Kritik an US-Truppenabzug: US-Republikaner äußern Bedenken über Truppenreduzierung in Deutschland

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Zwei US-Politiker warnen vor den Folgen des Truppenabzugs aus Deutschland. Dabei geht es offenbar auch darum, eine geplante Stationierung von Marschflugkörpern abzusagen.

2. Mai 2026, 19:22 Uhr Quelle: DIE ZEIT, Reuters,

 US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat den Abzug von 5.000 US-Soldaten aus Deutschland angeordnet. Insgesamt sind rund 39.000 Soldaten in Deutschland stationiert.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat den Abzug von 5.000 US-Soldaten aus Deutschland angeordnet. Insgesamt sind rund 39.000 Soldaten in Deutschland stationiert. © Sean Gallup/​Getty Images

Zwei hochrangige US-Republikaner haben Kritik an der angekündigten Reduzierung von US-Truppen in Deutschland geäußert. »Wir sind sehr besorgt über ​die Entscheidung, eine ⁠US-Brigade aus Deutschland abzuziehen«, hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme der ​Vorsitzenden der Verteidigungsausschüsse von Senat und ‌Repräsentantenhaus, ⁠Roger Wicker und ​Mike Rogers.

Sie forderten das US-Verteidigungsministerium auf, mit den für seine Beaufsichtigung zuständigen Ausschüssen über die Entscheidung und deren Auswirkungen auf die Abschreckungsfähigkeit der USA zu beraten. Jede wesentliche ​Änderung der US-Truppenpräsenz in Europa ‌müsse mit dem ‌Kongress und mit den Verbündeten der ​USA abgestimmt werden, mahnten Wicker und Rogers weiter an. Auch wenn die Nato-Partner ihre Verteidigungsausgaben auf ​fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts erhöhten, brauche der Aufbau von deren Fähigkeiten zur konventionellen Abschreckung ‌Zeit.

USA könnten auf geplante Stationierung weitreichender Waffen verzichten

Die beiden republikanischen Politiker warnten davor, dass eine voreilige US-Truppenreduzierung in ​Europa die Abschreckung untergraben ​und ein falsches ‌Signal an den russischen Präsidenten Wladimir Putin ‌senden könne.

Hintergrund der Debatte ist nicht nur die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, 5.000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Sondern auch, dass das US-Verteidigungsministerium offenbar erwägt, die unter US-Präsident Joe Biden und dem damaligen Bundeskanzler Olaf Scholz vereinbarte Stationierung von Tomahawk-Marschflugkörpern in Deutschland nicht umzusetzen.

Die Systeme mit einer Reichweite von mehr als 1.600 Kilometern sollten die Abschreckungsfähigkeit der Nato stärken, bis im Rahmen des europäischen ELSA-Projekts entwickelte Mittelstreckenraketen voraussichtlich zwischen 2030 und 2032 zur Verfügung stehen.

SPD-Politikerin schlägt engere Zusammenarbeit mit der Ukraine vor

Kritik an der angekündigten Truppenreduzierung der US-Regierung kommt auch aus der SPD in Deutschland – nachdem sich Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) zunächst beschwichtigend geäußert hatte. So warnte die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende ​Siemtje Möller vor einem Signal der Willkür. »Das Besorgniserregende ist nicht die Zahl von ​5.000 Soldaten, sondern das politische ⁠Signal aus Washington, dass gewachsene, ​absolut verlässliche Partnerschaften nichts mehr zu gelten und der Willkür ‌ausgesetzt ⁠zu sein scheinen«, ​sagte die SPD-Politikerin.

Wenn zudem etwa die vereinbarten ​Mittelstreckenraketen nicht stationiert würden, wäre dies ein schlechtes Zeichen. »Neben der Beschleunigung des europäischen ELSA-Projekts wäre es dann gut, zu prüfen, wie die Lücke bis zur Produktion der ELSA-Raketen über Kooperationen mit anderen Ländern ⁠wie beispielsweise ​der Ukraine überbrückt werden kann«, sagte Möller. 

Die Ukraine hatte zuletzt ihre militärischen Fähigkeiten in Bezug auf weitreichende Angriffe erheblich ausgebaut, unter anderem auch mit Finanzierung aus Deutschland und anderen europäischen Ländern. Nach eigenen Angaben entwickelt sie inzwischen auch Marschflugkörper, mit denen Ziele weit im russischen Hinterland angegriffen werden können. Ihre Einsatzreife steht allerdings derzeit noch unter Zweifel.

Das europäische Rüstungsprojekt ELSA ist eine Initiative mehrerer europäischer Staaten. Nach Angaben der beteiligten Länder soll damit die Entwicklung und Beschaffung von militärischen Fähigkeiten besser abgestimmt und beschleunigt werden, um Nato-Vorgaben und nationale Anforderungen zu erfüllen.

Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem luftgestützte Frühwarnsysteme, weitreichende Waffensysteme und Waffen mit Reichweiten von mehr als 500 Kilometern. Eine im Februar 2026 unterzeichnete Absichtserklärung sieht nach Angaben der Staaten vor, Entwicklung und Beschaffung dieser Systeme in Europa stärker zu vereinheitlichen und zu beschleunigen.

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