Krieg gegen die Ukraine: Selenskyj wirft Israel Kauf von gestohlenem ukrainischen Getreide vor

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Alexander Eydlin

Selenskyj wirft Israel Kauf von aus der Ukraine gestohlenem Getreide vor

Zu den ukrainischen Vorwürfen an Israel, bereits mehrfach Schiffsladungen von Getreide aus russisch besetztem ukrainischen Gebiet empfangen zu haben, hat sich erstmals auch Wolodymyr Selenskyj geäußert. »Das ist kein legitimes Geschäft und kann kein solches sein« schrieb der ukrainische Präsident auf X mit Verweis auf »durch Russland gestohlenes Getreide«.

»Ein weiteres Schiff, das solches Getreide geladen hat, ist in einem Hafen in Israel eingelaufen und wird zur Entladung vorbereitet«, schrieb Selenskyj weiter. »Die israelischen Behörden können nicht unwissend darüber sein, welche Schiffe in den Häfen des Landes ankommen und welche Ladung sie befördern.« 

In jedem normalen Land ist der Kauf von gestohlenen Waren eine Handlung, die juristische Verantwortung nach sich zieht.

Wolodymyr Selenskyj

Gestern hatte das ukrainische Außenministerium den israelischen Botschafter einbestellt. 

Weiter gab Selenskyj an, die Ukraine bereite Sanktionen sowohl gegen direkt an dem Getreidetransport beteiligten Personen vor, als auch gegen Unternehmen oder Behörden, die »von diesem illegalen Geschäft profitieren«. Auch sollten sie in EU-Sanktionslisten eingetragen werden.

Wir erwarten, dass die israelischen Behörden die Ukraine respektieren und von Handlungen absehen, die unsere bilateralen Beziehungen untergraben.

Wolodymyr Selenskyj

Susanne Ködel

Russland meldet Evakuierungen nach Angriff auf Raffinerie

In der südrussischen Hafenstadt Tuapse hat ein ukrainischer Drohnenangriff nach Angaben von russischen Behörden ein großes Feuer in einer Ölraffinerie ausgelöst. Wohnungen in den Straßen nahe der Raffinerie werden nach Angaben von Bürgermeister Sergej Bojko wegen der Gefahr, dass das Feuer sich ausbreitet, evakuiert. Gebietsgouverneur Weniamin Kondratjew sprach von einer ernsthaften Notfallsituation. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht.

Ölanlagen der Stadt waren schon mehrfach Ziel ukrainischer Angriffe. Immer wieder kam es deshalb zu Bränden und Umweltschäden in der Region. Die Grenzwerte für Benzol, Xylol und Ruß in der Luft wurden nach offiziellen Angaben um das Doppelte bis Dreifache überschritten. Ölprodukte gelangten zudem ins Schwarze Meer.

Alexander Eydlin

Russischer Gouverneur meldet drei Tote nach ukrainischen Angriffen

Bei ukrainischen Drohnenangriffen sind nach Angaben aus der russischen Grenzregion Belgorod drei Menschen getötet worden. Dazu sei es bei Drohnenangriffen auf zwei Autos an verschiedenen Orten der Region gekommen, teilte Belgorods Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow auf Telegram mit. Drei weitere Menschen seien verletzt worden.

Die Region Belgorod grenzt an die ostukrainischen Gebiete Sumy, Charkiw und Luhansk und ist ein wichtiges Aufmarschgebiet für russische Truppen. Bei ukrainischen Gegenangriffen wird regelmäßig auch die zivile Infrastruktur in Belgorod attackiert oder in Mitleidenschaft gezogen; so kam es dort im Winter mehrfach zu Stromausfällen durch Angriffe auf das Energienetz.

Laut einer Zählung der exilrussischen Beobachtergruppe CIT sind im vergangenen Jahr 134 Menschen in Belgorod getötet und mehr als 1.200 verletzt worden. Das entspricht mehr als der Hälfte aller auf russischem Gebiet verzeichneten zivilen Opfer von Angriffen. In der Ukraine hatte die Gruppe im vergangenen Jahr 2.800 Tote und mehr als 16.000 Verletzte verzeichnet.

Elizabeth Rushton

Drohnen beschädigen russische Schiffe

Russland hat zwei große Landungsschiffe verlegt, nachdem diese bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf den Marinestützpunkt Sewastopol beschädigt wurden. Das meldet das Institute for the Study of War (ISW) in seinem aktuellen Lagebericht. Weitere ukrainische Angriffe auf die russische Militärinfrastruktur fanden in den besetzten Teilen der Regionen Donezk und Saporischschja statt.

Russland führte an mehreren Stellen Infiltrationsmissionen durch, ohne weiteres Territorium zu erobern. Laut ISW belegen geolokalisierte Aufnahmen solche Missionen unter anderem in den Regionen Charkiw und Donezk.

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Petrina Engelke

Ukraine bestellt Israels Botschafter wegen russischer Getreidelieferung ein

Die ukrainische Regierung protestiert gegen Israels Entgegennahme von Getreide, das nach ukrainischen Angaben auf von Russland besetztem ukrainischen Gebiet angebaut wurde. Der israelische Botschafter sei zu einem Treffen heute Morgen einbestellt worden, »um unsere Protestnote zu übergeben und geeignete Maßnahmen zu verlangen«, schrieb der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha im Onlinedienst X.

Laut Sybiha hatte die Ukraine die israelische Regierung im April darüber informiert, dass eine Lieferung, die im israelischen Hafen Haifa eingetroffen sei, Getreide aus von Russland besetztem ukrainischen Gebiet enthalten habe. Darauf habe Israel »nicht angemessen reagiert« – und nun sei ein weiteres Schiff mit einer solchen Getreidefracht in Haifa eingelaufen. Die Ukraine warne Israel »erneut davor, das gestohlene Getreide anzunehmen und unseren Beziehungen zu schaden«.

Israel wies die Vorwürfe zurück. Die Ukraine habe für die Anschuldigungen keine Beweise vorgelegt, schrieb der israelische Außenminister Gideon Sa’ar ebenfalls auf X. »Die Angelegenheit wird geprüft.« Die EU hatte im Jahr 2024 mitgeteilt, es gebe Belege dafür, dass Russland sich Getreide aus den »völkerrechtswidrig besetzten Gebieten der Ukraine in großem Umfang« aneigne und »als angeblich russische Produkte in seine Exportmärkte leitet«.

Lennart Jerke

EU-Beitritt laut Selenskyj Teil für »realen Frieden«

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erneut die Wichtigkeit eines Beitritts der Ukraine zur EU betont. Dieser sei, neben dem Wiederaufbau des Landes, eine entscheidende Voraussetzung für einen »realen Frieden in Europa«, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. Zudem müssten die Grenzen und die Souveränität der Ukraine respektiert sowie ihr Sicherheitsgarantien gewährt werden. Zuvor hatte Bundeskanzler Friedrich Merz einen EU-Beitritt der Ukraine bis Anfang 2028 infrage gestellt. Dieser sei »nicht realistisch«, sagte Merz.

Alexander Eydlin

Ukraine und Norwegen wollen gemeinsam Mittelstreckendrohnen herstellen

Norwegen beteiligt sich an der Produktion von Mittelstreckendrohnen für die Ukraine. Die Verteidigungsministerien beider Länder teilten mit, die erste gemeinsame Rüstungsproduktion Norwegens und der Ukraine werde in Kürze beginnen. Noch vor dem Sommer sollen demnach die ersten Drohnen für den Einsatz in der Ukraine bereit sein.

Die Produktion werde vollständig von Norwegen finanziert, teilte das ukrainische Verteidigungsministerium mit. Wie viele Drohnen produziert werden sollen, ist unbekannt. Auch der Umfang der Finanzierung geht aus den Mitteilungen nicht hervor. Das Verteidigungsministerium in Oslo teilte lediglich mit, die Ukraine in diesem Jahr mit insgesamt umgerechnet 1,3 Milliarden Euro zu unterstützen.

Nach ukrainischen Angaben geht es dabei um Drohnen mit einem Einsatzradius von 50 bis 200 Kilometern. Im Gegensatz zu Kurzstreckendrohnen mit wenigen Dutzend Kilometern Reichweite sowie Langstreckendrohnen mit einer Reichweite von bis zu 1.500 Kilometern war die Ukraine bei solchen sogenannten Middle Strikes lange Zeit Russland unterlegen, holte in den vergangenen Monaten jedoch deutlich auf. Angriffe in diesem Bereich gelten als besonders wichtig für die Störung der gegnerischen Nachschubwege. 

Alexander Eydlin

Bundesregierung sucht nach alternativer Versorgung von Raffinerie in Schwedt

Nach dem Ende von Lieferungen kasachischen Öls über die russische Druschba-Pipeline nach Schwedt sucht die Bundesregierung nach Wegen, die dortige Raffinerie PCK mit dem Rohstoff zu versorgen. Die Regierung arbeite »mit Hochdruck daran, alternative Möglichkeiten zu schaffen«, sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums.

Ziel sei es, »eine gute Lösung zeitnah zu finden«, wozu man mit mehreren Staaten im Gespräch sei. Konkrete Länder nannte der Ministeriumssprecher nicht. Die Versorgungssicherheit Deutschlands sei nicht gefährdet. Russland hatte angekündigt, ab dem 1. Mai kein Öl mehr aus Kasachstan nach Schwedt zu leiten. 

Hella Kemper

Merz glaubt nicht an EU-Beitritt der Ukraine bis Anfang 2028 

Bundeskanzler Friedrich Merz hat ​einen schnellen EU-Beitritt der Ukraine als unrealistisch bezeichnet. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj habe die Idee gehabt, am 1. Januar 2027 der Europäischen Union beizutreten. »Das ​wird nicht gehen. Auch der ⁠1. Januar 2028 ist nicht realistisch«, ​sagte Merz bei einem Besuch des Carolus-Magnus-Gymnasiums im nordrhein-westfälischen ‌Marsberg.

»Wir können in die Europäische Union kein Land aufnehmen, das im Krieg ist. Der Krieg muss aufhören«, fügte der Kanzler hinzu. »Zweitens: Die Ukraine muss alle Bedingungen erfüllen, zum Beispiel Rechtsstaatlichkeit. Auch das Thema Korruption, das ist besser geworden, aber ist noch nicht gut genug.« Auch offene Grenzen und die Teilnahme am europäischen Binnenmarkt seien ⁠ein langer Weg.

Merz mahnte ​zugleich, dass sich die EU nicht abschotten dürfe und ‌man der Ukraine etwas ‌anbieten müsste. Es könnte sein, dass bei ​einem Friedensschluss »ein Teil des Territoriums der Ukraine nicht mehr ukrainisch« ist. 

Elizabeth Rushton

Russische Vorstöße nahe Oleksandriwka 

Nach früheren Infiltrationsmissionen sind russische Streitkräfte in der Nähe von Oleksandriwka in der Region Dnipropetrowsk vorgedrungen. Das berichtet das Institute for the Study of War (ISW) in seinem täglichen Lagebericht. Nach Angaben eines ukrainischen Militärbeobachters hat Russland seine Stellungen in zwei Siedlungen südöstlich des Dorfes befestigt.

Zugleich belegen geolokalisierte Aufnahmen weitere russische Infiltrationsmissionen in den Regionen Sumy und Donezk. Ukrainische Streitkräfte griffen an den betroffenen Stellen die vordringenden russischen Kräfte an.

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Eric Voigt

Mitarbeiter des Kernkraftwerks Saporischschja angeblich bei ukrainischem Drohnenangriff getötet

Ein Mitarbeiter des von Russland kontrollierten ukrainischen Kernkraftwerks Saporischschja ist nach Angaben der Kraftwerksleitung bei einem ukrainischen Drohnenangriff getötet worden. Die von Russland eingesetzte Leitung des Kraftwerks schrieb auf Telegram: »Ein Fahrer wurde heute getötet, als eine Drohne der ukrainischen Streitkräfte die Transportabteilung des Kernkraftwerks Saporischschja traf.« Weitere Details veröffentlichte die Kraftwerksleitung nicht. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig verifizieren.

Maxim Nägele

Russland bestellt deutschen Botschafter ein

Das russische Außenministerium hat den deutschen Botschafter Alexander Graf Lambsdorff einbestellt. Hintergrund sind Vorwürfe über angebliche Kontakte deutscher Politiker zu Terrororganisationen.

Später teilte das Außenministerium in Moskau mit, Anlass für die Einbestellung sei ein kürzlicher Kyjiw-Besuch des Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter (CDU). Dieser habe sich dort mit einem tschetschenischen Exilpolitiker getroffen, dessen Organisation in Russland am 7. April als »terroristisch« eingestuft worden ist.

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Mathis Gann

Mindestens 13 Verletzte nach schweren Angriffen auf Hafenstadt Odessa

Russland hat in der Nacht die ukrainische Hafenstadt Odessa mit Drohnen angegriffen. Bei den schweren Angriffen wurden ukrainischen Behörden zufolge mindestens 13 Menschen verletzt. Der Leiter der örtlichen Militärverwaltung, Serhij Lyssak, sprach von einer »extrem schwierigen Nacht«.

Die ‌größten ⁠Schäden habe es ​im zentralen Bezirk Prymorskyj gegeben, sagte Lyssak. Auf Telegram teilt er mit, Wohnhäuser, ein Hotel sowie mehrere zivile Objekte seien getroffen worden. In zwei weiteren Bezirken seien mehrstöckige Wohnhäuser und Fahrzeuge angegriffen worden. Oleh Kiper, Militärgouverneur der Region, sprach zudem von Schäden an der Hafeninfrastruktur.

Der Schwarzmeerhafen von Odessa ist ein wichtiges Drehkreuz für ukrainische Exporte. Die Stadt war ⁠seit Beginn des ​Kriegs bereits häufig das Ziel heftiger russischer Angriffe. Sie liegt etwas mehr als 100 Kilometer von der Frontlinie entfernt.

Mathis Gann

Branchenverband der deutschen Rüstungsindustrie verzeichnet deutlich mehr Mitglieder

Der führende Verband der deutschen Rüstungsbranche ist eigenen Angaben zufolge seit dem russischen Überfall auf die Ukraine und durch die Erhöhungen des Verteidigungsetats deutlich gewachsen. Die Zahl der Mitglieder habe sich seit Februar 2022 mehr als verdoppelt, sagte ein Sprecher des Bundesverbandes der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV) dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Allein von 2024 auf 2025 stieg sie demnach um rund 200. Seit November 2025 seien zudem noch einmal rund 100 Unternehmen hinzugekommen. Nun liege die Zahl bei 550. Aus den Zahlen geht nicht hervor, ob es sich bei den Neumitgliedern um kürzlich gegründete Unternehmen handelt oder um Unternehmen, die schon länger bestehen, bislang aber nicht Teil des BSDV waren.

Der BDSV versteht sich als Interessenverband der deutschen Rüstungsindustrie. Präsident des Verbands ist Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender von Rheinmetall.

Verena Hölzl

Nordkorea spricht von Russlands »heiligem« Krieg in der Ukraine

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat Russland erneut die Unterstützung seines Landes für den Krieg gegen die Ukraine zugesichert. Nordkorea werde »die Politik der Russischen Föderation zur Verteidigung der nationalen Souveränität, der territorialen Integrität und der Sicherheitsinteressen wie immer vollumfänglich unterstützen«, sagte Kim laut der nordkoreanischen staatlichen Nachrichtenagentur (KCNA). Er sei überzeugt, »dass die russische Armee und das russische Volk gewiss einen Sieg in dem gerechten, heiligen Krieg erringen werden«, sagte Kim demnach im Gespräch mit dem russischen Verteidigungsminister Andrej Beloussow. Dieser hatte Nordkorea am Wochenende besucht.

Beloussow zufolge vereinbarten beide Seiten, ⁠die ​militärische Zusammenarbeit auf eine ‌langfristige Basis zu stellen und noch in ‌diesem Jahr einen Kooperationsplan für die Jahre ​2027 bis 2031 zu unterzeichnen. Nordkorea ist einer der wichtigsten Unterstützer Russlands im Krieg gegen die Ukraine. Im Gegenzug erhält das Land Analysten zufolge Finanzhilfen, Militärtechnologie sowie Lebensmittel- und Energielieferungen.

Anlass für die Gespräche zwischen Kim und der russischen Delegation um Beloussow war die Einweihung eines Denkmals für ‌nordkoreanische Soldaten, die in der ​russischen Grenzregion Kursk getötet wurden. Schätzungen zufolge hat Nordkorea rund ​14.000 Soldaten zur Unterstützung Russlands im Krieg gegen die Ukraine entsandt, von denen ‌mehr als 6.000 gefallen ​sein sollen. 

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