Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Kuwait, Saudi-Arabien, Libanon und Israel melden Angriffe
Trump droht Iran: Keine Gebühren in der Straße von Hormus
Hisbollah lehnt direkte Verhandlungen mit Israel ab
Netanjahu kündigt nach Telefonat mit Trump direkte Verhandlungen mit Libanon an
Merz plant direkte Gespräche mit Iran - Kritik an der israelischen Armee in Libanon
Mehr als 300 Tote nach israelischer Angriffswelle in Libanon
Nach der heftigen Angriffswelle des israelischen Militärs auf die libanesische Hauptstadt Beirut und andere Teile des Landes steigt die Opferzahl weiter an. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete, dass die Zahl der Toten auf 303 angestiegen sei. Laut vorläufigen Zahlen wurden 1 150 Menschen verletzt. Damit handelt es sich um den Tag mit der höchsten Opferzahl in Libanon seit Beginn der jüngsten Eskalation Anfang März.
Unter den Getöteten vom Mittwoch seien allein 110 Minderjährige, Frauen und Ältere. Insgesamt wurden dem Ministerium zufolge bisher 1 888 Menschen durch israelische Angriffe seit Ausbruch der Kampfhandlungen am 2. März getötet worden. Mehr als 6 000 Menschen seien verletzt worden.
Kuwait, Saudi-Arabien, Libanon und Israel melden Angriffe
Trotz der vereinbarten Waffenruhe gehen die Angriffe in der Region weiter. Die libanesische Hisbollah-Miliz hat nach israelischen Angaben am frühen Freitagmorgen eine Rakete auf Israel abgefeuert und damit in Tel Aviv und weiteren Teilen des Landes Luftalarm ausgelöst. Das Geschoss ist laut Times of Israel abgefangen worden. Die Hisbollah teilte mit, sie habe am späten Donnerstagabend militärische Infrastruktur in der nordisraelischen Stadt Haifa ins Visier genommen. Ob es sich dabei um denselben Angriff handelte, ist zunächst unklar.
Kurz zuvor erklärte das israelische Militär, man habe am Abend rund zehn Abschussrampen der Hisbollah in Libanon angegriffen, von denen Raketen auf den Norden Israels abgefeuert worden seien. Die jüngsten gegenseitigen Angriffe folgen auf den bislang schwersten israelischen Beschuss Libanons, bei dem am Mittwoch mehr als 300 Menschen getötet worden waren.
Kuwait wirft Iran vor, mit Drohnen „lebenswichtige kuwaitische Einrichtungen“ angegriffen zu haben – so das kuwaitische Außenministerium laut der staatlichen Nachrichtenagentur Kuna.
Auch Saudi-Arabien meldet neue Attacken: Nach Angaben der staatlichen saudischen Nachrichtenagentur SPA soll dabei eine wichtige Ölpipeline beschädigt worden sein.
Trump droht Iran: Keine Gebühren in der Straße von Hormus
US-Präsident Donald Trump fordert freie Durchfahrt für Tanker durch die Meerenge Straße von Hormus. Auf seiner Plattform Truth Social warnte er Iran davor, Gebühren für die Passage zu verlangen. Das solle Iran besser unterlassen und falls doch, sofort damit aufhören. Zudem kündigte Trump an, Öl werde sehr schnell wieder fließen – mit oder ohne Irans Hilfe.
Wenig später legte er erneut via Truth Social nach: Iran mache einen „schlechten Job“ darin, Öltanker durch die Meerenge fahren zu lassen. Das entspreche nicht der Vereinbarung, die man getroffen habe.
Wadephul telefoniert mit Irans Außenminister Araghtschi
Außenminister Johann Wadephul hat mit seinem iranischen Kollegen Abbas Araghtschi gesprochen. „Ich habe Iran aufgefordert, den Waffenstillstand einzuhalten und sich auf konstruktive Verhandlungen einzulassen sowie freie und sichere Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu ermöglichen“, schrieb der CDU-Politiker über den Anruf auf X.
Die USA und Iran hatten sich auf eine zweiwöchige Waffenruhe verständigt, die Israel unterstützt, die allerdings aufgrund der heftigen Angriffe Israels gegen die von Iran unterstützte Hisbollah-Miliz in Libanon bedroht ist. Kontroversen gibt es auch um die Öffnung der Straße von Hormus für den Schiffsverkehr.
Hisbollah lehnt direkte Verhandlungen mit Israel ab
Die Hisbollah lehnt direkte Verhandlungen mit Israel ab. Die libanesische Regierung müsse einen Waffenstillstand als Vorbedingung für weitere Schritte fordern, sagte der Hisbollah-Abgeordnete Ali Fajjad. Zudem müsse der Abzug der israelischen Truppen aus Libanon sowie die Rückkehr der Vertriebenen Priorität haben. Zuvor hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sein Kabinett angewiesen, direkte Gespräche mit Libanon aufzunehmen.
Angeblich neue Botschaft von Irans neuem Revolutionsführer - kein Video
Modschtaba Chamenei bleibt weiter unsichtbar. Eine angebliche Botschaft des neuen Revolutionsführers wird im Staatsfernsehen nur verlesen – das wirft Fragen zu seiner Rolle und seinem Zustand auf. In der ihm zugeschriebenen Erklärung stellt Chamenei sein Land als Sieger im Konflikt mit den USA und Israel dar. „In den letzten 40 Tagen hat die große Nation Iran ein Epos geschaffen und die Welt verblüfft", heißt es in der Botschaft. Dazu gab es weder ein Bewegtbild noch eine Audio- oder Videoaufnahme.
Der 56-Jährige ist seit seiner Ernennung zum neuen Religionsführer am 8. März nicht öffentlich in Erscheinung getreten. Das nährt Spekulationen über seinen Gesundheitszustand, seinen Aufenthaltsort und seine tatsächliche Rolle.
Sein Vater, der langjährige oberste Führer in Iran, Ali Chamenei, wurde am 28. Februar bei einem Luftangriff getötet. Modschtaba Chamenei verlor bei dem Angriff auch seine Ehefrau, Mutter und einen Schwager. Das iranische Staatsfernsehen bezeichnete ihn als „Kriegsversehrten“, nannte aber keine weiteren Details.
Netanjahu kündigt nach Telefonat mit Trump direkte Verhandlungen mit Libanon an
Israel plant offiziellen Angaben zufolge, direkte Verhandlungen über friedliche Beziehungen mit Libanon aufzunehmen. Die Gespräche sollen bereits nächste Woche beginnen und laut der israelischen Nachrichtenseite ynet in Washington stattfinden. Demnach sollen zunächst die US-Botschafter der beiden verfeindeten Länder daran teilnehmen.
Die Verhandlungen sollen sich darauf konzentrieren, die Hisbollah zu entwaffnen und friedliche Beziehungen zwischen Israel und Libanon aufzunehmen. Libanons Präsident Joseph Aoun hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach die Bereitschaft zu Verhandlungen mit Israel signalisiert. Am Mittwoch habe der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sein Kabinett angewiesen, die Gespräche „so bald wie möglich“ zu beginnen.
Israel hatte trotz der Feuerpause im Iran-Krieg am Mittwoch eigenen Angaben zufolge zahlreiche Hisbollah-Ziele in Libanon bombardiert, darunter auch in der Hauptstadt Beirut. Es sind die schwersten israelischen Angriffe auf Libanon seit Anfang März. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden dabei mehr als 200 Menschen getötet.
Der US-Sender NBC News berichtete unter Berufung auf einen hochrangigen Vertreter der US-Regierung, dass Präsident Donald Trump Netanjahu am Mittwoch in einem Telefonat dazu aufgefordert habe, die israelischen Angriffe in Libanon herunterzufahren. Das Portal Axios berichtete unter Berufung auf US-Beamte, der US-Sondergesandte Steve Witkoff habe in einem Gespräch mit Israels Regierungschef eine ähnliche Bitte ausgesprochen.
Merz plant direkte Gespräche mit Iran - Kritik an der israelischen Armee in Libanon
Die Bundesregierung sucht nach der Vereinbarung einer Waffenruhe im Iran-Krieg wieder das direkte Gespräch mit Teheran. „Nach langem Schweigen, für das es auf unserer Seite schwerwiegende Gründe gab, nehmen wir als Bundesregierung jetzt auch die Gespräche mit Teheran wieder auf“, kündigte Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin an. Dies geschehe in Abstimmung mit den USA und den europäischen Partnern.
„Unser Ziel ist, auf diesem Weg auch einen eigenen Beitrag zum Erfolg der anstehenden Verhandlungen zu leisten“, sagte der Kanzler mit Blick auf die bevorstehenden Friedensgespräche zwischen den USA und Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Er werde dazu heute noch mit dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif telefonieren.
Die Bundesregierung werde den diplomatischen Prozess „wie und wo immer möglich“ weiter unterstützen, sagte Merz. „Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen, einen Frieden zu stabilisieren, wenn er denn gelingt.“ Deutschland habe an einem Erfolg der diplomatischen Bemühungen ein fundamentales Interesse. „Von einem solchen Erfolg hängt nicht nur die Stabilität der Region ab, es hängt auch davon ab die Entwicklung der Weltwirtschaft und nicht zuletzt die Entwicklung auch unserer eigenen Wirtschaft.“
Die israelische Kriegsführung in Libanon kritisierte Merz deutlich. Man sehe die Lage in der gesamten Region mit großer Besorgnis - aber mit besonderer Besorgnis die Lage im Süden Libanons. „Die Härte, mit der Israel dort Krieg führt, könnte den Friedensprozess als Ganzes zum Scheitern bringen. Und das darf nicht geschehen“, betonte Merz. „Deswegen habe ich gestern auch mit weiteren Staats- und Regierungschefs die israelische Regierung gebeten, ihre nochmals verschärften Angriffe zu beenden.“
Was Merz bei der Pressekonferenz am Nachmittag noch gesagt hat, lesen Sie hier:
Israels Militär erteilt Evakuierungswarnung für Vororte Beiruts
Das israelische Militär gibt eine Evakuierungswarnung für die Vororte im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut heraus. Üblicherweise gehen solche Warnungen Angriffen des israelischen Militärs voraus. Es nimmt nach eigenen Angaben Ziele der libanesischen Hisbollah ins Visier, die mit Iran verbündet ist.
Nachrichtenagentur: Iran lässt 15 Schiffe täglich durch Straße von Hormus
Iran will einem Medienbericht zufolge die Straße von Hormus zunächst nicht vollständig öffnen. Als Teil der mit den USA ausgehandelten Feuerpause dürften höchstens 15 Schiffe pro Tag die Meerenge passieren, meldete die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf einen hochrangigen iranischen Regierungsvertreter, der namentlich nicht genannt wurde. Vor Beginn des Krieges durchquerten im Schnitt 140 Schiffe täglich die Meerenge.
Iran: Israels Angriffe auf Libanon verletzen Waffenruhe – Teheran droht mit harter Reaktion
Die israelischen Angriffe auf Libanon verletzen nach iranischen Angaben die mit den USA vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe. Durch diese Angriffe würden Verhandlungen sinnlos, teilte der iranische Präsident Massud Peseschkian mit. Israels Attacken seien „ein klarer Verstoß“, schrieb er auf X. „Dies ist ein gefährliches Zeichen von Täuschung und mangelnder Einhaltung möglicher Vereinbarungen“, fügte er hinzu. „Unsere Hände bleiben am Abzug. Iran wird seine libanesischen Schwestern und Brüder niemals alleinlassen.“
Irans Parlamentspräsident Mohammed-Bagher Ghalibaf drohte Israel ebenfalls mit einer entschiedenen Reaktion. „Verstöße gegen die Waffenruhe haben konkrete Konsequenzen und ziehen starke Reaktionen nach sich. Löschen Sie das Feuer sofort“, schrieb er auf X.
Iran reagierte damit auf die schwersten israelischen Angriffe auf Libanon seit Anfang März, bei denen am Mittwoch Berichten zufolge mehr als 250 Menschen getötet wurden. Israel hat erklärt, die mit Iran vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe schließe Libanon nicht mit ein. Dort hat das israelische Militär massiv angegriffen und nach eigener Darstellung Ziele der mit Iran verbündeten Hisbollah-Miliz ins Visier genommen. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte verkündet, die Angriffe in Libanon fortführen zu wollen.
Irans Parlamentspräsident Ghalibaf verwies in seiner Erklärung auch auf Worte von Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif, der die Waffenruhe zwischen den USA, Israel und Iran in der Nacht zu Mittwoch ebenfalls verkündet hatte. In Sharifs Mitteilung war auch explizit die Rede von Libanon. Pakistan hatte zwischen den Kriegsparteien vermittelt. Am Freitag oder Samstag sollen in Islamabad Friedensverhandlungen beginnen.
Al-Jazeera-Reporter in Gaza getötet – Israel: Hamas-Terrorist
Bei einem israelischen Drohnenangriff im Gazastreifen ist nach palästinensischen Angaben ein Reporter des arabischen Senders Al Jazeera getötet worden. Mohammed Wischah sei ums Leben gekommen, als ein Fahrzeug, in dem er westlich der Stadt Gaza unterwegs gewesen sei, von einer Rakete getroffen worden sei, teilte der palästinensische Zivilschutz mit.
Die israelische Armee teilte mit, bei dem Mann handele es sich um ein Mitglied der islamistischen Terrororganisation Hamas. Er habe eine Schlüsselposition in der Raketen-, Drohnen- und Waffenproduktion der Gruppierung gespielt. Wischah habe Terroranschläge auf israelische Soldaten geplant, die in der Gegend im Einsatz gewesen seien und eine „konkrete Bedrohung“ für diese dargestellt. Die Arbeit als Journalist habe nur als Fassade gedient. Die Vorwürfe lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Al Jazeera teilte dagegen mit, Wischah habe seit 2018 für den Sender gearbeitet. Israel habe seit Beginn des Gaza-Kriegs vor mehr als zweieinhalb Jahren immer wieder Journalisten im Visier gehabt. Die Tötung Wischahs sei ein „abscheuliches Verbrechen“ und stelle einen eklatanten Verstoß gegen internationales Recht dar. Israel ziele systematisch auf Journalisten ab, um „die Stimme der Wahrheit zum Schweigen zu bringen“.
Laut Informationen des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) sind seit Beginn des Gaza-Kriegs mindestens 260 Journalisten im Gazastreifen getötet worden. Es ist demnach der Krieg mit den meisten dokumentierten Fällen getöteter Journalisten. Seit dem 10. Oktober herrscht eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas, es kommt aber dennoch immer wieder zu tödlichen Vorfällen. Israel hat Journalisten im Gazastreifen mehrfach vorgeworfen, sie seien für die Hamas im Einsatz gewesen.
Einige Schiffe passierten in den vergangenen 24 Stunden Straße von Hormus
Ein Tanker für Ölprodukte und fünf verschiedene Massengutfrachter haben in den vergangenen 24 Stunden die Straße von Hormus durchquert, wie aus einer Auswertung von Daten von Schiffsverfolgungsdiensten hervorgeht. Der Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Meerenge ist praktisch zum Erliegen gekommen: Seit Beginn des Krieges der USA und Israels gegen Iran am 28. Februar gab es kaum Bewegung, und laut Daten von Kpler, Lloyd’s List Intelligence und Signal Ocean passierten durchschnittlich nur wenige Schiffe pro Tag die Meerenge. Vor dem 28. Februar waren es laut Marktschätzungen durchschnittlich 140 Schiffe täglich.











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