon: Israel entführt Islamistenführer und bombardiert Tyros

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Israels Armee hat bereits mehrfach in Nachbarländern Personen festgenommen und nach Israel verbracht, denen sie Terroraktivitäten vorwirft. Die sunnitische Gruppe Al-Dschama al-Islamija steht der Hisbollah im Libanon und der palästinensischen Terrororganisation Hamas nahe und unterstützt nach eigenen Angaben den Kampf der schiitischen Hisbollah-Miliz gegen Israel.

Libanesische Sicherheitskreise bestätigten, dass es sich bei dem Mann um ein hochrangiges Mitglied der Gruppe handelt. Eine offizielle Stellungnahme aus dem Libanon zu der Festnahme eines Staatsbürgers durch israelische Soldaten gab es bislang nicht. Israels Armee teilte mit, Einsatzkräfte hätten »eine gezielte Razzia in einem Gebäude« ausgeführt. Dort hätten israelische Soldaten auch Waffen sichergestellt.

Ziel des Angriffs war nach Angaben des israelischen Militärs ein Mitglied der libanesischen Hisbollah-Miliz. Ahmed Ali Salami, den Israels Armee als Artilleriechef der Hisbollah in der Gegend bezeichnete, sei getötet worden. Zu Berichten, dass auch unbeteiligte Zivilisten ums Leben gekommen seien, sagte die Armee, sie bedaure jegliches Leid für Unbeteiligte. Das Militär habe vor dem Angriff Schritte unternommen, um die Zivilbevölkerung zu schonen, hieß es. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Der Vorfall werde untersucht, hieß es weiter.

Israel und die Hisbollah-Miliz im Libanon führten zuletzt bis Ende 2024 Krieg gegeneinander, im November 2024 trat eine Waffenruhe in Kraft. Dieser Vereinbarung zufolge soll unter anderem die von Iran unterstützte Miliz entwaffnet werden. Ende vergangenen Jahres lief eine wichtige Frist dafür allerdings aus. Israels Armee greift trotz der geltenden Waffenruhe fast täglich Ziele im Libanon an und begründet die Angriffe damit, dass die Miliz wieder aufrüste und gegen die Vereinbarung verstoße.

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