Der syrische Präsident Ahmed al-Scharaa will einen »umfassenden Frieden« mit Israel erwirken. Syrien und weitere Länder arbeiteten an einer neuen Vereinbarung.
Quelle: DIE ZEIT, dpa, Reuters, tlf Aktualisiert am 26. Juli 2026, 23:14 Uhr
Syrien arbeitet nach Darstellung von Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa aktiv daran, unter Beteiligung mehrerer anderer Länder eine Sicherheitsvereinbarung mit Israel zu erzielen. Al-Scharaa äußerte die Hoffnung, dass ein solches Abkommen den Weg zu einem umfassenden Frieden ebnen könnte, sagte der syrische Übergangspräsident in einem Interview, über das der Sender Al Jazeera berichtete.
Israel und Syrien hatten sich Anfang Januar 2026 darauf geeinigt, einen Kommunikationskanal unter US-Aufsicht einzurichten. Dieser sollte als Plattform dienen, um Geheimdienst-, Sicherheits- und Handelsfragen zu koordinieren sowie Streitigkeiten beizulegen und Missverständnisse zu vermeiden. Im September vergangenes Jahr hatten beide Seiten Gespräche über ein Sicherheitsabkommen bestätigt. Konkret geht darum, die Präsenz syrischer und israelischer Truppen und Sicherheitskräfte im Grenzgebiet zu regeln.
Israelische Truppen sind seit Ende des Assad-Regimes in entmilitarisierter Zone stationiert
Offiziell befinden sich Syrien und Israel seit 1948 im Kriegszustand. Die von Israel 1967 besetzten und 1981 annektierten Golanhöhen sind ein zentraler Streitpunkt. Die Annexion wird international nicht anerkannt.
Seit dem Ende des Assad-Regimes Ende 2024 hat Israels Armee Einsätze im südlichen Syrien deutlich ausgeweitet und Truppen in eine von den Vereinten Nationen kontrollierte entmilitarisierte Pufferzone zwischen den von Israel besetzten Golanhöhen und Syrien verlegt. Israels Armee greift zudem immer wieder Ziele in Syrien an, um laut eigener Darstellung Waffenlager oder militärisches Gerät zu zerstören und mögliche Angriffe feindlich gesinnter Extremisten zu verhindern.
UN-Generalsekretär António Guterres sagte kürzlich bei einem Besuch in Syrien, dass die Entwicklungen in der Region der Golanhöhen absolut inakzeptabel seien. »Ich möchte die internationale Gemeinschaft daran erinnern, dass die Golanhöhen syrisches Hoheitsgebiet sind«, sagte er laut einer Mitteilung.

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