Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Während Wadephul-Besuch in Kiew: Russland beschießt Vorort
Ukraine trifft erstmals russischen Online-Versandhändler Ozon
Viele Tote und Verletzte bei russischer Attacke auf Krywyj Rih
Gebiet Charkiw: Russische Drohnen töten zwei Frauen
Ukraine: Viele Tote und Verletzte bei russischem Raketenangriff auf Kiew
Putin räumt Schäden für Wirtschaft ein und droht Kiew
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Angriffe der Ukraine auf russische Infrastruktureinrichtungen, darunter eine Ölraffinerie und das Lagerhaus eines großen E-Commerce-Unternehmens in der Region Samara, räumt der russische Präsident Wladimir Putin Schäden für die russische Wirtschaft ein. Die ukrainischen Angriffe „fügen unserem Land wirtschaftlichen Schaden zu. Sie führen zu Verlusten“, sagte Putin in einem Interview mit dem Moskauer Staatsfernsehen.
Putin kündigte harte Gegenschläge an. Russland werde nun selbst die empfindlichsten Bereiche der ukrainischen Wirtschaft ins Visier nehmen, die ohnehin bereits am Abgrund stünden, sagte Putin an. So sei Kiew etwa vom Export seiner Agrarprodukte abhängig, die dem Haushalt wesentliche Einnahmen verschafften. Die Ukraine gehört zu den weltweit bedeutenden Getreideexporteuren. Putin erklärte, dass Russland nach guter Ernte ein großes Exportpotenzial habe und den Weltmarkt bedienen werde.
Die Ukraine habe mit den gegen Russlands Wirtschaft gerichteten Attacken die „Büchse der Pandora“ geöffnet - also ein Quell des Unheils. „Die Gegenmaßnahmen werden nicht lange auf sich warten lassen. Die bekommt ihr“, sagte er an die Adresse Kiews. Ultranationalistische Kreise in Russland hatten Putin zuletzt aufgefordert, härter gegen die Ukraine vorzugehen. Nun sagte er: „Dabei werden die Handlungen der russischen Armee noch deutlich spürbarer und zerstörerischer ausfallen.“ Die Ukraine habe diese Reaktion selbst provoziert, behauptete Putin, der selbst vor viereinhalb Jahren seinen Angriffskriegskrieg gegen das Nachbarland begonnen hatte.
Schon in den vergangenen Wochen hatte Russland immer häufiger ballistische Raketen gegen die Ukraine eingesetzt - in dem Wissen, dass das Land kaum noch Abfangraketen hat, um sich dagegen zu wehren. Diese Schläge, bei denen so viele Zivilisten getötet wurden wie seit Langem nicht, bezeichnete Putin als passend und effektiv. Sie hätten den russischen Soldaten an der Front geholfen, ihre Aufgaben zu erfüllen, behauptete er.
Tote nach ukrainischem Drohnenangriff auf Sewastopol
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf der von Russland bereits 2014 annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim sind nach Angaben der Besatzungsbehörden mindestens zwei Menschen getötet worden. Weitere fünf Zivilisten seien verletzt worden, teilte der von Moskau eingesetzte Gouverneur der Hafenstadt Sewastopol, Michail Raswoschajew, bei Telegram mit. Trümmer einer abgeschossenen Drohne seien auf einen Bus gefallen und hätten ihn in Brand gesetzt.
Russland meldet Tote und Verletzte nach ukrainischen Angriffen
Nach russischen Angaben sind bei ukrainischen Drohnenschlägen gegen Ziele im Süden Russlands mindestens vier Zivilisten getötet und mehrere Menschen verletzt worden. In Jeisk im Gebiet Krasnodar wurden bei einem Angriff auf zivile Infrastruktur und Wohnhäuser zwei Kinder getötet, wie Gouverneur Weniamin Kondratjew mitteilte. Zwei Erwachsene seien verletzt worden. Im Krankenhaus sei einer der Verletzten gestorben, berichtete er am Nachmittag. Der ukrainische Generalstab teilte mit, dass dort ein Kraftstofflager Ziel der Angriffe gewesen sei.
Auch die russische Hauptstadt Moskau meldete am Morgen neue ukrainische Drohnenangriffe. Laut Behörden gab es wegen Flugalarms auf den Hauptstadtflughäfen zeitweilig keine Starts und Landungen. Das Verteidigungsministerium teilte mit, dass in der Nacht insgesamt 457 ukrainische Drohnen abgewehrt worden seien. Von unabhängiger Seite ist das nicht überprüfbar. Zur Anzahl von Treffern machte das Ministerium keine Angaben.
Ukraine: Tote im Gebiet Saporischschja nach russischen Luftangriffen
Infolge russischer Angriffe sind nach ukrainischen Angaben im Südosten der Ukraine mindestens drei Menschen getötet worden. Zudem seien 15 Menschen bei den Angriffen vor allem auf das Umland der Großstadt Saporischschja verletzt worden, teilte der Militärgouverneur des gleichnamigen Gebiets, Iwan Fedorow, auf Telegram mit. Es habe Angriffe mit ballistischen Raketen, Drohnen und Gleitbomben unter anderem auf Lagergebäude gegeben.
Während Wadephul-Besuch in Kiew: Russland beschießt Vorort
Während des Aufenthalts von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) in der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat Russland den Vorort Boryspil mit ballistischen Raketen angegriffen. Mitteilungen der ukrainischen Luftwaffe zufolge sind dabei mindestens drei Raketen eingesetzt worden. Boryspil liegt nur knapp 30 Kilometer östlich der Dreimillionenstadt. Luftalarm galt auch für Kiew. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij und Wadephul nahmen zu diesem Zeitpunkt an einer Veranstaltung mit Kriegsveteranen teil.
Laut den Behörden wurden bei dem Angriff im Landkreis Boryspil mindestens zwei Menschen getötet. Weitere acht Menschen seien verletzt worden, teilte der Gouverneur des Gebiets Kiew, Tymur Tkatschenko, auf Telegram mit. Es gebe Schäden an Lagerhallen, geparkten Transportern, Wohnhäusern und mindestens einer Tankstelle. Unbestätigten Berichten zufolge wurde vom russischen Militär auch besonders gefährliche Streumunition eingesetzt.
„Wir stehen an der Seite der Ukraine. Wir unterstützen sie. Sie wird diese militärische Auseinandersetzung gewinnen.“
Bundesaußenminister Johann WadephulWadephul war an diesem Samstag zum vierten Mal seit seinem Amtsantritt vor 16 Monaten in die Ukraine gereist. Es war ein Solidaritätsbesuch kurz vor dem 35. Unabhängigkeitstag der Ukraine am kommenden Montag. Der Außenminister erklärte, er sei mit europäischen und nicht europäischen Kollegen im Gespräch über die weitere Unterstützung der Ukraine mit Luftverteidigungssystemen. Dafür seien die Eindrücke seiner Reise von großer Bedeutung.
In der kommenden Woche will er mit seinem US-Kollegen Marco Rubio über weitere diplomatische Bemühungen für einen Frieden sprechen. „Ich setze darauf, dass die USA weiter bereit sind, eine aktive Rolle hier auch zu spielen in den Verhandlungen mit der Ukraine“, sagte Wadephul und ergänzte: „Aber ich glaube auch, dass es richtig war, dass wir Europäer im ersten Halbjahr dieses Jahres uns zusammengefunden haben im E3-Rahmen.“ Deutschland, Frankreich und Großbritannien würden in diesem Rahmen weiterhin sehr eng zusammenarbeiten.
Ukraine trifft erstmals russischen Online-Versandhändler Ozon
Nach Berichten ukrainischer Medien hat die Ukraine erneut im Gebiet Samara eine große Ölraffinerie angegriffen – und erstmals auch ein Lager des russischen Online-Versandhändlers Ozon. Das Unternehmen bestätigte einen Angriff auf sein Logistikzentrum im Gebiet Samara. Das Lager sei in Brand geraten, es seien 500 Mitarbeiter in Sicherheit gebracht worden; es gebe aber auch Verletzte, teilte Ozon am Morgen mit. Für Mitarbeiter und Angehörige sei ein Notruftelefon eingerichtet worden.
Zuvor hatte die Ukraine den größten russischen Online-Versandhändler Wildberries wiederholt mit Drohnen angegriffen. Die Schäden allein bei dem Unternehmen gehen nach Schätzungen von Branchenexperten in die Milliarden.
Viele Tote und Verletzte bei russischer Attacke auf Krywyj Rih
Nach einem russischen Drohnenangriff auf ein belebtes Einkaufszentrum in der ukrainischen Großstadt Krywyj Rih ist die Zahl der Toten nach Angaben aus der Ukraine auf mindestens 16 gestiegen. Der ukrainische Zivilschutz sprach am Morgen von noch neun Vermissten, darunter zwei Kinder.
Am Freitagabend war zunächst von 15 Toten und 130 Verletzten die Rede gewesen. 29 Personen hätten schwerste Verletzungen erlitten, unter ihnen fünf Kinder, teilte der regionale Militärverwalter Oleksandr Hanscha auf Telegram mit.
Präsident Wolodimir Selenskij sprach in einem Beitrag auf Facebook von einem „absolut zynischen und hinterhältigen Angriff auf ein gewöhnliches Einkaufszentrum“. Nach seinen Angaben griffen die Drohnen in zwei Wellen an. „Eine halbe Stunde nach dem ersten Treffer und dem Ausbruch eines Brandes folgte ein erneuter Angriff auf die Rettungskräfte“, berichtete er.
Die Heimatstadt von Selenskij liegt rund 350 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Kiew. Erst vor wenigen Tagen war Krywyj Rih vom russischen Militär mit Kampfdrohnen und ballistischen Raketen angegriffen worden. Dabei starben nach offiziellen Angaben zwei Zivilisten, knapp ein Dutzend Menschen wurde verletzt.
Wadephul kurz vor Unabhängigkeitstag in Kiew
Kurz vor dem 35. Unabhängigkeitstag der Ukraine ist Außenminister Johann Wadephul zu einem Solidaritätsbesuch in dem von Russland angegriffenen Land eingetroffen. Gleich nach seiner Ankunft mit einem Sonderzug am Bahnhof von Kiew verurteilte der CDU-Politiker die zunehmenden russischen Drohnen- und Raketenangriffe und warf Moskau „wahllosen Mord an Zivilisten“ sowie gezielte Zerstörung der Energieinfrastruktur vor. Russland wolle die Lebensgrundlage der Menschen in der Ukraine zerstören und so ihren Durchhaltewillen brechen.
Die Sommermonate Juli und August seien für die ukrainische Zivilbevölkerung die tödlichsten seit mehr als vier Jahren gewesen. „Nie vorher feuerte Russland mehr Raketen auf sein Nachbarland ab“, sagte er. Der CDU-Politiker sicherte der Ukraine vor diesem Hintergrund weitere Unterstützung zu. Er hofft darauf, dass Russland so zu Friedensverhandlungen bewegt werden kann. Kein Land investiert so viel in die militärische und finanzielle Unterstützung der Ukraine wie Deutschland.
Wadephul ist zum vierten Mal seit seinem Amtsantritt vor 16 Monaten in dem Land. Der Besuch wurde aus Sicherheitsgründen wie üblich nicht öffentlich angekündigt. Auch sein Programm in Kiew wird nicht bekanntgegeben. Im Mittelpunkt werden aber Gespräche mit der ukrainischen Führung stehen.
Am kommenden Montag vor 35 Jahren hat die Ukraine die Unabhängigkeit von der Sowjetunion erlangt. Um den Jahrestag herum finden Feierlichkeiten vor allem in der Hauptstadt Kiew statt.
Nach mutmaßlicher Luftraumverletzung: Finnland bestellt russischen Botschafter ein
Das finnische Außenministerium hat den russischen Botschafter wegen einer mutmaßlichen Luftraumverletzung durch ein Aufklärungsflugzeug einbestellt. Wie der finnische Grenzschutz am Freitag mitteilte, hat sich die Maschine vom Typ Il-20 am Vortag etwa drei Minuten lang im finnischen Luftraum befunden und ist dabei bis zu 8,7 Kilometer tief eingedrungen. Der Vorfall habe sich im westlichen Finnischen Meerbusen ereignet, eine Voruntersuchung sei eingeleitet worden. Die russische Botschaft in Finnland reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.
Gebiet Charkiw: Russische Drohnen töten zwei Frauen
Russland hat mit Drohnenangriffen im frontnahen ostukrainischen Gebiet Charkiw nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen getötet. Bei der Attacke mit sechs Drohnen auf das Dorf Lebjaschje seien zwei Frauen im Alter von 66 und 73 Jahren getötet und zwei weitere Menschen verletzt worden, teilte Charkiws Militärgouverneur Oleh Synjehubow bei Telegram mit. Es seien fünf Häuser in Brand geraten, drei zerstört und viele weitere beschädigt worden. Nach Angaben der ukrainischen Flugabwehr setzte Russland gegen das Land insgesamt 135 Drohnen ein, davon seien 107 abgeschossen worden.
Bei Gegenschlägen, mit denen die Ukraine auf die Angriffe antwortet, hat Kiew erneut Hunderte Drohnen gegen russische Ziele eingesetzt. Die russische Flugabwehr meldete in nicht überprüfbaren Angaben, sie habe 325 ukrainische Drohnen abgeschossen. In Moskau stellten wegen Luftalarms mehrere Hauptstadtflughäfen vorübergehend den Flugbetrieb ein. In der Region Perm, rund 1000 Kilometer nordöstlich von Moskau, wurde Medien zufolge eine Ölraffinerie getroffen. Es kam demnach zu einem Brand. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij bestätigte später den Angriff auf die „über 1600 Kilometer von der Grenze“ entfernte Raffinerie und andere Ziele.
Krim: Zwei Tote bei ukrainischem Angriff
Bei einem ukrainischen Angriff sind auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim nach Angaben der Besatzungsbehörden zwei Menschen getötet worden. Weitere drei seien bei der Attacke im Umland der Stadt Simferopol verletzt worden, teilte der von Moskau eingesetzte Statthalter Sergej Aksjonow bei Telegram mit. Andernorts gebe es einen weiteren Verletzten. Details nannte Aksjonow nicht. Russland hatte die Krim bereits 2014 annektiert und nutzt sie als Aufmarschgebiet und Nachschubbasis. Kiew greift daher immer wieder auch Ziele auf der Halbinsel an.
Selenskij: Brauchen Raketen für „Patriot“-Systeme
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat nach massiven russischen Luftangriffen erneut auf den Mangel an Flugabwehrraketen hingewiesen und an die Partner seines Landes appelliert. „Es sind Raketen für Patriots nötig, das können nur unsere Partner bereitstellen“, sagte er in einer abendlichen Videoansprache. Es gehe nicht um Geschenke, sondern um die Bereitschaft der Ukraine, Waffen zu kaufen.
Ballistische Raketen sind aufgrund ihrer Geschwindigkeit schwieriger abzuwehren. Als wirksames Mittel dagegen gelten moderne Patriot-Flugabwehrsysteme – der Ukraine mangelt es jedoch an Raketen dafür.
Russland setzt Angriffe am Tag fort
Nach massiven Angriffen Russlands auf die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht ist bei einer neuen Attacke am Tag mindestens ein weiterer Mensch getötet worden. Drohnentrümmer seien auf ein Geschäftszentrum gestürzt, schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram. Ein Toter und zwei Verletzte seien gefunden worden, Rettungskräfte setzten die Suche in dem Gebäude fort. Klitschko sprach von einem gezielten Angriff auf die kritische Infrastruktur. In zwei Stadtteilen könne es zu Unterbrechungen der Warmwasserversorgung kommen.
Auch Kramatorsk in der Ostukraine wurde nach Behördenangaben tagsüber angegriffen. Dabei seien elf Menschen verletzt worden, teilte der Militärverwalter des Gebietes Donezk, Wadym Filaschkin, auf Telegram mit.
Erst in der vergangenen Nacht waren Klitschko zufolge allein in Kiew 15 Menschen durch massive russische Angriffe ums Leben gekommen.
Die Angriffe seien ein „weiteres tragisches Beispiel für die alarmierende Zunahme von Angriffen auf bewohnte Gebiete“, sagte der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres in New York.
Lettland: Am 14. August abgeschossene Drohne war ukrainischen Ursprungs
Eine am 14. August im lettischen Luftraum abgeschossene Drohne ist ukrainischen Ursprungs. Das haben die lettischen Streitkräfte jetzt mitgeteilt. Ein im Baltikum stationierter italienischer Kampfjet hatte das Fluggerät abgeschossen, das während ukrainischer Angriffe auf russische Häfen die Grenze des Nato- und EU-Mitgliedstaats verletzt hatte. Dem Militär zufolge flog die Drohne von Belarus aus ein, was höchstwahrscheinlich auf russische Störsignale zurückzuführen sei.
Ukrainische Drohnen auf dem Weg zu Zielen in Russland sind in diesem Jahr bereits wiederholt vom Kurs abgekommen und in den baltischen Luftraum eingedrungen.











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