Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Kallas: Entscheidung über EU-Kredit für Ukraine bis Mittwoch
Selenskij wirft US-Vermittlern Respektlosigkeit vor
Drohungen aus Moskau gegen „potenzielle Ziele“ in Deutschland: Auswärtiges Amt bestellt Botschafter ein
Europol-Ermittler entdecken 45 verschleppte ukrainische Kinder
Ukraine: Ranghoher Militär bei Drohnenangriff verletzt
Druschba-Pipeline wieder funktionsfähig
Die Druschba-Pipeline, durch die russisches Öl nach Europa fließt, ist nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij wieder betriebsbereit. Selenskij erklärte auf X, dass die Ukraine die Reparaturarbeiten an dem im Januar beschädigten Abschnitt der Röhre abgeschlossen habe. Die Ukraine macht Russland für die Beschädigung verantwortlich.
Öllieferungen an EU-Staaten mache die Ukraine von der Freigabe der für die Ukraine vorgesehenen Milliarden-Mittel abhängig, sagte der Präsident. Zuletzt hatten Ungarn und die Slowakei die Zahlung der EU-Mittel blockiert.
Kallas: Entscheidung über EU-Kredit für Ukraine bis Mittwoch
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas rechnet bis Mittwoch mit „positiven Entscheidungen“ über einen Kredit für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro, sagte sie vor einem Treffen der EU-Außenminister in Luxemburg.
„Die Ukraine braucht diesen Kredit wirklich, und er ist auch ein Zeichen dafür, dass Russland nicht länger durchhalten kann als die Ukraine.“
EU-Außenbeauftragte Kaja KallasZuletzt hatte Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán die Auszahlung des EU-Kredits an die Ukraine blockiert, obwohl sein Land dem Paket im Dezember 2025 zugestimmt hatte. Orbán hatte die Freigabe mit der Wiederaufnahme russischer Öllieferungen über die beschädigte Druschba-Pipeline, die durch die Ukraine führt, verknüpft.
Mitte April wurde Orbán bei den ungarischen Parlamentswahlen abgewählt. Sein designierter Nachfolger Péter Magyar ist der Frage bisher ausgewichen, ob er dem Kredit zustimmen werde.
Selenskij wirft US-Vermittlern Respektlosigkeit vor
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat den US-Vermittlern Steve Witkoff und Jared Kushner fehlenden Respekt vor der Ukraine vorgeworfen. „Es ist respektlos, nach Moskau zu reisen und nicht nach Kiew zu kommen“, sagte der Staatschef in einem Interview für das staatliche Nachrichtenprogramm. Er verstehe zwar die Schwierigkeiten bei der Anreise in das Kriegsland, doch würden auch andere nach Kiew reisen. Mit Blick auf einen solchen Besuch vor Ort sagte Selenskij: „Das brauchen nicht wir, sondern sie.“ Zugleich hob er hervor, dass für ihn das Resultat und nicht der Ort der Gespräche entscheidend sei.
Selenskij lehnte erneut einen von Russland geforderten Abzug aus den ostukrainischen Gebieten Luhansk und Donezk ab. „Das wäre fraglos für uns strategisch gesehen eine Niederlage“, sagte das Staatsoberhaupt. Ohne die Befestigungsanlagen und die ausgebaute Verteidigungslinie würde die Ukraine schwächer werden. Ein angeordneter Rückzug würde auch die ukrainische Armee moralisch schwächen. Für ihn sei ein Kriegsende am schnellsten über einen Waffenstillstand entlang der aktuellen Frontlinie erreichbar.
Zwar drängt Washington die Kriegsparteien seit Monaten zu einem Friedensschluss. Jedoch ruhen die Verhandlungen aufgrund des Iran-Kriegs seit Februar. Zuvor waren Witkoff und Kushner bereits mehrfach zu Gesprächen mit Kremlchef Wladimir Putin nach Moskau gereist. Ein für nach dem orthodoxen Osterfest erwarteter Besuch wäre der erste in Kiew gewesen. Bislang fand er aber nicht statt. Das orthodoxe Osterfest wurde am 12. April gefeiert.
Drohungen aus Moskau gegen „potenzielle Ziele“ in Deutschland: Auswärtiges Amt bestellt Botschafter ein
Das Auswärtige Amt hat den russischen Botschafter in Deutschland einbestellt, wie es selbst auf X mitteilte. „Direkte Drohungen Russlands gegen Ziele in Deutschland sind ein Versuch, unsere Unterstützung für die Ukraine zu schwächen und unsere Geschlossenheit zu testen“, hieß es als Begründung. „Unsere Antwort ist klar: Wir lassen uns nicht einschüchtern. Solche Drohungen und alle Arten von Spionageaktivitäten in Deutschland sind vollkommen inakzeptabel“, schrieb das Amt weiter.
Vergangene Woche hatte das russische Außenministerium Adressen von europäischen Rüstungsfirmen veröffentlicht, darunter auch Standorte in München und Hanau. Dort würden Drohnen für die Ukraine produziert, hieß es. Wegen Sabotagegefahr werden die Standorte der Betriebe in Deutschland eigentlich geheim gehalten. Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew, der als Vizechef des nationalen Sicherheitsrats immer noch großen Einfluss hat, bezeichnete auf der Plattform X die aufgeführten Unternehmen als „Liste potenzieller Ziele für die russischen Streitkräfte“.
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Europol-Ermittler entdecken 45 verschleppte ukrainische Kinder
Internationale Ermittler haben gemeinsam mit Europol 45 mutmaßlich entführte ukrainische Kinder identifiziert und aufgespürt. Die Kinder seien vermutlich gewaltsam in die besetzten Gebiete der Ukraine, nach Russland oder Belarus verschleppt worden, teilte Europol in Den Haag mit. Die Informationen seien den ukrainischen Behörden übergeben worden.
Zwei Tage lang hatten Sonderermittler aus 18 Ländern sich in Den Haag an der Suche beteiligt. An der Europol-Aktion war auch der Internationale Strafgerichtshof beteiligt. Die Ergebnisse können nach Informationen von Europol zum Aufenthaltsort der deportierten Kinder führen.
Die Experten hatten online in digitalen Quellen und mit Gesichtserkennung versucht, die Kinder zu finden. Grundlage sind etwa Kinderfotos der Eltern. Es seien Routen ermittelt worden sowie Militäreinheiten, die an der Deportation beteiligt waren. Es ist die dritte internationale digitale Suchaktion von Europol zu den verschleppten Kindern der Ukraine.
Seit Beginn des Krieges vor gut vier Jahren wurden nach Angaben von Europol schätzungsweise mehr als 19 500 Kinder aus den besetzten Gebieten nach Russland oder Belarus verschleppt. Einige seien von Russen adoptiert worden, andere würden in Umerziehungslagern oder psychiatrischen Kliniken festgehalten. Der Internationale Strafgerichtshof leitete deshalb Ermittlungen ein und erließ internationale Haftbefehle gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin sowie die russische Beauftragte für Kinderrechte, Maria Lwowa-Belowa.
Wie es für ukrainische Kinder ist, wieder in die Heimat zurückzukehren, beschreibt SZ-Korrespondent Florian Hassel:
Ukraine: Ranghoher Militär bei Drohnenangriff verletzt
In der Ukraine hat ein wichtiger Berater des ukrainischen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow nach eigenen Angaben einen russischen Drohnenangriff nur knapp überlebt. Der Drohneneinschlag habe sein Haus zerstört, teilte Serhij Beskrestnow mit. „Mich hat es getroffen, aber das Wichtigste: Wie durch ein Wunder bin ich am Leben“, schrieb er. Dazu veröffentlichte er ein Bild von sich aus dem Krankenhaus.
Der 51-jährige Beskrestnow gilt als Spezialist für militärische Funktechnologien. Seit Kriegsbeginn ist er an der Front in den Bereichen Funk, elektronische Kriegsführung und Aufklärung aktiv – und damit auch für den Drohnenkampf. Im Januar 2026 wurde er von Verteidigungsminister Fedorow zu dessen Berater auf dem Gebiet ernannt.
Erneut Brand russischer Ölanlagen nach Drohnenangriff – Bericht über einen Toten
Bei einem erneuten ukrainischen Drohnenangriff auf den russischen Schwarzmeerhafen Tuapse in der Region Krasnodar ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Das teilte der zuständige Gouverneur Weniamin Kondratjew mit. Eine weitere Person sei verletzt worden, schrieb der Gouverneur auf der Plattform Telegram. Im Hafen brenne es, Drohnentrümmer hätten Gebäude in der Stadt beschädigt, darunter eine Schule und einen Kindergarten. Auch eine Gasleitung sei beschädigt worden. In sozialen Medien berichteten Anwohner von Explosionen, zwei brennenden Tanks der Raffinerie und hohen Flammen im Bereich des Hafens. Die Staatsanwaltschaft berichtete von Schäden an der Infrastruktur des Hafens.
Der Hafen war bereits vergangene Woche Ziel eines ukrainischen Angriffs. Als Teil ihres Abwehrkampfes greift die Ukraine Russlands Ölindustrie an, die für Moskaus Finanzierung des Kriegs wichtig ist. Die Zahl der Opfer und das Ausmaß der Schäden stehen in keinem Verhältnis zu den verheerenden Kriegsfolgen russischer Angriffe in der Ukraine.
Am Schwarzen Meer ist Tuapse einer der wichtigsten Häfen für den russischen Ölexport. Hier gibt es auch eine Raffinerie, die dem größten russischen Ölkonzern Rosneft gehört. Tuapse liegt etwa 75 Kilometer nordwestlich der Großstadt Sotschi.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hatte am Sonntag mitgeteilt, die ukrainischen Angriffe auf Russlands Ölinfrastruktur hätten zu einem Verlust von mindestens 2,3 Milliarden Dollar an Einnahmen durch Ölverkäufe geführt. Das Onlineportal Kyiv Independent berichtete, durch Drohnenangriffe und Beschlagnahmung von Öltankern der sogenannten russischen Schattenflotte seien im April etwa 40 Prozent der russischen Öl-Exportkapazitäten lahmgelegt worden.
Orbán: Ungarn wird EU-Kredit an die Ukraine freigeben
Ungarn hat sich bereiterklärt, den EU-Kredit in Höhe von 90 Milliarden Euro an die Ukraine freizugeben, sobald Kiew die Versorgung mit russischem Öl wiederherstellt. Das erklärt Ministerpräsident Viktor Orbán in einem Facebook-Post. Die Ukraine könne die Lieferungen über die Druschba-Pipeline möglicherweise bereits ab Montag wieder aufnehmen, schreibt Orbán unter Berufung auf „Signale aus der Ukraine über Vermittlung aus Brüssel“. „Ungarns Position hat sich nicht geändert“, so Orbán. „Wenn es Öl gibt, gibt es Geld.“
Ungarns EU-Minister János Bóka erklärt in einem separaten Post, der Kredit könne bereits am Mittwoch bei einem EU-Treffen in Brüssel freigegeben werden.
Mann erschießt sechs Menschen in Kiew – Verbindungen nach Russland werden untersucht
Am Samstag erschoss ein Mann in Kiew auf der Straße vier Menschen, verschanzte sich in einem Supermarkt und tötete dort eine weitere Person. Ein sechstes Opfer erlag seinen Verletzungen im Krankenhaus. 14 weitere Personen wurden verletzt. Der Täter wurde von der Polizei erschossen. Es soll sich um einen in Moskau geborenen Ukrainer handeln, der lange in Russland und dann in Bachmut in der ukrainischen Region Donezk gelebt habe. Der Mann sei bereits polizeilich bekannt gewesen, sagte Präsident Wolodimir Selenskij. „Mein Beileid gilt den Familien und Lieben der Opfer“, erklärte er außerdem.
Der Guardian verweist auf russische Bankkonten des mutmaßlichen Täters und auf antisemitische und antiukrainische Äußerungen, die er online gepostet habe. Ob es einen direkten Auftrag aus Russland für den Anschlag gab, ist unklar. „Wir versuchen nun, so viel wie möglich über den Täter und seine Motive herauszufinden“, so Selenskij. Solche Anschläge sind in der Ukraine äußerst selten – und treffen die Bevölkerung wohl auch deshalb besonders schwer.
USA erlauben weiterhin Kauf von russischem Öl
Die USA haben die Ausnahmeregelung für den Kauf russischen Öls auf dem Seewege bis zum 16. Mai verlängert. Dies geht aus einem Dokument des US-Finanzministeriums hervor. Damit will die Regierung von US-Präsident Donald Trump die während des Iran-Krieges gestiegenen Energiepreise unter Kontrolle halten. Vor zwei Tagen hatte US-Finanzminister Scott Bessent erklärt, es werde keine Verlängerung der Ausnahmeregelung geben.
Der für Wirtschaftsbeziehungen mit dem Ausland zuständige Kremlgesandte Kirill Dmitrijew lobte die Maßnahme. „Viele Länder, darunter die USA, verstehen die entscheidende und systemrelevante Bedeutung russischen Öls und Gases für die Stabilität der Weltmärkte“, schrieb er auf Telegram. Die zunächst befristete Aufhebung der Sanktionen werde dabei „Hysterie bei den Kriegstreibern in der EU und Großbritannien“ auslösen, freute er sich.
Die Maßnahme könnte die Bemühungen des Westens erschweren, Russland Einnahmen für seinen Krieg in der Ukraine zu entziehen. Der Kreml nutzt die Einnahmen aus der Ölindustrie zur Finanzierung seines Kriegs gegen die Ukraine. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte erklärt, es sei nicht die Zeit, die Sanktionen gegen Russland zu lockern.
Ukrainische Drohnenangriffe auf Sewastopol und weitere Regionen
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russisch besetzte Marinestadt Sewastopol auf der Halbinsel Krim ist nach Behördenangaben in der Nacht ein Öldepot in Brand geraten. Das Feuer in einem Tank mit Kraftstoffresten sei durch abgeschossene Drohnen ausgelöst worden, schrieb der Verwaltungschef der Stadt, Michail Raswoschajew, auf der Plattform Telegram. Der Brand habe keine Auswirkungen auf die Treibstoffversorgung von Sewastopol.
Verletzte gebe es keine, hieß es weiter. Darüber hinaus habe die Flugabwehr über der Stadt zwei weitere Drohnen abgeschossen. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden. Russland hatte die ukrainische Halbinsel 2014 nach einem international nicht anerkannten Referendum annektiert.
Im Gebiet Samara in Russland ist nach Medienangaben die Ölraffinerie in Nowokuibyschewsk von Drohnen getroffen worden. In sozialen Netzwerken kursierende Bilder und Videos zeigen Brände, die von der Anlage stammen sollen. Offiziell wurden die Berichte bislang nicht bestätigt. Zuletzt lag die Produktionsleistung der Raffinerie bei 8,8 Millionen Tonnen pro Jahr – und war damit eine der größeren Anlagen im Land. In letzter Zeit hat die Ukraine angesichts des Iran-Kriegs seine Angriffe auf die russische Öl-Industrie verstärkt, um die Einnahmen Moskaus durch Öl-Exporte zu schmälern.
Im Gebiet Leningrad, das an St. Petersburg (früher Leningrad) grenzt, war der Hafen von Wyssozk Ziel ukrainischer Angriffe, wie Gouverneur Alexander Drosdenko auf Telegram mitteilte. Dort werde versucht, einen Brand zu löschen. 27 ukrainische Drohnenangriffe seien abgewehrt worden.
Auch in der südrussischen Region Krasnodar melden Behörden einen Großbrand in einem Ölterminal. 224 Feuerwehrleute und 56 Fahrzeuge seien im Einsatz, um den Brand in dem Terminal in Tichorezk zu bekämpfen, teilt der regionale Krisenstab auf Telegram mit. Verletzte wurden nicht gemeldet. Zur Brandursache gibt es keine Angaben.
Selenskij warnt Belarus vor Beteiligung am russischen Krieg
Belarus hat nach Angaben aus Kiew in grenznahen Gebieten zur Ukraine mit dem Ausbau von Straßen und dem Bau von Artilleriestellungen begonnen. „Wir gehen davon aus, dass Russland ein weiteres Mal versuchen wird, Belarus in seinen Krieg (gegen die Ukraine) hineinzuziehen“, schrieb der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij bei Telegram. Er habe Anweisung gegeben, Minsk vor den Folgen zu warnen. Die Ukraine sei bereit, ihr Hoheitsgebiet und ihre Unabhängigkeit zu verteidigen.
„Die Art und die Folgen der jüngsten Ereignisse in Venezuela sollten die Führung von Belarus davon abhalten, Fehler zu begehen“, fügte er hinzu. Anfang Januar wurde der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro mit seiner Frau von US-amerikanischen Truppen über Nacht in die USA festgenommen und vor Gericht gestellt.
Belege für die Bautätigkeiten in Belarus legte Selenskij nicht vor. Im Februar 2022 war die russische Armee auch von belarussischem Territorium in die Ukraine einmarschiert.
Schäden an Hafenanlagen und Häusern in Region Odessa nach russischem Angriff
Bei einem russischen Drohnenangriff auf die ukrainische Region Odessa sind in der Nacht Hafen-, Verkehrs- und Wohnanlagen beschädigt worden. Der Gouverneur der Region, Oleh Kiper, teilt über den Kurznachrichtendienst Telegram mit, dass an mehreren Orten Brände ausgebrochen seien. Unter anderem seien Verwaltungsgebäude, Container und mindestens sechs Wohnhäuser getroffen worden. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand.
Viertel in Tschernihiw erneut ohne Strom
Das russische Militär hat in der Nacht die ukrainische Stadt Tschernihiw angegriffen und mehrere Viertel von der Stromversorgung abgeschnitten. Nach Angaben des regionalen Militärverwalters Dmytro Bryschinskyj wurden am frühen Morgen mehrere Objekte der Energieinfrastruktur getroffen und in Brand gesetzt. Vorerst gab es keine Berichte über mögliche Verletzte. Bryschinskyj machte in seiner Mitteilung auf Telegram keine Angaben, welche Waffen bei dem Angriff eingesetzt wurden. Erst vor knapp zehn Tagen hatte das russische Militär die Energieversorgung von Tschernihiw schwer getroffen.
EU stellt Ukraine weitere Milliardenhilfen in Aussicht
Die EU will nach Fortschritten bei Reformen in der Ukraine in Kürze weitere Milliardenhilfen an das Land auszahlen. Es gehe um 2,5 bis 2,7 Milliarden Euro, teilte EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos am Rande der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank in Washington mit. Das ukrainische Parlament habe in der vergangenen Woche die dafür notwendigen Gesetze verabschiedet. „Es gibt einen Ukraine-Plan, in dem 173 Reformen aufgeführt sind, die sie umsetzen müssen und wenn sie diese erfüllen, können wir ihnen das Geld geben“, sagte Kos der Nachrichtenagentur Reuters.
Sie begrüßte auch die jüngsten Wahlergebnisse in Ungarn, das den weitaus größeren EU-Kredit an die Ukraine blockiert hatte. Die EU werde nun definitiv den separat zugesagten Kredit über 90 Milliarden Euro gewähren, dies sei nach der Abwahl von Viktor Orbán zu „100 Prozent“ sicher, sagte Kos. Die EU-Spitze stehe bereits in Kontakt mit dem voraussichtlichen neuen ungarischen Regierungschef Peter Magyar. Der ukrainische Finanzminister Serhij Martschenko erklärte, mit dem EU-Kredit sei die Finanzierungslücke seines Landes für das Jahr 2026 in Höhe von 52 Milliarden Dollar geschlossen. Über den Bedarf für 2027 liefen jedoch noch Gespräche. Die EU habe fast zwei Drittel des ukrainischen Finanzierungsbedarfs gedeckt, andere große Staaten müssten nachziehen.













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