Krieg in Iran: Israel und Iran melden Angriffe auf iranische Atomanlagen

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Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

Rubio: Keine Bodentruppen in Iran nötig 

Medien: Pentagon könnte 10 000 weitere Soldaten senden

G-7-Treffen: Ringen mit Rubio um gemeinsame Iran-Linie 

Trump spricht davon, Ultimatum an Iran zu verschieben

Israel schickt weitere Soldaten nach Libanon

Juri Auel

Israel und Iran melden Angriffe auf iranische Atomanlagen 

Im Iran-Krieg hat die iranische Atombehörde neue Angriffe auf Atomanlagen des Landes gemeldet. Demnach wurde der Schwerwasserreaktor Chondab in der Provinz Markazi angegriffen. Das Gouverneursbüro erklärte nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Fars, wegen der im Vorfeld getroffenen Sicherheitsmaßnahmen bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung.

Der Schwerwasser-Forschungsreaktor in der Nähe der Stadt Arak war bereits im Vorjahr getroffen worden, als Israel und die USA iranische Atomanlagen angriffen. Damals hatte die Internationale Atomenergiebehörde IAEA klargestellt, dass an dem Forschungsreaktor noch gebaut worden sei und dort deshalb kein Nuklearmaterial vorhanden sei.

Das israelische Militär bestätigte den Angriff und begründete ihn mit wiederholten Wiederaufbauversuchen des Irans nach den Zerstörungen im Vorjahr. „Die israelische Armee wird nicht zulassen, dass das iranische Terrorregime seine Bemühungen um die Weiterentwicklung seines Atomwaffenprogramms fortsetzt, das eine existenzielle Bedrohung für den Staat Israel und die gesamte Welt darstellt“, sagte ein Militärsprecher. Auch die USA nennen als ein Kriegsziel, zu verhindern, dass der Iran jemals in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Teheran bestreitet, Atomwaffen zu entwickeln.

Ein weiterer Angriff richtete sich nach Angaben der iranischen Atombehörde gegen eine Produktionsanlage für „Yellowcake“, den Ausgangsstoff für die Herstellung von Brennelementen in Ardakan im Zentraliran. Der Staatssender IRIB berichtete, es seien keine radioaktiven Stoffe freigesetzt worden. Die iranische Atombehörde erklärte, es habe bei beiden Angriffen keine Schäden gegeben - die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. 

Christoph Heinlein

Krieg im Nahen Osten: Wo wird angegriffen?

Juri Auel

Mailkonto von FBI-Chef Patel wohl ausgespäht – Iran-nahe Hacker bekennen sich

Hacker mit Verbindungen zum Iran ​haben sich nach eigenen Angaben Zugang zum E-Mail-Account des FBI-Direktors Kash Patel verschafft und angebliches Material daraus veröffentlicht. Auf ihrer Website teilte die Hackergruppe Handala Hack Team mit, der Chef der US-Bundespolizei werde "nun seinen Namen auf der Liste der erfolgreich gehackten Opfer finden".

Das FBI bestätigte laut Politico, dass das Konto Patels kompromittiert worden sei. Es seien jedoch keine Regierungsinformationen abgeflossen, hieß es. Das Statement ging nicht darauf ein, wer aus Sicht der Behörde hinter dem Angriff steckt. Eine Quelle aus dem US-Justizministerium sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass das durch die Hacker veröffentlichte Material wohl echt sei. 

Juri Auel

Rubio: Keine Bodentruppen in Iran nötig 

Die USA können ihre Ziele in Iran nach Darstellung von Außenminister ​Marco Rubio ohne den Einsatz von Bodentruppen erreichen. Ein mögliches iranisches Gebührensystem für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus sei für die USA inakzeptabel, sagt er nach einem Treffen der G-7-Außenminister in Frankreich zudem. Der Einsatz in Iran werde voraussichtlich in Wochen, nicht in Monaten abgeschlossen sein. Gegenwärtig warteten die USA auf eine Klarstellung, mit wem sie auf iranischer Seite verhandeln werden. 

Juri Auel

Iran meldet Tod von Diplomaten bei Angriff in Libanon 

Teherans Außenministerium hat Israel einen tödlichen Angriff auf einen Wohnsitz iranischer Diplomaten in Libanon vorgeworfen. Das Ministerium sprach in einer Mitteilung von sechs getöteten Diplomaten und verurteilte den Angriff aufs Schärfste. Die Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen. Die israelische Armee äußerte sich bisher nicht zu den iranischen Angaben. 

Juri Auel

Wadephul sieht gemeinsame G-7-Linie mit USA bei Iran-Krieg 

Außenminister Johann Wadephul sieht nach Beratungen mit seinem US-Kollegen Marco Rubio eine gemeinsame Linie der G-7-Länder wirtschaftsstarker Demokratien im Iran-Krieg. „Das war ein wirklich ernsthaftes, ein gutes Gespräch“, sagte der CDU-Politiker nach dem Treffen der G-7-Außenminister bei Paris. Er fügte hinzu: „Es gab und es gibt keine Anforderung der Vereinigten Staaten von Amerika, insbesondere an uns, vor Ende der Kampfhandlungen einen militärischen Beitrag zu leisten.“

Auf die Frage, wie die Stimmung bei den Gesprächen mit Rubio gewesen sei, sagte Wadephul: „Die war gut, die war freundschaftlich, die war konstruktiv, aber natürlich auch der Ernsthaftigkeit der ganzen Situation angemessen.“ Die sicherheitspolitische Lage sei schwierig genug, es müsse eine Eskalation verhindert werden. „Die wirtschaftlichen Auswirkungen spüren wir überall, insbesondere in Europa, schon ganz erheblich.“ Aus diesem Grund habe man „wirklich sehr ausführlich über diese Fragen miteinander diskutiert. Und es gibt überhaupt gar keinen Dissens“. 

Christoph Heinlein

Iranische Miliz stoppt drei Containerschiffe

Die paramilitärische Basidsch-Miliz in Iran hat drei Containerschiffen die Fahrt durch die Straße von Hormus verwehrt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim begründete die Miliz ihr Vorgehen mit angeblichen Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, wonach die Meerenge für die Schifffahrt offen sei. Die Miliz wies auf die offizielle iranische Haltung hin, dass für Schiffe mit Verbindungen zu Israel, den USA und deren Verbündete die Passage verboten sei.

Behörden: 15 Tote bei Luftangriff im iranischen Ghom

Bei einem Luftangriff auf Ziele in der iranischen Stadt Ghom sind nach Angaben der örtlichen Behörden mindestens 15 Menschen getötet worden. Weitere zehn Personen seien verletzt, sagte der stellvertretende Gouverneur der gleichnamigen Provinz, Mortesa Heidari, der staatlichen Nachrichtenagentur Isna. Die Rettungskräfte suchten im Stadtviertel Pardisan weiterhin nach Verschütteten. Die Zahl der Todesopfer könne daher noch steigen.

Welche Ziele genau getroffen wurden, ist bisher nicht bekannt. Der Angriff wurde zudem bisher nicht unabhängig bestätigt. Ghom gilt als religiöses Zentrum in Iran und zählt zu den wichtigsten schiitischen Wallfahrtsorten weltweit. Die Region ist zudem wegen Industrie- und Atomanlagen von strategischer Bedeutung. 

Iran fordert zu Evakuierung von Gebieten rund um US-Stützpunkte auf

Irans Revolutionsgarden fordern laut iranischen Medien die Zivilbevölkerung in der Nahost-Region auf, Gebiete, in denen US-Streitkräfte stationiert sind, zu verlassen. Eine solche Warnung könnte ein Hinweis auf bevorstehende Angriffe sein - oder auch Propaganda-Drohungen, um Angst und Unsicherheit zu verbreiten.

Julia Bergmann

Israel greift Raketenproduktionsstätten in Iran an 

Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge in der Nacht erneut Ziele in Iran angegriffen. Ins Visier seien dabei unter anderem Produktionsstätten für ballistische Raketen, Raketenlager und Raketenabschussrampen genommen worden, teilte das israelische Militär am Morgen mit. Angriffe habe es unter anderem in der iranischen Hauptstadt Teheran gegeben. Ziel sei es, den iranischen Beschuss auf Israel einzuschränken. Dennoch heulten wegen Angriffen aus Iran in der Nacht erneut die Sirenen in Israel, darunter in der Küstenmetropole Tel Aviv. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht.

Israelischen Medienberichten zufolge liegt der Fokus der israelischen Angriffe in Iran derzeit nicht mehr so sehr auf dem iranischen Machtapparat wie zuvor, sondern vor allem auf militärischen Zielen wie der Rüstungsindustrie. Hintergrund dürfte demnach sein, dass Israel sich darauf vorbereitet, dass US-Präsident Donald Trump schon bald eine Waffenruhe mit Iran verkünden könnte. 

Julia Bergmann

Iran pocht auf Recht zur Blockade der Straße von Hormus 

Iran bezeichnet es als sein legitimes Recht, Schiffe des "Feindes und ​seiner Verbündeten" an der Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu hindern. Dies ⁠erklärt der iranische Außenminister in einem Telefonat mit UN-Generalsekretär António Guterres, wie der iranische Sender Press TV berichtet. 

Viktoria Spinrad

Medien: Pentagon könnte 10 000 weitere Soldaten senden

Das Pentagon erwägt Medienberichten zufolge die Entsendung von bis zu 10 000 weiteren Soldaten in den Nahen Osten. Dies würde US-Präsident Donald Trump zusätzliche Flexibilität in den Gesprächen mit Teheran einräumen, berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das Portal Axios schrieb unter Berufung auf einen ranghohen Verteidigungsbeamten, die Entscheidung werde nächste Woche getroffen. Die Soldaten würden aus anderen Kampfeinheiten stammen als diejenigen, die bereits in die Region entsandt worden seien.

Laut Wall Street Journal dürfte die Einsatztruppe aus Infanteristen bestehen, die zu den rund 5000 Soldaten vor Ort und Tausenden Fallschirmjägern der 82. Luftlandedivision hinzukämen. Diese seien bereits in die Region beordert worden. Zunächst war dem Bericht zufolge unklar, wohin genau in den Nahen Osten die Truppen hingeschickt werden sollen. Das Wall Street Journal hielt es für wahrscheinlich, dass die Kräfte in der Nähe zu Iran und der für den Ölhandel strategisch wichtigen Insel Charg stationiert werden dürften.

Laut Axios entwickelt das Pentagon militärische Optionen für einen „endgültigen Schlag“ gegen Iran, der den Einsatz von Bodentruppen und massive Bombardierungen beinhalten könnte. Quellen zufolge habe US-Präsident Donald Trump aber noch keine Entscheidung dazu getroffen. Er sei aber bereit zu eskalieren, falls die Gespräche mit Iran nicht bald Ergebnisse brächten. 

Viktoria Spinrad

G-7-Treffen: Ringen mit Rubio um gemeinsame Iran-Linie 

Die G-7-Partner wirtschaftsstarker Demokratien ringen heute mit ihrem US-Kollegen Marco Rubio um eine gemeinsame Linie für ein Ende des Iran-Krieges. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) forderte vor den Beratungen in Frankreich von den USA, Europa in ihre Planungen einzubeziehen. Rubio stellte sich vor seinem Abflug hinter die Kritik von US-Präsident Donald Trump, die Nato-Verbündeten hätten im Krieg mit Iran nicht geholfen, als die USA sie darum gebeten hätten.

Trump habe festgestellt, dass die USA ständig um Hilfe in Kriegen gebeten worden seien und geholfen hätten, sagte Rubio. Doch als man selbst um Unterstützung gebeten habe, habe man von der Nato keine positive Antwort bekommen. Die Bedrohungen der globalen Schifffahrt durch Iran seien ein Verstoß gegen das Völkerrecht. All jene Länder, denen das Völkerrecht am Herzen liege, sollten etwas dagegen unternehmen.

Zur Allianz der „Gruppe der Sieben“ gehören neben Deutschland auch Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA. Das Treffen in einer früheren Abtei im Pariser Umland ist das erste förmliche Treffen der G-7-Außenminister seit Beginn des Iran-Kriegs vor einem Monat.

Der Bundesaußenminister forderte im TV-Sender RTL: „Wir als Europäer müssen natürlich einbezogen werden jetzt in die Gedankenwelt der USA, wie dieser Krieg beendet werden kann.“ Der Krieg beeinflusse die Wirtschaft und die Energiepreise in Deutschland und Europa sehr stark. „Deswegen müssen wir natürlich wissen, wann und unter welchen Bedingungen dieser Krieg beendet werden kann, wann die Ziele erreicht werden können.“ Diese Dringlichkeit wolle er bei dem G-7-Treffen im französischen Vaux-de-Cernay deutlich machen, sagte Wadephul mit Blick auf Rubio. Am Ende des Tages stehe Deutschland Seite an Seite mit den USA und Israel, „weil wir ein gemeinsames Interesse haben, dass keine Gefahr mehr vom Iran ausgeht“.

Viktoria Spinrad

Bericht: Chinesischer Chipbauer beliefert Irans Militär

Der größte chinesische Chip-Hersteller ​SMIC hat nach Angaben von Insidern aus der US-Regierung Ausrüstung zur Halbleiterproduktion an das iranische Militär geliefert. Die Lieferungen hätten vor etwa einem Jahr begonnen und dauerten ​an, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen aus US-Regierungskreisen am Donnerstag (Ortszeit) der Nachrichtenagentur Reuters. ⁠Die Zusammenarbeit umfasse höchstwahrscheinlich auch technische Schulungen.

Es sei unklar, ob die Ausrüstung aus den USA stamme, was einen Verstoß gegen ​US-Sanktionen ​darstellen würde. Stellungnahmen von SMIC, der chinesischen Botschaft ‌in Washington und der iranischen UN-Vertretung lagen ‌zunächst nicht vor. Die Vorwürfe werfen Fragen zur Haltung der Regierung in Peking in dem seit einem Monat andauernden Konflikt ​zwischen den USA, Israel ​und Iran auf. China hat ​in dem Krieg bislang nicht öffentlich Partei ergriffen. Außenminister Wang Yi rief in dieser Woche zu raschen Friedensgesprächen auf. Allerdings hatte Reuters im vergangenen ‌Monat berichtet, dass Iran kurz vor dem Abschluss eines Abkommens mit China über ‌den Kauf von Anti-Schiffs-Raketen ‌stehe.

Die chinesische Regierung behauptet, dass sie normale Handelsbeziehungen mit ​Iran unterhält. Die US-Regierung geht bereits seit Jahren gegen ‌die chinesische Halbleiterindustrie vor. SMIC wurde 2020 wegen mutmaßlicher Verbindungen zum chinesischen Militär auf eine schwarze Liste gesetzt, die den Zugang zu US-Exporten einschränkt. Das Unternehmen weist diese Vorwürfe zurück. Die Regierung unter Trumps Vorgänger Joe Biden ⁠hatte die Restriktionen gegen SMIC im Jahr ‌2024 weiter verschärft. 

Viktoria Spinrad

EU-Außenbeauftragte: Russland hilft Iran dabei, Amerikaner zu töten

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat Russland schwer belastet: Moskau unterstütze Iran mit Geheimdienstinformationen, um Amerikaner und US-Verbündete ins Visier zu nehmen, sagte sie am Rande eines G-7-Außenministertreffens bei Paris. „Russland hilft Iran mit Geheimdienstinformationen, um Amerikaner zu töten", so Kallas wörtlich. Zudem liefere Moskau Drohnen an Teheran, mit denen Nachbarländer und US-Militärbasen angegriffen würden.

Kallas betonte, beide Kriege seien eng miteinander verknüpft. Wer wolle, dass der Nahost-Konflikt ende und Iran aufhöre, US-Streitkräfte anzugreifen, müsse auch den Druck auf Russland erhöhen – und die Ukraine stärker unterstützen. Eine klare Botschaft an Washington, das bislang zögert, Moskau härter anzugehen.

Russland profitiert dem Bericht zufolge massiv vom gestiegenen Ölpreis infolge des gemeinsamen US-israelischen Angriffs auf Iran Ende Februar: Moskaus tägliche Öleinnahmen haben sich in den vergangenen drei Wochen auf durchschnittlich 270 Millionen Dollar verdoppelt – verglichen mit 135 Millionen Dollar im Januar. „Es ist sehr klar, auf welcher Seite Russland steht – und es ist nicht die Seite Amerikas", sagte Kallas.

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