Krieg im Iran: Trump spricht von baldigem Kriegsende, Israel widerspricht

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Der US-Präsident hat den Irankrieg als "so gut wie beendet" bezeichnet. Der Iran sei geschwächt, sagte Donald Trump. Israels Regierung ist jedoch "noch nicht fertig".

10. März 2026, 10:50 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, Reuters, dpa,

 Trump sprach auf einer Pressekonferenz in Doral von einem kurzen Krieg.
Trump sprach auf einer Pressekonferenz in Doral von einem kurzen Krieg. © Roberto Schmidt/​Getty Images

Am zehnten Tag des israelischen und US-amerikanischen Angriffskriegs auf den Iran hat US-Präsident Donald Trump ein mögliches baldiges Ende des Krieges ins Spiel gebracht. "Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet. Sie haben keine Marine, keine Kommunikationssysteme, sie haben keine Luftwaffe", zitierte der US-Sender CBS News Trump nach einem Telefoninterview. Der Krieg verlaufe "weit vor dem Zeitplan", sagte Trump demnach weiter, das Hauptrisiko sei vorbei. Trump legte sich aber nicht auf einen konkreten Zeitpunkt für ein Kriegsende fest noch nannte er konkrete Ziele, die erreicht werden sollten.

In einer Ansprache vor republikanischen Abgeordneten in Doral im US-Bundesstaat Florida fügte Trump später hinzu: "Es wird ziemlich schnell vorbei sein." Der Krieg sei nur "ein kurzer Ausflug". Später sagte er auf einer Pressekonferenz, der Krieg werde bald beendet, "und wenn er wieder anfängt, werden sie noch härter getroffen".

Trump widerspricht sich

Trumps Aussage widerspricht sich mit vorherigen Drohungen. Noch Montagabend hatte er dem Iran gedroht. "Wenn der Iran irgendetwas unternimmt, das den Ölfluss durch die Straße von Hormus stoppt, wird er von den Vereinigten Staaten von Amerika zwanzigmal härter getroffen werden als bisher", schrieb er online. "Außerdem werden wir leicht zerstörbare Ziele ausschalten, die es dem Iran praktisch unmöglich machen werden, jemals wieder als Nation aufgebaut zu werden – Tod, Feuer und Zorn werden über sie hereinbrechen", drohte er weiter. Auch das Verteidigungsministerium hatte zuletzt online geschrieben, die Kämpfe hätten "gerade erst begonnen".

Zuletzt deutete Trump auf einer Pressekonferenz zum Irankrieg in Florida an, dass auch andere Länder vom Krieg profitierten – insbesondere Staaten, die von Öl abhängig seien, das durch die Straße von Hormus transportiert werde. "Ich meine, wir tun das für andere Teile der Welt, auch für Länder wie China", sagte Trump.

Iran droht den USA

Die iranische Revolutionsgarde kritisierte Trumps Äußerungen. "Wir sind diejenigen, die über das Ende des Krieges entscheiden", zitierte die iranische Nachrichtenagentur Tasnim aus einer Mitteilung. "Die Bedingungen auf dem Schlachtfeld und das Ende des Krieges liegen in den Händen der Islamischen Republik." Die Garde kündigte an, sie werde nicht zulassen, dass "auch nur ein Liter Öl" die Region verlässt, sollten die Angriffe der USA und Israels weitergehen.

"Ihre Bemühungen, die Preise für Öl und Gas zu senken und zu kontrollieren, werden nur vorübergehend und erfolglos sein", sagte Revolutionsgarden-Sprecher Ali Mohammad Naini laut der iranischen Nachrichtenagentur weiter. Der Handel hänge unter Kriegsbedingungen "von der Sicherheit ab".

Nach dem Beginn der israelischen und US-Angriffe auf den Iran Ende Februar hatte Trump noch gesagt, dass er von einer Kriegsdauer von vier bis fünf Wochen ausgehe. Ende vergangener Woche nannte Regierungssprecherin Karoline Leavitt dann einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen.

Angst vor Ölpreis

Die widersprüchlichen Äußerungen Trumps reflektieren seine wirtschaftlichen Probleme infolge des Irankriegs: Der Ölpreis stieg angesichts der Sorgen vor einem Mangel an Nachschub für viele Wirtschaften weltweit. Der Iran drohte zuletzt, kein Öl mehr durch die für den Ölhandel essenzielle Meerenge, die Straße von Hormus, zu lassen, sollte der Krieg weitergehen. Ein langer Krieg gefährdet also den Ölhandel. Am Sonntag war der Ölpreis drastisch gestiegen. Trump hatte den steigenden Ölpreis als notwendiges Opfer angesichts der Bedrohung durch das iranische Atomprogramm beschrieben. Nach Trumps Ankündigung, der Krieg könne kürzer dauern als gedacht, sank der Ölpreis wiederum deutlich.

Die USA versuchen offenbar, Folgen aus dem Irankrieg für ihre Wirtschaft wieder einzufangen. In Doral kündigte Trump an, einige Ölsanktionen seines Landes auszusetzen. Die USA würden "bestimmte ölbezogene Sanktionen aussetzen, um die Preise zu senken", sagte Trump. "Wir werden diese Sanktionen aufheben, bis sich die Lage wieder normalisiert." Welche Länder von dem Schritt profitieren könnten, ist noch unklar.

Israel "noch nicht fertig"

Anders als Trump geht der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu offenbar nicht von einem baldigen Ende des Irankriegs aus. Israel sei mit seinen Angriffen auf die Führung in Teheran "noch nicht fertig", sagte Netanjahu bei einem Besuch im Nationalen Gesundheitskommandozentrum am Montagabend. "Unser Bestreben ist es, das iranische Volk vom Joch der Tyrannei zu befreien." Es bestehe kein Zweifel, "dass wir ihnen mit den bisherigen Maßnahmen die Knochen brechen – und wir sind noch nicht fertig", sagte Netanjahu.

Auch der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) reagierte vorsichtig auf Trumps Ankündigung. Die USA seien nach wie vor darauf konzentriert sind, die militärischen Möglichkeiten des Iran, "die eine Bedrohung der Nachbarschaft, aber auch Europas darstellen, so zu reduzieren, dass diese Gefahr nicht mehr besteht", sagte er bei einem Treffen mit seinem Kollegen Konstantinos Kombos in der zyprischen Hauptstadt Nikosia. "Ich denke, dass diese Angriffe so lange weitergehen werden, bis dieses Ziel erreicht ist oder die iranische Seite eine ernsthafte Bereitschaft gezeigt hat, zu verhandeln."

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