Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat nach der Amokfahrt in Leipzig auf den Konflikt zwischen Sicherheit und Offenheit in Städten verwiesen und betont, dass sich solche Taten trotz Sicherheitskonzepten nie vollständig verhindern lassen.
„Es gibt sogenannte Zufahrtssperren, das sind diese Betonblöcke oder ähnliche Hindernisse, die eben solche Taten verhindern sollen“, sagt Pressesprecher Alexander Handschuh. Doch hundertprozentige Sicherheit werde es trotz Sicherheitskonzepten in Städten und Gemeinden und auch bei Veranstaltungen nie geben können.
Es ist immer ein Zielkonflikt zwischen bestmöglichem Schutz der Menschen und gleichzeitig auch einer Offenheit.
Alexander Handschuh, Städte- und Gemeindebund
Man schaue an Orten, an denen häufig viele Menschen zusammenkommen, dass man nach und nach die Stadtplanung so anpasse, dass man solche Taten wie die in Leipzig verhindere, sagt Handschuh, und ergänzt: „Es ist immer ein Zielkonflikt zwischen bestmöglichem Schutz der Menschen und gleichzeitig auch einer Offenheit, die wir ja auch leben wollen in den Städten und Gemeinden.“
Stadt will Sicherheitskonzept überprüfen
Auch Leipzigs Oberbürgermeister und Städtetagspräsident Burkhard Jung (SPD) begrenzte Möglichkeiten für die Verschärfung von Sicherheitsvorkehrungen gegen solche Taten. Die Städte in Deutschland täten „ihr Bestes, um für größtmögliche Sicherheit zu sorgen“, betonte Jung in einer am Dienstag vom Deutschen Städtetag verbreiteten Erklärung. „Klar ist aber auch: Wir können die Innenstädte nicht zu Festungen umbauen.“
Städte müssten „Orte des Miteinanders und der Begegnung bleiben“, erklärte Jung. Bei den Sicherheitsvorkehrungen arbeiteten die Kommunen vor Ort eng mit den Sicherheitsbehörden zusammen, „um zu entscheiden, wo Barrieren und Poller sinnvoll sind für einen besseren Schutz“.
Nach Angaben des Sprechers der Stadt Leipzig, Matthias Hasberg, soll das Sicherheitskonzept für die Innenstadt noch einmal geprüft werden. Zunächst müsse aber die genaue Analyse der Polizei zum Tathergang vorliegen.
Ein 33-jährige deutscher Staatsbürger war am Montagnachmittag in der Innenstadt von Leipzig mit einem Auto durch eine belebte Fußgängerzone gerast. Er erfasste mehrere Menschen, eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann starben. Die genaue Zahl der Verletzten stand zunächst weiterhin nicht fest. Der Mann sollte am Dienstag einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.
Der Eingang zu der Einkaufsstraße, in die der Tatverdächtige mit seinem Wagen eingebogen war, ist nicht durch Poller oder ähnliche Barrieren geschützt. An anderen Stellen der Fußgängerzone gibt es hingegen absenkbare Poller. (AFP/dpa)

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