Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Schiffsverkehr in Straße von Hormus nach neuer Eskalation fast zum Erliegen gekommen
Hormus-Schiffsverkehr kommt fast zum Erliegen – Ölpreise steigen
Berichte: USA greifen Eisenbahnbrücke in Iran an
Pakistan fordert USA und Iran zu Zurückhaltung auf
USA fliegen neue Angriffe auf Iran
Die Lage im Überblick
- Die USA haben die zweite Nacht in Folge Ziele in der Islamischen Republik bombardiert. Nach Angaben des US-Militärs seien entlang der iranischen Küste rund 90 militärische Ziele getroffen worden.
- Im Gegenzug griff Iran nach eigenen Angaben erneut US-Stützpunkte in den beiden mit Washington verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain an.
- Das zuständige US-Regionalkommando Centcom teilte in den frühen Morgenstunden mit, dass die neue Angriffswelle abgeschlossen sei.
- Irans Verhandlungsführer Mohammed Bagher Ghalibaf schrieb am frühen Morgen auf der Plattform X: „Amerika hat noch immer nicht begriffen, dass Einschüchterung und Wortbruch nicht mehr folgenlos bleiben. Um es ganz deutlich zu sagen: Wenn ihr zuschlagt, werdet ihr selbst getroffen.“ Laut dem regierungstreuen Sender Press TV forderte Teheran den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen nach den erneuten „groß angelegten“ US-Angriffen zu sofortigem Handeln auf und warnte Washington vor den Konsequenzen.
- Nach Informationen des US-Nachrichtenportals „Axios“ bereitet sich das Weiße Haus auf eine mögliche mehrtägige oder sogar mehrwöchige militärische Auseinandersetzung mit Iran in der Meerenge vor. Die Dauer und die Intensität der neuen Angriffe hingen von den nächsten Schritten Teherans ab, hieß es unter Berufung auf US-Regierungsbeamte.
Schiffsverkehr in Straße von Hormus nach neuer Eskalation fast zum Erliegen gekommen
Der Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormus ist am Donnerstag nach der jüngsten militärischen Eskalation zwischen den USA und Iran nahezu vollständig zum Stillstand gekommen. Lediglich zwei Tanker passierten in den frühen Morgenstunden Schiffsdaten und Branchenkreisen zufolge die Meerenge. Dabei handelte es sich um den unter US-Sanktionen stehenden iranischen Rohöl-Supertanker Berg 1 sowie den unter der Flagge der Marshallinseln fahrenden Chemikalientanker Well Sail.
"Der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus ist im Wesentlichen zum Erliegen gekommen, was im Moment mehr über die Risikowahrnehmung aussagt als jede Erklärung aus Washington oder Teheran", erklärte Jorge Leon, Leiter der geopolitischen Analyse beim Beratungsunternehmen Rystad Energy. Iranische Streitkräfte hatten am Donnerstag US-Militärstützpunkte in benachbarten Golfstaaten attackiert. Dies war eine Reaktion auf US-Angriffe auf iranische Ziele am Mittwoch.
In den vergangenen zwei Wochen war der Verkehr zwar wieder auf durchschnittlich 40 Schiffe pro Tag gestiegen, lag damit jedoch immer noch weit unter dem Vorkriegsniveau von täglich 125 bis 140 Schiffen. Um nicht geortet zu werden, schalten zudem immer mehr Schiffe ihre Transponder zur Positionsbestimmung aus.
Iran meldet Angriffe auf US-Zerstörer vor Bahrain
Irans Streitkräfte haben staatlichen Angaben zufolge mehrere US-Ziele in der Region attackiert. Unter anderem seien US-Zerstörer und US-Schiffe vor der Küste Bahrains mit Marschflugkörpern angegriffen worden, hieß es in einem Bericht des staatlichen Rundfunks. Ein Luftwaffenstützpunkt in Jordanien sei außerdem mit ballistischen Raketen vom Typ „Cheibarschekan“ attackiert worden.
Darüberhinaus soll ein Drohnenangriff ein Lager einer iranisch-kurdischen Oppositionsgruppe nordöstlich der irakischen Stadt Erbil getroffen haben. Dies erfährt die Nachrichtenagentur Reuters aus Sicherheitskreisen. Berichte über Opfer liegen zunächst nicht vor.
Nach Angaben des stellvertretenden Gouverneurs der Provinz Buschehr ist im Gebiet um das dortige iranische Atomkraftwerk ein US-Geschoss eingeschlagen. Mehrere Orte in der Provinz, darunter das Umfeld der Atomanlage, seien von US-Angriffen getroffen worden, sagt der Politiker staatlichen Medien.
Erneut Warnsirenen in Bahrain
Der Golfstaat Bahrain steht offenbar erneut unter Beschuss. In dem Land ertönten am Vormittag wieder die Warnsirenen, wie das Innenministerium mitteilte. Die Bewohner wurden aufgerufen, ruhig zu bleiben und einen sicheren Ort aufzusuchen.
Irans Revolutionsgarde – die Elitestreitmacht des Landes – hatte nach eigenen Angaben bereits in der Nacht erneut US-Stützpunkte in Bahrain wie auch im Golfstaat Kuwait angegriffen als Reaktion auf neue Angriffe der USA in Iran. Bahrains Streitkräfte teilten dazu mit, die Flugabwehr habe mehrere iranische Angriffe mit Drohnen und Raketen abgewehrt.
In der Nacht ist Kuwait ebenfalls beschossen worden. Das Land sei mit drei Raketen, zehn Drohnen und einem Marschflugkörper angegriffen worden, die abgefangen worden seien, hieß es von Kuwaits Streitkräften. Ein Mensch sei verletzt worden, zudem habe es durch herabfallende Trümmerteile in einigen Orten Schäden gegeben.
Wichtige Eisenbahnbrücke bei US-Angriffen getroffen
Bei nächtlichen US-Luftangriffen ist nach Angaben aus Iran eine strategisch wichtige Eisenbahnbrücke im Norden des Landes getroffen worden. Dabei handele es sich um die Ak-Takeh-Chan-Brücke in der Provinz Golestan, meldet die Nachrichtenagentur Fars.
Die Schienenstrecke ist für Iran eine wichtige Verbindung im Handel mit China und Russland. Die Route führt über Turkmenistan und Kasachstan nach China. Sie hatte nach der Blockade iranischer Golfhäfen durch die USA an Bedeutung gewonnen. Zudem nutzt Russland die Strecke seit Ende 2025 für Frachtlieferungen nach Iran. Die Brücke soll Fars zufolge rasch repariert werden.
Iran verurteilt US-Angriffe: Werden nationale Interessen schützen
Iran hat die neuen US-Angriffe scharf verurteilt. Die Islamische Republik werde nicht zulassen, dass Vertragsbrüche, Schikanen und Niedertracht der USA den nationalen Interessen schaden, teilt das Außenministerium in Teheran mit. Konkret nannte das Ministerium Angriffe auf südliche Küstenprovinzen und zwei Brücken im Osten des Landes.
Die USA hatten am Mittwochabend neue Angriffe auf Iran gestartet. Sie hätten darauf abgezielt, die Fähigkeiten Irans zur Bedrohung der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu schwächen, erklärte das US-Militär. Die USA zögen Iran damit für die ungerechtfertigten Aggressionen gegen die Handelsschifffahrt in der Meerenge zur Rechenschaft.
Trump postet falsches Bild
Gegen Mitternacht meldete sich US-Präsident Donald Trump auf Truth Social zu Wort. Er postete ein Bild, das einen Großbrand in der iranischen Stadt Tschahbahar zeigen soll. Dazu schrieb er: „Das ist die Vergeltung für die gestrigen Bombenangriffe Irans auf Schiffe. Wenn das noch einmal passiert, wird es sehr viel schlimmer werden!“ Das Weiße Haus teilte den Beitrag auch auf der Plattform X.
Doch das Bild zeigt weder Tschahbahar noch die jüngsten Angriffe des US-Militärs auf Iran. Nach SZ-Recherchen wurde es am 15. Juni 2025 aufgenommen und zeigt einen Großbrand nach einem israelischen Angriff auf das Öldepot Shahran in der iranischen Hauptstadt Teheran.
Auch das Recherche-Netzwerk „Open Source Intel“, dessen Post Trump geteilt hatte, ruderte kurz darauf auf X zurück: „Wir haben ein Bild eines Angriffs veröffentlicht, das in iranischen Accounts kursierte und fälschlicherweise dem heutigen Abend zugeschrieben wurde.“
Trump postete auf Truth Social weitere Bilder. Deren Echtheit ließ sich nicht unabhängig überprüfen.
Hormus-Schiffsverkehr kommt fast zum Erliegen – Ölpreise steigen
Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist am Donnerstag nahezu zum Erliegen gekommen, nachdem die USA Iran den zweiten Tag in Folge angegriffen haben. Die Ölpreise setzten ihren Anstieg fort. Die Rohölsorte Brent verteuerte sich um bis zu 1,5 Prozent auf mehr als 79 Dollar je Barrel, nachdem der Preis am Mittwoch bereits um mehr als 5 Prozent gestiegen war. Die Rohölsorte West Texas Intermediate notierte nahe 74 Dollar.
Beobachtbare Schiffsbewegungen in der weltweit wichtigsten Energietransportroute fanden laut Positionsdaten überwiegend auf einer vom Iran genehmigten Route näher an der Nordseite der Wasserstraße statt. Dagegen blieb der von den USA unterstützte omanische Korridor ruhig. Unter den größeren Schiffen wurde in der Straße von Hormus lediglich ein mit US-Sanktionen belegter Supertanker auf dem Weg aus dem Persischen Golf sowie ein unter iranischer Flagge fahrendes Containerschiff beobachtet. Allerdings ist es möglich, dass einige Schiffe die Meerenge mit abgeschalteten Transpondern durchqueren.
Am Mittwoch passierten etwa 14 Frachtschiffe mit Rohstoffen die Meerenge in beide Richtungen – so wenige wie noch nie seit dem vorläufigen Friedensabkommen Mitte Juni.
In den drei Wochen seit der Einigung zwischen den USA und Iran auf ein Interimsabkommen zur Wiederöffnung der Straße von Hormus lag die durchschnittliche Zahl der täglichen Transitfahrten von Rohstoffschiffen laut Daten von Kpler bei 34. Den Höchstwert erreichte sie am 24. Juni mit 59. Während des Krieges waren es an den meisten Tagen unter 20.
Kuwait erneut unter Beschuss – Sirenengeheul auch in Bahrain
Nach Beginn einer erneuten Angriffswelle des US-Militärs auf Ziele in Iran ist der Golfstaat Kuwait laut örtlichen Armeeangaben in der zweiten Nacht in Folge unter Beschuss geraten. Die Luftabwehr wehre feindliche Raketen- und Drohnenangriffe ab, teilte die Armee des mit den USA verbündeten Landes auf der Plattform X mit. Genauere Angaben gab es zunächst nicht. Auch in Bahrain heulten wie in der Nacht zuvor wieder die Sirenen. Die Bevölkerung solle sich in Sicherheit bringen und ruhig verhalten, teilte das Innenministerium des Inselstaats im Persischen Golf mit.
Berichte: USA greifen Eisenbahnbrücke in Iran an
Das US-Militär hat Medienberichten zufolge in der Nacht auch eine Eisenbahnbrücke im Nordosten Irans bombardiert. Mehrere Geschosse hätten die in der Provinz Golestan gelegene Brücke getroffen, berichtete der Staatssender Irib auf der Plattform X. Nach Angaben des regierungstreuen Senders Press TV ist es der erste Angriff in der Region seit Beginn der Waffenruhe im April. Der gut vernetzte Journalist Barak Ravid schrieb auf X unter Berufung auf einen US-Beamten, dass im Zuge der erneuten Angriffswelle des US-Militärs zwei Eisenbahnbrücken in Iran bombardiert worden seien.
Pakistan fordert USA und Iran zu Zurückhaltung auf
Der Vermittlerstaat Pakistan hat die USA und Iran angesichts der erneuten militärischen Eskalation zu Zurückhaltung aufgerufen. „Ein erneuter Konflikt liegt in niemandes Interesse“, heißt es in einer Erklärung des Außenministeriums.
Unterdessen begann das US-Militär mit einer weiteren Angriffswelle. Gut informierte Kreise in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad hatten am Mittwoch Sorgen zurückgewiesen, die jüngste Eskalation könne den Verhandlungsprozess gefährden. Eine nächste Runde wäre demnach wieder in Pakistan möglich. Auch die katarische Hauptstadt Doha sei im Gespräch, hieß es. Ein konkreter Termin war jedoch nicht bekannt. Es gebe „keine Alternative“ zu einem fortgesetzten Dialog und Diplomatie, „um das gemeinsame Ziel des Friedens in der Region zu erreichen“, hieß es in der Erklärung des pakistanischen Außenministeriums.
Man fordere alle Seiten auf, ihren Verpflichtungen aus dem Mitte Juni unterzeichneten Rahmenabkommen zur Beendigung des Iran-Krieges nachzukommen, hieß es. Darin war vereinbart worden, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal auszuhandeln.
Trump: Iran will weiterhin „unbedingt" ein Abkommen
Iran will nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump weiterhin ein Friedensabkommen. „Sie haben vor kurzem angerufen, sie wollen unbedingt ein Abkommen abschließen", behauptete Trump auf dem Rückflug vom Nato-Gipfel nach Washington. Er sei sich allerdings nicht sicher, ob sie eines Abkommens würdig seien oder ob sie sich an eines halten würden.
Auf die Frage einer Journalistin, warum die iranische Führung Handelsschiffe angreife, wenn sie doch an einem Abkommen interessiert sei, sagte Trump: „Weil ... sie etwas verrückt sind."
Berichte über Explosionen in Iran
Nach Beginn der neuen Angriffswelle des US-Militärs auf Ziele in Iran melden örtliche Medien Explosionen in mehreren Gebieten entlang der Küste des Landes. Unter anderem gab es mehrere Detonationen im Bereich der Großstadt Bandar Abbas, der Hafenstadt Buschehr und der Insel Abu Musa im Persischen Golf. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna in der Nacht meldete, wurden auch Gebäude am Flughafen der Stadt Iranschahr von Geschossen beschädigt. Ein Feuerwehrmann sei getötet worden, hieß es.
Trump droht Iran mit noch heftigeren Angriffen
US-Präsident Donald Trump hat verstärkte Angriffe gegen Iran in Aussicht gestellt. Die Attacken des US-Militärs seien Vergeltungsmaßnahmen für von Iran beschossene Schiffe, teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit. „Sollte sich so etwas wiederholen, wird es noch viel schlimmer kommen!"
USA fliegen neue Angriffe auf Iran
Das US-Militär fliegt nach Angaben des zuständigen Regionalkommandos Centcom neue Angriffe auf Iran. Die Einsätze zielen demnach darauf ab, die Fähigkeiten Irans zur Bedrohung der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu schwächen, teilt das Kommando auf X mit. Die USA zögen Iran für die jüngsten ungerechtfertigten Aggressionen gegen die Handelsschifffahrt und zivile Besatzungen in einer wichtigen internationalen Wasserstraße zur Rechenschaft. Eigentlich hatten die USA und Iran eine Waffenruhe vereinbart.
Die iranische Luftabwehr bekämpft unterdessen nahe der Stadt Bandar Abbas feindliche Ziele, wie die iranische Nachrichtenagentur Mehr meldet. Zudem seien in der Nähe von Konarak und Tschabahar Explosionen zu hören gewesen.
Schon am Vortag hatte Centcom nach eigenen Angaben über 80 Ziele in Iran angegriffen und das mit Angriffen auf Handelsschiffe begründet. US-Präsident Donald Trump hatte neue Angriffe angekündigt. Das US-Militär habe Iran „hart getroffen“ und „wir werden sie höchstwahrscheinlich auch heute Nacht wieder hart treffen“, sagte er. Er glaube trotzdem daran, dass der Konflikt zeitnah wieder beigelegt werde.












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