Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
US-Militär startet neue Angriffe gegen Iran
Bericht: Netanjahu zu Alleingang gegen Iran bereit
Iran und Israel wollen Angriffe einstellen
Trump warnt Netanjahu vor Krieg gegen Iran im Alleingang
Ermittlungen gegen Israels Sicherheitsminister Ben-Gvir in Italien
US-Militär beendet Angriffswelle in Iran – Regime greift Kuwait und Bahrain an
Das US-Militär hat seine Angriffe auf Ziele in Iran nach eigenen Angaben beendet. Das Regionalkommando Centcom erklärt, die „Verteidigungsschläge“ als Antwort auf den Abschuss eines US-Militärhubschraubers seien abgeschlossen. Das US-Militär spricht von einer „verhältnismäßigen“ Antwort auf den mutmaßlichen iranischen Abschuss eines Apache-Hubschraubers vor Omans Küste.
Bombardiert wurden demnach iranische Luftabwehranlagen, Bodenkontrollstationen und Überwachungsradaranlagen im Bereich der Straße von Hormus. US-Medien berichten von drei Angriffswellen. Nach Angaben iranischer Beamter richten sich die Angriffe gegen Militär- und Marinebasen, Radaranlagen und Artilleriestellungen an fünf Orten an der Südküste Irans. Genannt werden unter anderem Marinebasen in Sirik und Jask, Luftabwehr in Bandar Abbas und Raketenstellungen in Qeschm. Angaben zu möglichen Opfern liegen zunächst nicht vor.
„„Unsere schlagkräftigen Streitkräfte werden keinen Angriff und keine Bedrohung unbeantwortet lassen.“ “
Außenminister Abbas AraghtschiIran reagiert unmittelbar mit Gegenschlägen. Außenminister Abbas Araghtschi schreibt auf X: Araghtschi warnt zudem: „Verlassen Sie unsere Region, wenn Sie in Sicherheit sein wollen.“
Um fünf Uhr deutscher Zeit meldet schließlich Kuwait Beschuss. Das Militär teilt mit, die Luftabwehr sei im Einsatz. Auch in Bahrain heulen die Sirenen. Offenbar richtet sich eine iranische Drohnenattacke gegen das Hauptquartier der US-Marine für den Nahen Osten in Bahrain. Außerdem sei ein Stützpunkt in Jordanien attackiert worden. Die Angaben lassen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Bahrain und Kuwait beherbergen US-Militärstützpunkte und waren zuletzt mehrfach unter iranischen Beschuss geraten.
Jordanien fängt fünf iranische Raketen ab - keine Schäden
Neben Kuwait und Bahrain ist auch Jordanien trotz der eigentlich geltenden Waffenruhe im Iran-Krieg unter Beschuss geraten. Die Flugabwehr habe in al-Asrak am gestrigen Abend fünf iranische Raketen abgefangen, teilten Jordaniens Streitkräfte der Staatsagentur Petra zufolge am Morgen mit. Dabei seien Trümmerteile herabgefallen, es habe aber keine Opfer oder Schäden gegeben. Man werde keinerlei Verletzung des Luftraums zulassen, hieß es weiter.
Al-Asrak liegt im Osten Jordaniens nicht weit von der irakischen Grenze. Berichten zufolge hat das US-Militär hier auf einem Stützpunkt unter anderem Kampfflugzeuge stationiert. Nach Informationen der New York Times waren hier kurz vor Kriegsbeginn im Februar Dutzende Kampfjets und Frachtflugzeuge sowie Drohnen und Hubschrauber des US-Militärs stationiert.
Die iranische Revolutionsgarde - die Elitestreitmacht der Islamischen Republik - hatten zuvor laut iranischen Medienberichten bekanntgegeben, als Reaktion auf die jüngsten US-Bombardements amerikanische Militärstützpunkte in der Golfregion angegriffen zu haben.
US-Militär startet neue Angriffe gegen Iran
Das US-Zentralkommando Centcom startet nach eigenen Angaben neue Angriffe gegen Iran. Die Schläge dienen der Selbstverteidigung und seien eine Reaktion auf den Abschuss eines Apache-Hubschraubers der US-Armee am Vortag, wie das US-Militär mitteilt.
US-Präsident Donald Trump hatte diese Reaktion mehr oder weniger direkt angekündigt, als er Iran beschuldigte, hinter dem Absturz eines amerikanischen Militär-Helikopters zu stecken. „Ich wurde soeben von unserem großartigen Militär darüber informiert, dass die Iraner gestern Abend einen unserer hochmodernen Apache-Hubschrauber abgeschossen haben, während dieser über der Straße von Hormus auf Patrouille war“, schrieb Trump auf Truth Social. Es seien zwei Piloten an Bord gewesen, die beide wohlauf und unverletzt seien. „Dennoch müssen die Vereinigten Staaten zwangsläufig auf diesen Angriff reagieren“, so der US-Präsident.
Libanon: Israel griff Tyros vor Evakuierungsanordnung an
Der jüngste Luftangriff Israels auf die libanesische Hafenstadt Tyros ist örtlichen Angaben zufolge noch vor dem israelischen Aufruf zur Evakuierung erfolgt. Bei dem Beschuss werden mindestens acht Menschen getötet, wie das libanesische Gesundheitsministerium mitteilt. Erst neun Minuten nach dem Angriff ordnet das israelische Militär über die Plattform X erstmals die Evakuierung der gesamten Stadt im Süden des Landes an.
Ein Militärsprecher äußerte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters zunächst nicht dazu, warum der Angriff vor der Warnung erfolgt. Rettungskräfte suchen in den Trümmern nach Überlebenden. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen setzt ihre Arbeit in der Region vorübergehend aus.
Bericht: Netanjahu zu Alleingang gegen Iran bereit
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist nach Angaben des Fernsehsenders i24News unter Umständen zu einem eigenständigen Militärschlag gegen Iran ohne Unterstützung der USA bereit. Der Sender berief sich auf eine Kabinettssitzung am Montagabend und zitierte Netanjahu mit den Worten: „Es könnte sein, dass wir in eine Situation geraten, in der wir den Iranern allein, ohne Rückendeckung der USA, gegenüberstehen – mit allen damit verbundenen Kosten: Rüstungsausgaben und weltweite Isolation.“ Israel wolle nicht, dass es so weit komme, wisse aber, dass es so weit kommen könne, sagte Netanjahu demnach.
US-Präsident Donald Trump hatte den israelischen Regierungschef zuvor vor einem Alleingang gewarnt. Die US-Regierung führt derzeit Verhandlungen über ein Rahmenabkommen mit Teheran, um den regionalen Konflikt diplomatisch beizulegen.
Der israelische Iran-Experte Danny Citronowicz warnte auf X, ein signifikanter militärischer Schritt ohne amerikanische Unterstützung wäre ein strategisch gewaltiges Wagnis für Israels nationale Sicherheit und sollte daher nur in Betracht gezogen werden, wenn keine Alternativen bestehen.
Hisbollah-Kämpfer dringt nach Israel ein und wird erschossen
Ein bewaffnetes Mitglied der libanesischen Hisbollah-Miliz ist nach israelischen Angaben nach Israel vorgedrungen und hat dort das Feuer auf israelische Soldaten eröffnet. Die Truppen im Bereich des Ramim-Höhenzugs hätten zurückgefeuert und den Angreifer „ausgeschaltet“, hieß es in einer Mitteilung der Armee. Keiner der israelischen Soldaten sei verletzt worden.
Sicherheitskräfte durchkämmten weiter das Gebiet. Es war zunächst unklar, wie der Hisbollah-Kämpfer die streng bewachte Grenze nach Israel überqueren konnte. Zur Unterstützung der Suchmaßnahmen wurde eine Drohne der israelischen Luftwaffe in das Gebiet entsandt. Die Bewohner der Grenzorte Misgav Am, Margaliot und Manara wurden angewiesen, bis auf Weiteres in ihren Häusern zu bleiben. Zudem wurde eine nahegelegene Straße für den Verkehr gesperrt.
Libanon: Mindestens acht Tote bei israelischem Angriff auf Hafenstadt Tyros
Bei einem israelischen Luftangriff auf die historische Hafenstadt Tyros in Südlibanon sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens acht Menschen getötet und 32 weitere Personen verletzt worden. Dem Ministerium und staatlichen Medien zufolge traf die Rakete den östlichen Rand der Stadt. Dies sei einer der folgenschwersten israelischen Angriffe auf Tyros seit dem Ausbruch des Krieges zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz am 2. März, hieß es weiter. Rettungskräfte suchten in den Trümmern nach Überlebenden.
Das israelische Militär hatte vor dem Angriff erstmals eine Evakuierungsaufforderung für das gesamte Stadtgebiet erlassen. Dabei rief es ausdrücklich auch die Bewohner und Verbliebenen in den christlichen Teilen der Stadt zur Flucht auf. Viele Menschen hatten dort in den vergangenen Tagen Zuflucht gesucht, nachdem die restlichen Teile der Stadt bereits immer wieder unter Beschuss gestanden hatten. Christen in Libanon stehen der Hisbollah zum Teil ablehnend gegenüber. Die israelische Armee hatte der von Iran unterstützten Miliz vorgeworfen, Kämpfer würden sich in dem Gebiet vor Angriffen verstecken.
Israel und Libanon hatten sich vergangene Woche auf einen neuen Plan zur Umsetzung einer bisher unwirksamen Waffenruhe geeinigt. Die Vereinbarung sieht das Einstellen der gegenseitigen Angriffe vor, den Rückzug der Hisbollah bis hinter den Litani-Fluss, also etwa 30 Kilometer hinter die israelische Grenze, und eine Entwaffnung der Hisbollah vor.
Die von Iran unterstützte Organisation hat den Bedingungen nicht zugestimmt. Auch Israel will den Beschuss gegen die Schiitenmiliz in Südlibanon nach eigenen Angaben fortsetzen. Es wertet allein die Präsenz von Hisbollah-Kämpfern im Gebiet südlich des Litani-Flusses als De-facto-Verstoß gegen die Waffenruhe. Das israelische Militär ist weiterhin mit Truppen in Libanon präsent und rückte zuletzt auch immer weiter vor.
Israelischer Evakuierungsaufruf für die libanesische Stadt Tyros
Trotz der wiederaufgenommenen Waffenruhe mit Iran hat das israelische Militär einen Evakuierungsaufruf für die libanesische Küstenstadt Tyros herausgegeben und damit vor möglichen Angriffen gewarnt. Erstmals umfasst der Aufruf auch das christliche Viertel der Stadt. Zur Begründung hieß es am Dienstag, Kämpfer der mit Iran verbündeten Hisbollah-Miliz seien dort aktiv. Beweise dafür legte die Armee bislang nicht vor.
Bisherige Räumungsaufforderungen hatten das christliche Viertel ausgeklammert. Das israelische Militär hatte die Einwohner jedoch zuvor gewarnt, dass auch dieses Gebiet ins Visier genommen werden könnte, sollte die Hisbollah dort weiterhin präsent sein. Solchen Evakuierungsaufrufen folgen häufig Angriffe der israelischen Armee.
US-Kampfhubschrauber stürzt nahe der Straße von Hormus ab
Nahe der Straße von Hormus ist ein US-Militärhubschrauber abgestürzt. Die Piloten seien in Sicherheit, teilte US-Präsident Donald Trump am Dienstag mit. Es gehe ihnen gut. Niemand sei verletzt worden. Die US-Regierung werde im Laufe des Tages einen Bericht zu dem Vorfall vorlegen, kündigte er an. Weitere Details nannte Trump nicht.
Einem Bericht der New York Times zufolge war der Apache-Kampfhubschrauber am Montag nahe der vom Iran kontrollierten und weitgehend blockierten Meerenge abgestürzt. Die beiden Besatzungsmitglieder seien gerettet worden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf zwei mit dem Vorgang vertraute Personen. Es sei bislang unklar geblieben, ob der Hubschrauber durch iranischen Beschuss abgestürzt sei, einen technischen Defekt gehabt habe oder ein anderes Problem aufgetreten sei.
Iran und Israel wollen Angriffe einstellen
Iran und Israel haben sich nach einer neuen Eskalation darauf verständigt, ihre Angriffe gegeneinander vorerst zu drosseln. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagt, Israel werde seine Angriffe in Iran zunächst aussetzen, aber auf neue Attacken aus Teheran reagieren.
Iran hatte zuvor das Ende seiner Militäroperationen gegen Israel verkündet. Das zentrale Militärkommando warnt jedoch, bei weiteren israelischen Angriffen – auch in Südlibanon – würden „viel härtere und vernichtendere Maßnahmen als zuvor“ folgen.
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor mit Netanjahu telefoniert und zur Deeskalation gedrängt. Netanjahu betont zugleich Israels Recht auf Selbstverteidigung und weist die iranische Drohung zurück, weitere Angriffe auf die Hisbollah in Libanon würden eine neue iranische Attacke auslösen.
Trump warnt Netanjahu vor Krieg gegen Iran im Alleingang
US-Präsident Donald Trump warnt den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu vor einem erneuten Krieg gegen Iran. Sollte es zu einem neuen Konflikt kommen, könnte Israel auf sich allein gestellt sein, sagte Trump in einem Interview des US-Nachrichtenportals Axios. "Ich habe gesagt: 'Bibi (Netanjahu), du solltest besser vorsichtig sein, oder du wirst sehr bald auf dich allein gestellt sein'", zitiert das Portal den US-Präsidenten.
Ermittlungen gegen Israels Sicherheitsminister Ben-Gvir in Italien
In Italien laufen Insiderangaben zufolge Ermittlungen gegen den israelischen Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir wegen des Verdachts der Folter und Freiheitsberaubung. Hintergrund ist der Umgang mit Aktivisten einer Gaza-Hilfsflotte im vergangenen Monat, unter denen sich auch italienische Staatsbürger befanden, wie aus Justizkreisen verlautet. Ben-Gvir erklärt in einer Stellungnahme, er werde sich den Ermittlungen nicht entziehen und weiterhin an der Seite der israelischen Einsatzkräfte stehen. Die italienische Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bezeichnet das Vorgehen gegen die Aktivisten als "inakzeptabel". Sollten die Ermittlungen ergeben, dass eine Anklage gerechtfertigt ist, könnten die Staatsanwälte einen formellen Antrag auf Einleitung eines Verfahrens stellen.
Israel hatte Mitte Mai in internationalen Gewässern nahe Zypern eine aus mehr als 50 Booten bestehende Hilfsflotte gestoppt, die auf dem Weg in den Gazastreifen war. Damit wollten mehr als 400 Aktivisten, darunter auch Italiener, die Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen. Ben-Gvir verbreitete anschließend ein Video, das festgenommene Aktivisten in demütigender Weise zeigte. Das sorgte international für Empörung.
Ben-Gvir reagierte am Abend auf die Neuigkeiten aus Italien knapp: „Das Land des Stiefels wurde zum Land der Flipflops“, schrieb er auf der Plattform X.
In Frankreich wird wegen des Vorgehens gegen die Aktivisten ebenfalls bereits ermittelt. Zudem wurde von Paris gegen Ben-Gvir bereits ein Einreiseverbot verhängt. Sowohl der israelische Außenminister Gideon Saar als auch Regierungschef Benjamin Netanjahu hatten sich vom Verhalten des Polizeiministers distanziert.
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Iran: Neuer Sicherheitsgürtel von Hormus bis zum Roten Meer
Die iranischen Al-Kuds-Brigaden kündigen die Errichtung eines neuen Sicherheitsgürtels an. Dieser "Gürtel des Widerstands" soll sich von der Straße von Hormus bis zur Meerenge Bab al-Mandab vor der Küste Jemens sowie vom Golf bis zum Roten Meer erstrecken, sagt der Kommandeur Esmail Kaani nach Angaben von staatlichen Medien. Unter dem Begriff "Widerstand" oder "Achse des Widerstands" fasst die Führung in Teheran ihre Verbündeten in der Region zusammen, zu denen unter anderem die Huthi-Rebellen in Jemen gehören.
Irans Chefunterhändler: Werden US-Seeblockade durchbrechen
Iran will die von den USA errichtete Seeblockade nach den Worten seines Chefunterhändlers Mohammad Bagher Ghalibaf durchbrechen. Man werde sie in eine weitere Niederlage für den Feind verwandeln, teilte Ghalibaf auf seinem Telegram-Kanal mit. "Wir werden weder nur kämpfen, noch nur verhandeln; vielmehr werden wir zu unserer eigenen Zeit kämpfen und zu unserer eigenen Zeit verhandeln", erklärte er. Das Ziel Irans sei ein Ende des Krieges und eine stabile Sicherheit. Man habe kein Vertrauen in die Gegenseite.












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