Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
USA: Haben zwei Tanker unter iranischer Flagge angegriffen
Trotz Waffenruhe: Gegenseitige Angriffe zwischen Israel und Hisbollah
Irans Außenminister: USA untergraben diplomatische Bemühungen
Trump nennt US-Vergeltungsschläge gegen Iran „kleinen Denkzettel“
Bericht: Explosionen in Teheran – Luftabwehr aktiviert
Satellitenbilder deuten auf Ölteppich vor iranischer Insel Charg hin
Satellitenbilder deuten auf einen möglichen Ölteppich von etwa 45 Quadratkilometern vor der iranischen Ölinsel Charg im Persischen Golf hin. Die grau-weiße Schliere sei auf Aufnahmen der europäischen Copernicus-Satelliten vom 6. bis 8. Mai westlich der acht Kilometer langen Insel zu sehen gewesen, erklärten Umweltforscher.
Die Verschmutzung, etwa so groß wie der Ammersee, sehe aus wie ein Ölteppich. Ursache und genaue Herkunft seien unbekannt. Das US-Militär und die iranische UN-Vertretung in Genf äußerten sich zunächst nicht zu den Aufnahmen.
Von der Insel Charg , etwa 25 Kilometer vor der iranischen Küste, werden 90 Prozent der iranischen Ölexporte verschifft. Die US-Streitkräfte haben seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar nach eigenen Angaben militärische Ziele auf der Insel angegriffen.
USA: Haben zwei Tanker unter iranischer Flagge angegriffen
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben erneut unter iranischer Flagge fahrende, unbeladene Öltanker angegriffen und außer Gefecht gesetzt. Zwei solche Schiffe hätten versucht, einen iranischen Hafen am Golf von Oman anzulaufen, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit.
Von einem US-Kampfflugzeug seien Schüsse auf die Schiffe abgefeuert worden, um zu verhindern, dass sie die US-Seeblockade brechen würden. Centcom veröffentlichte auch ein Video, dass die beiden angegriffen Schiffe zeigen soll. Darauf ist zu sehen, wie Rauch aus diesen aufsteigt.
Das US-Militär verwies darauf, dass es bereits am Mittwoch einen anderen unbeladenen Öltanker, der unter iranische Flagge fuhr, außer Gefecht gesetzt habe. „Alle drei Schiffe sind nicht mehr auf dem Weg nach Iran“, hieß es.
„Die US-Streitkräfte im Nahen Osten setzen sich weiterhin für die vollständige Durchsetzung der Blockade von Schiffen ein, die Iran anlaufen oder verlassen.“
US-Kommandeur, Admiral Brad CooperAktuell hinderten US-Streitkräfte mehr als 70 Tanker daran, iranische Häfen anzulaufen oder zu verlassen, teilte Centcom in einem weiteren Post mit. Diese Handelsschiffe hätten die Kapazität iranisches Öl im Wert von schätzungsweise mehr als 13 Milliarden US-Dollar (mehr als 11 Milliarden Euro) zu transportieren.
Iranische Medien meldeten unterdessen Feuergefechte in den Küstenregionen unweit der Straße von Hormus. „Feindliche Ziele“ seien beschossen worden, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim, die Irans Revolutionsgarden nahesteht.
Rubio: Erwarten heute eine Antwort aus Iran
In den diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Kriegs soll sich Teheran US-Außenminister Marco Rubio zufolge noch heute äußern. Bislang habe man noch keine Rückmeldung erhalten, aber „wir sollten heute etwas erfahren“, sagte Rubio bei seinem Besuch in Italien vor Journalisten. Er hoffe, dass es sich um ein ernsthaftes Angebot handeln werde.
Derzeit wartet das Weiße Haus laut Medienberichten auf eine Reaktion Irans auf eine einseitige Absichtserklärung mit 14 Punkten. Das Ziel ist ein Rahmen für zunächst 30 Tage dauernde Verhandlungen, um den Krieg zu beenden. Diskutiert werden eine Lockerung von US-Sanktionen sowie Vereinbarungen zur Zukunft der Straße von Hormus. Zudem soll eine Grundlage für Verhandlungen über Irans umstrittenes Atomprogramm geschaffen werden.
Trotz Waffenruhe: Gegenseitige Angriffe zwischen Israel und Hisbollah
Trotz geltender Waffenruhe hat die Hisbollah erneut Raketen auf Nordisrael gefeuert. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete derweil vier Tote und mehrere Verletzte bei einem israelischen Angriff in Südlibanon. Israels Armee äußerte sich dazu zunächst nicht auf Anfrage. In Nordisrael gab es am frühen Nachmittag in mehreren Orten Raketenalarm. Ein Geschoss sei abgefangen worden, weitere seien auf offenes Gelände gestürzt, teilte das israelische Militär mit. Israels Armee hatte zuvor mitgeteilt, dass sie mit erneutem Beschuss aus Libanon rechne und sich darauf vorbereite. Dem Beschuss vorausgegangen war ein israelischer Angriff in den südlichen Vororten Beiruts, bei dem der Kommandeur der Hisbollah-Eliteeinheit Radwan getötet wurde.
Israels Armee teilte weiterhin mit, dass eine mit Sprengstoff beladene Drohne der von Iran unterstützten Hisbollah in Israel abgestürzt sei. Dabei seien zwei Soldaten verletzt worden, einer von ihnen schwer. Die libanesische Miliz habe zudem weitere solcher Drohnen eingesetzt, die in der Nähe von israelischen Soldaten in Südlibanon explodiert seien. Auch dabei sei ein Soldat verletzt worden. Die Hisbollah habe im Laufe des Tages außerdem Mörsergranaten und Raketen auf Soldaten in Südlibanon gefeuert. Das israelische Militär forderte unterdessen erneut die Bewohner mehrerer Ortschaften in Südlibanon auf, diese vor anstehenden israelischen Angriffen zu verlassen. Die Armee kündigte an, dort gegen die Hisbollah vorgehen zu wollen.
Emirate melden drei Verletzte nach Angriff am Morgen
Nach einem iranischen Angriff am Morgen haben die Behörden in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) drei Verletzte gemeldet. Das Verteidigungsministerium fing dabei nach eigenen Angaben zwei ballistische Raketen und drei Drohnen ab, die aus Iran gestartet worden seien. Die Gesamtzahl der Verletzten in den VAE sei damit seit Ausbruch des Iran-Kriegs Anfang Februar auf 230 gestiegen. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit den Angriffen liege nach offiziellen Angaben bei insgesamt 13.
Das Verteidigungsministerium erklärte, die Streitkräfte seien weiterhin vollständig einsatzbereit, um auf Bedrohungen zu reagieren. Man werde entschlossen gegen alle Gefahren vorgehen, die die Sicherheit und Stabilität des Landes beeinträchtigen könnten, hieß es.
Hamas: Sohn von Chefunterhändler bei israelischem Luftangriff getötet
Bei einem israelischen Luftangriff ist ein Sohn des Hamas-Chefunterhändlers für den Gazastreifen nach Angaben der radikalen Islamisten getötet worden. Assam Al-Hajja sei am Donnerstag seinen Verletzungen erlegen, die er bei einem Angriff am Mittwochabend erlitten habe, sagte der hochrangige Hamas-Vertreter Basim Naim. Das israelische Militär reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.
Der Vater des Getöteten, Chalil Al-Hajja, leitet für die Hamas die von den USA vermittelten Verhandlungen mit Israel über die Zukunft des Gazastreifens. Der siebenfache Vater hat in den vergangenen Jahren schon drei seiner Söhne bei israelischen Angriffen verloren. Israel hat bereits mehrfach erfolglos versucht, Chalil Al-Hajja selbst zu töten. Im vergangenen Jahr überlebte der im Exil lebende Hamas-Funktionär einen Angriff in Doha, bei dem auch einer seiner Söhne starb. Die anderen beiden Söhne wurden bereits früher getötet. Medienberichten zufolge starben bei den diversen Angriffen auch mehrere andere Familienmitglieder, darunter seine Frau.
Irans Außenminister: USA untergraben diplomatische Bemühungen
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi wirft den USA vor, eine Verhandlungslösung durch Militäraktionen zu untergraben. „Immer wenn eine diplomatische Lösung auf dem Tisch liegt, entscheiden sich die USA für leichtsinnige militärische Abenteuer. Ist das eine plumpe Einschüchterungstaktik?“, schrieb er auf der Plattform X. Iran würde sich dem Druck nicht beugen, so Araghchi. Man sei zu "1000 Prozent" bereit, die eigene Bevölkerung zu verteidigen.
Iran meldet Beschlagnahmung von Öltanker im Golf von Oman
Iran hat staatlichen Medien zufolge den Öltanker Ocean Koi im Golf von Oman beschlagnahmt. Das unter der Flagge von Barbados fahrende Schiff habe iranisches Öl geladen und versucht, die Ölexporte des Landes zu stören, heißt es unter Berufung auf die Armee. Der Tanker werde an die iranische Südküste geleitet und den Justizbehörden übergeben.
Trump droht: Deal jetzt oder brutale Schläge
Trump forderte Iran erneut auf, eine Friedensvereinbarung schnell zu unterzeichnen. Ansonsten werde das US-Militär iranische Einheiten in Zukunft noch viel härter und viel gewaltsamer treffen, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Iran werde „von Wahnsinnigen angeführt, und hätten sie die Chance, eine Atomwaffe einzusetzen, würden sie es ohne Frage tun – aber diese Gelegenheit werden sie nie bekommen“.
Trump schrieb weiter, den iranischen Angreifern sei schwerer Schaden zugefügt worden. Ihre Boote seien gesunken, ihre Raketen und Drohnen abgeschossen worden.
„Sie fielen so wunderschön auf den Ozean herab, als ob ein Schmetterling in sein Grab fallen würde!“
US-Präsident Donald TrumpEin normales Land hätte diese Zerstörer passieren lassen, aber Iran sei kein normales Land. Die US-Schiffe würden sich nun wieder der US-Seeblockade gegen Iran anschließen.
Vereinigte Arabische Emirate melden neue Angriffe aus Iran
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben erneut Raketen- und Drohnenangriffe aus Iran gemeldet. Die Luftverteidigung wehrt die Angriffe derzeit ab, teilt das Verteidigungsministerium in Abu Dhabi mit. Die Katastrophenschutzbehörde ruft die Bevölkerung dazu auf, an sicheren Orten zu bleiben und offiziellen Warnungen zu folgen. Herabfallende Trümmer sollten nicht berührt, fotografiert oder aus der Nähe betrachtet werden. Zu möglichen Zielen der Angriffe gibt es zunächst keine Angaben.
Die neuen Angriffe folgen auf eine weitere Eskalation zwischen den USA und Iran. Am Donnerstag greifen die USA nach einem iranischen Angriff auf US-Zerstörer in der Straße von Hormus Ziele in Iran an. Teheran wertet dies als Verstoß gegen die von Trump einseitig auf unbestimmte Zeit verlängerte Waffenruhe und droht mit Vergeltung. Bereits am Montag und Dienstag hatte Iran die VAE erstmals seit Beginn der Feuerpause wieder angegriffen – nach eigener Darstellung als Reaktion auf eine US-Initiative zur Öffnung der blockierten Straße von Hormus, die Trump am Dienstag wieder aussetzte.
Trump: Friedensverhandlung läuft trotz Angriffen weiter
Trotz der neuen Eskalation verhandeln Washington und Teheran weiter über ein Ende des Kriegs und die Wiederöffnung der Straße von Hormus. Nach Angaben aus Washington liegt Iran ein einseitiges US-Papier vor, das die Öffnung der Meerenge und die Aufhebung der US-Blockade iranischer Häfen ermöglichen könnte. Teheran soll über Pakistan als Vermittler in den kommenden Tagen antworten. Trump bestätigt, dass Pakistan die USA gebeten habe, den als „Project Freedom“ bezeichneten Marineeinsatz zur Wiedereröffnung der blockierten Meerenge während der Gespräche zu unterbrechen. Saudi-Arabien und Kuwait haben laut Wall Street Journal Beschränkungen für die Nutzung regionaler US-Basen aufgehoben, was eine Wiederaufnahme des Einsatzes erleichtern könnte.
Die Lage bleibt angespannt: Aktienmärkte geraten unter Druck, Ölpreise schwanken, und in den USA steigt der politische Druck auf Trump, den Krieg vor den Zwischenwahlen zu beenden. Benzinpreise liegen erstmals seit Juli 2022 wieder über 4,50 Dollar pro Gallone. Offen bleiben zentrale Streitpunkte wie Irans hoch angereichertes Uran, sein Raketenprogramm und die Unterstützung verbündeter Milizen wie der Hisbollah. Trump sagt, die USA würden Irans Uranbestände als Teil eines Abkommens „bekommen“ – aus Teheran gibt es dafür bislang keine Anzeichen. Israels Regierung äußert sich vorsichtig: Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagt, man stimme sich eng mit den USA ab, es gebe „keine Überraschungen“.
Trump nennt US-Vergeltungsschläge gegen Iran „kleinen Denkzettel“
Trump hat die US-Vergeltungsschläge gegen iranische Ziele als „kleinen Denkzettel“ bezeichnet und zugleich betont, die Waffenruhe habe Bestand. „Sie ist in Kraft“, sagt der US-Präsident in einem Interview mit ABC News. Drei US-Zerstörer hätten die Straße von Hormus unter Beschuss erfolgreich verlassen; die Schiffe seien nicht beschädigt worden, die iranischen Angreifer hätten jedoch schwere Schäden erlitten.
Nach Angaben des US-Zentralkommandos Centcom hatte Iran zuvor drei Zerstörer der US-Marine bei der Durchfahrt durch die Straße von Hormus mit Raketen, Drohnen und kleinen Booten angegriffen. Daraufhin beschoss das US-Militär iranische Raketen- und Drohnenstartplätze sowie Kommandozentralen. Iran wirft den USA einen Bruch der Waffenruhe vor.
Bericht: Explosionen in Teheran – Luftabwehr aktiviert
Die Waffenruhe zwischen USA und Iran scheint weiter zu bröckeln. In der iranischen Hauptstadt Teheran sind nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zwei laute Explosionen im Westen der Stadt zu hören gewesen. Demnach wurde die Luftabwehr aktiviert. Mehrere Bewohner Teherans berichten in Textnachrichten, sie seien von Explosionen geweckt worden, die ihre Häuser erschüttert und Panik ausgelöst hätten.
Die gemeldeten Explosionen in Teheran folgen laut der New York Times auf Berichte über Angriffe im Süden Irans. Zwei iranische Regierungsvertreter machen dafür die Vereinigten Arabischen Emirate verantwortlich. Eine unabhängige Bestätigung liegt zunächst nicht vor.
USA und Iran beschießen einander in Straße von Hormus
Trotz Waffenruhe haben sich die USA und Iran gegenseitig in der Straße von Hormus beschossen. „US-Streitkräfte wehrten unprovozierte iranische Angriffe ab und reagierten mit Schlägen zur Selbstverteidigung“, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (Centcom) des US-Militärs auf der Plattform X mit. Das iranische Militär bestätigte Angriffe auf US-Kriegsschiffe und machte dafür US-Attacken auf einen iranischen Öltanker verantwortlich.
Einem Medienbericht zufolge griff das US-Militär den iranischen Insel-Hafen Keschm und die Stadt Bandar Abbas an. Dies berichtete eine Reporterin des Senders Fox News auf der Plattform X unter Berufung auf einen hochrangigen US-Regierungsvertreter. Ihre Quelle habe unterstrichen, dass dies kein Neustart des Krieges sei, schreibt die Reporterin. Iranische Nachrichtenagenturen melden Explosionen in Bandar Abbas und Schusswechsel zwischen iranischen Streitkräften und dem „Feind“.
Auch in den sozialen Medien meldeten Bewohner aus den Küstengebieten Explosionen. Auf der Insel Keschm etwa seien Explosionsgeräusche und Lichter über dem Meer beobachtet worden, berichtete der bekannte Netzaktivist Vahid unter Berufung auf lokale Einwohner. Unterdessen spekulierten iranische Medien zunächst über einen möglichen Luftangriff der Vereinigten Arabischen Emirate. Erst vor wenigen Tagen hatten Irans Streitkräfte Ölanlagen in dem arabischen Golfstaat attackiert.
Iranische Medien berichten derweil ebenfalls von amerikanischen Kriegsschiffen, die durch iranischen Beschuss beschädigt worden seien und sich zurückgezogen hätten. Wann sich der Vorfall genau ereignet haben soll, war zunächst unklar. Das US-Verteidigungsministerium nahm zunächst keine Stellung. Das US-Militär teilte zuvor lediglich mit, es habe einen unter iranischer Flagge fahrenden Öltanker manövrierunfähig geschossen. Ein F-18-Kampfflugzeug habe das Ruder des Schiffs getroffen.
Seit gut einem Monat gilt eine Waffenruhe im Iran-Krieg. Die militärischen Spannungen sind jedoch nach wie vor hoch. US-Präsident Donald Trump hatte sich zuletzt optimistisch gezeigt, dass bald eine Einigung mit der Führung in Teheran erreicht werden könnte.













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