In größeren Teilen der ukrainischen Hauptstadt sind derzeit Heizung und Wasserversorgung lahmgelegt. Auswärtiges Amt warnt vor "Kollaps" des Stromnetzes. Das Liveblog
Aktualisiert am 20. Januar 2026, 8:42 Uhr
Ukrainischer Außenminister wirft Russland Barbarei vor
Der ukrainische Außenminister Andrii Sybiha hat dazu aufgerufen, sein Land stärker mit Flugabwehrsystemen und Stromexporten zu unterstützen. Angesichts der "barbarischen" Luftangriffe Russlands auf das Energiesystem der Ukraine sei die Hilfe "dringend notwendig", schrieb Sybiha auf X.
Der Angriff auf Kyjiw und weitere Städte, der zu Ausfällen der Strom-, Heizungs- und Wasserversorgung geführt habe, sei "ein Weckruf" für Staats- und Regierungschefs, die sich in Davos beim Weltwirtschaftsforum treffen, fügte der Minister hinzu.
Tausende Gebäude in Kyjiw nach Luftangriffen ohne Heizung
In der ukrainischen Hauptstadt haben russische Luftangriffe auf das Energiesystem zu großflächigen Ausfällen der Wärme- und Wasserversorgung geführt. Fast 6.000 Wohnhochhäuser in Kyjiw seien ohne Strom, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mit. Am östlichen Dnipro-Ufer sei die Wasserversorgung unterbrochen, was etwa die Hälfte der Stadt betrifft.
Beim Großteil der von dem Heizungsausfall betroffenen Gebäude handelt es sich den Angaben nach um Häuser, deren Zugang zu Wärme bereits bei einem schweren Luftangriff am 9. Januar unterbrochen und erst vor wenigen Tagen wiederhergestellt worden ist. Auf der Ostseite Kyjiws kommt es Klitschko zufolge auch zu Unterbrechungen der Stromversorgung.
Laut Warnungen der ukrainischen Luftwaffe aus der Nacht soll Kyjiw nicht nur mit Drohnen, sondern auch mit ballistischen Raketen beschossen worden sein, die besonders schwer abzuwehren sind. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuletzt geklagt, für einige Raketenabwehrsysteme fehlten seinem Land die Flugkörper, sodass sie die Attacken auf die Energieversorgung nicht abwehren könnten. Zur Zahl der von Russland heute Nacht eingesetzten Drohnen und Raketen äußerte sich das ukrainische Militär am frühen Morgen noch nicht.
Russische Angriffe treffen offenbar Energieinfrastruktur und Wohngebäude in der Ukraine
Bei russischen Angriffen auf die Ukraine ist nach ukrainischen Angaben mindestens ein Mensch getötet worden. In der Region Kyjiw wurde demnach ein 50-jähriger Mann getötet, wie Gouverneur Mykola Kalaschnyk auf Telegram mitteilte. Außerdem seien zwei Tankstellen beschädigt worden.
In der südukrainischen Region Odessa wurde nach ukrainischen Angaben eine Anlage der Energieinfrastruktur beschädigt. Im Schwarzmeerhafen Tschornomorsk habe eine Drohne ein mehrstöckiges Wohngebäude getroffen, wie Gouverneur Oleh Kiper mitteilte. Angaben zu möglichen Verletzten lagen zunächst nicht vor.
Russland greift Kyjiw mit Drohnen und Raketen an
Russische Streitkräfte haben einen Drohnen- und Raketenangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw gestartet. Mindestens eine Person wurde verletzt, wie lokale Beamte mitteilten.
Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb auf Telegram, dass ein Angriff auf das Ostufer des Dnipro-Flusses ein Gebäude getroffen und eine Person verletzt habe. Drohnenfragmente seien in einem Gebiet niedergegangen und die Stromversorgung sei unterbrochen worden.
Tymur Tkatschenko, Leiter der Militärverwaltung der Hauptstadt, sagte, ein Lagerbereich sei beschädigt und mehrere Autos in Brand gesetzt worden.
Selenskyj meldet Festnahme von mutmaßlichem russischen Mörder
Der Geheimdienst der Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj einen mutmaßlichen russischen Mörder gefangen genommen. Dieser soll neun ukrainische Kriegsgefangene getötet haben. Die Tat habe sich im russischen Gebiet Kursk ereignet, teilte Selenskyj in seiner täglichen Videobotschaft mit. Der genaue Zeitpunkt der Taten blieb zunächst unklar. "Wir werden jeden russischen Mörder finden, und jeder wird zur Rechenschaft gezogen werden", sagte Selenskyj weiter. Die Vorwürfe ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Selenskyj kündigt neues Luftverteidigungssystem an
Die ukrainischen Streitkräfte führen nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj ein neues Luftverteidigungssystem ein, um ihr bestehendes System zu transformieren. Dieses bestehe aus kleinen Gruppen, die Abfangdrohnen einsetzten, während sich die Ukraine auf neue massive russische Angriffe vorbereite, sagte Selenskyj.
Angesichts einer Reihe russischer Angriffe und damit verbundenen Strom- und Heizungsausfällen für Tausende Ukrainerinnen und Ukrainer hatte Selenskyj wiederholt eine Verstärkung der Luftabwehr gefordert sowie stärkere Unterstützung durch die westlichen Verbündeten der Ukraine.
Ukraine meldet Tote bei russischem Angriff auf Charkiw
Russland hat ukrainischen Angaben zufolge die ostukrainische Großstadt Charkiw mit Gleitbomben angegriffen. Bei dem Angriff sei mindestens eine Frau getötet worden, teilte der Militärgouverneur der Region, Oleh Synjehubow, auf Telegram mit. Elf Menschen seien verletzt worden.
Russische Flugzeuge hätten am Nachmittag drei Gleitbomben abgeworfen, schrieb Synjehubow. Diese seien in einem Viertel mit Einfamilienhäusern eingeschlagen.
Bei den Gleitbombengriffen bleiben die russischen Jets im eigenen Luftraum, die Bomben gleiten kilometerweit bis zum Ziel. Charkiw liegt nur gut 30 Kilometer von der russischen Grenze entfernt.

Energieversorgung in der Ukraine steht wohl kurz vor Kollaps
Die fortgesetzten russischen Angriffe auf die Ukraine haben die Infrastruktur und Energieversorgung des Landes in die Nähe "eines Kollaps" gebracht. Das teilte das Auswärtige Amt in Berlin mit. Das Außenministerium habe noch einmal 60 Millionen Euro an humanitärer Hilfe zur Verfügung gestellt, sagte ein Sprecher. Die Menschen litten unter extremer Kälte und den russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur.
Man unterstütze Bargeldhilfen für Menschen in Gebieten nahe der Front zur Anschaffung der nötigsten Güter, von Notstromaggregaten für Schutzräume, Heizsystemen, Kleidung und Decken. Man schaue, was noch an Schritten möglich sei. Das Entwicklungsministerium verweist auf ein Winterhilfe-Unterstützungspaket über 50 Millionen Euro, das man geschnürt habe.
Russland nimmt Gelände in Region Saporischschja ein
Im Osten der Ortschaft Schtscherbaki sind russische Einheiten rund anderthalb Kilometer vorgestoßen. Das meldet das Institute for the Study of War (ISW) in seinem täglichen Lagebericht. Dabei berufen sich die Analystinnen und Analysten auf geolokalisierte Aufnahmen aus der Region Saporischschja. Russische Soldaten sind laut ISW zudem in der Region Donezk am Frontabschnitt bei Pokrowsk vorgestoßen. Sie konnten dort jedoch kein zusätzliches Gelände unter ihre Kontrolle bringen.
Erfahren Sie hier mehr über den aktuellen Frontverlauf in der Ukraine:

Russischer Drohnenangriff trifft Energieanlagen in Region Odessa
Bei einem nächtlichen russischen Drohenangriff auf die Region Odessa in der Südukraine sind laut den örtlichen Behörden erneut Energie- und Gasanlagen sowie ein Wohnhaus getroffen worden.
Eine Person sei verletzt worden, teilte der Regionalgouverneur Oleh Kiper mit. Im Bezirk Odessa sei eine Drohne in ein mehrstöckiges Wohnhaus eingeschlagen. Außerdem wurde den Angaben zufolge eine nicht näher bezeichnete Einrichtung der „kritischen Infrastruktur“ getroffen.
Ukrainische Delegation meldet keinen Fortschritt bei Gesprächen mit USA
Zwei Tage nach Eintreffen einer ukrainischen Delegation in den USA hat sich erstmals ein Vertreter des Landes zu den dort laufenden Gesprächen geäußert. "Wir hatten substanzielle Diskussionen über die wirtschaftliche Entwicklung (...) und Sicherheitsgarantien für die Ukraine", schrieb Delegationsmitglied Rustem Umjerow auf X. Neben ihm zählten Wolodymyr Selenskyjs Stabschef Kyrylo Budanow und Dawid Arachamija, der Fraktionschef von Selenskyjs Partei, zur ukrainischen Delegation. Für die USA führten unter anderem Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner die Gespräche.
Umjerow schrieb nichts über eine Einigung bei offenen Fragen wie Gebietsabtretungen seitens der Ukraine und konkreten Vereinbarungen zu Art und Laufzeit von US-Sicherheitsgarantien. "Wir haben uns darauf verständigt, die Arbeit auf Ebene der (Verhandlungs-)Teams bei der nächsten Runde der Gespräche in Davos fortzusetzen", gab Umjerow lediglich bekannt.
Zuvor hatte der ukrainische Präsident Selenskyj gesagt, er hoffe, bei dem Weltwirtschaftsforum in Davos kommende Woche eine Vereinbarung mit den USA unterzeichnen zu können. Bei dem Treffen wird auch US-Präsident Donald Trump erwartet. Umjerows Ankündigung, wonach die Delegationen in Davos weiter miteinander sprechen wollen, stellt jedoch den von Selenskyj erhofften Zeitplan infrage.

Russland meldet Stromausfälle in besetzten Gebieten
Nach ukrainischen Angriffen auf die von Russland besetzten Gebiete im Süden der Ukraine sind russischen Angaben zufolge mehr als 200.000 Haushalte ohne Strom. Der von Russland eingesetzte Regionalgouverneur Jewgeni Balizki schrieb auf Telegram, dass der Strom in weiten Teilen der Region Saporischschja wegen eines „feindlichen Angriffs“ auf die Energiestruktur ausgefallen sei. Mehr als 380 Ortschaften seien ohne Strom.
Gestern meldete der ebenfalls von Russland eingesetzte Regionalgouverneur von Cherson, Wladimir Saldo, einen ukrainischen Angriff auf ein Umspannwerk. Dieser habe zu Stromausfällen in 14 Städten und 450 Dörfern geführt.

Mehrere Tote und zahlreiche Verletzte bei russischem Drohnenangriff
Bei einem massiven russischen Drohnenangriff auf die Ukraine in der letzten Nacht sind laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mindestens zwei Menschen getötet und zahlreiche Personen verletzt worden.
Auf der Plattform X schrieb Selenskyj, dass die Regionen Sumy, Charkiw, Dnipro, Saporischschja, Chmelnyzkyj und Odessa Ziel eines Angriffs mit mehr als 200 Drohnen waren.

Ukrainischer Vorstoß bei Kupjansk
In der Region Charkiw sind ukrainische Soldaten nördlich der umkämpften Stadt Kupjansk vorgedrungen. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht des Institute for the Study of War (ISW) hervor. Damit konnten sie die wenigen verbleibenden russischen Streitkräfte in der Stadt umzingeln, so ein belarussischer Militärblogger. Auch in der Region Donezk rückten ukrainische Truppen östlich der Stadt Pokrowsk vor.
In den vergangenen Tagen kam es auch zu mehrfachen ukrainischen Angriffen auf russische Militärziele in den besetzten Gebieten der Ukraine. Zu den Zielen der Anschläge gehörten eine Drohnenanlage und ein Umspannwerk in der Region Donezk sowie Luftverteidigungssysteme auf der Krim.
Mehr zum aktuellen Frontverlauf erfahren Sie hier:

20-Jährige bei russischem Angriff in Charkiw getötet
Bei einem russischen Angriff auf die Stadt Charkiw im Nordosten der Ukraine ist nach Angaben der örtlichen Behörden eine 20-jährige Frau getötet worden. Bei dem Angriff sei ein weiterer Mensch verletzt worden, sagte Regionalgouverneur Oleh Synjehubow.
In der nordöstlichen Region Sumy wurden nach Angaben von Rettungskräften bei Luftangriffen auf eine Wohngegend drei Frauen und ein siebenjähriges Kind verletzt. In der südukrainischen Region Odessa gab es nach Angaben der Behörden im Bezirk Ismail erneut einen russischen Angriff auf kritische Infrastruktur. Verletzt wurde dabei nach ersten Erkenntnissen niemand.

vor 3 Stunden
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