Krieg gegen die Ukraine: Selenskyj will Sold ukrainischer Soldaten deutlich erhöhen

vor 2 Tage 2

Veronika Völlinger

Drohnenangriffe der Ukraine kosten Russland laut Selenskyj Milliarden 

Ukrainische Drohnenangriffe haben nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj der russischen Ölindustrie seit Jahresbeginn einen Schaden von umgerechnet mindestens sechs Milliarden Euro zugefügt. "Durch Einschläge, Stillstand und Verzögerungen bei Lieferungen", zählte Selenskyj bei Telegram auf. Eine unabhängige Bestätigung für die genannte Zahl gibt es nicht.

Die Attacken hätten im April ein neues Niveau erreicht, schrieb Selenskyj. Das wiederum führe zum stärksten Schrumpfen der russischen Gewinne aus der Ölindustrie seit Kriegsbeginn, zeigte sich Selenskyj überzeugt. Neben militärischen Objekten greift die Ukraine bevorzugt Anlagen der Ölindustrie an, um den russischen Streitkräften die Treibstoffversorgung und dem Kreml die Finanzierung des Kriegs zu erschweren. 

Veronika Völlinger

Selenskyj kündigt Reform der Armee an

Mitten im Krieg hat der ukrainische Präsident Reformen in der Armee angekündigt. "Ich habe die Aufgabe gestellt, die Soldzahlungen spürbar zu erhöhen", teilte Wolodymyr Selenskyj bei Telegram mit.

Dabei sollen vor allem die Zahlungen bei Kampfeinsätzen erhöht und entsprechende Erfahrungen stärker berücksichtigt werden. Der Sold im Hinterland soll um fast 50 Prozent auf umgerechnet knapp 400 Euro steigen. Für Kampfeinsätze von Infanteristen stellte er mehr als eine Verdreifachung der bisherigen Frontzuschläge von etwas über 1.900 Euro in Aussicht.

Wie die erhöhten Ausgaben finanziert werden sollen, erklärte Selenskyj nicht. Im April hatte die Europäische Union allerdings einen Kredit über 90 Milliarden Euro freigegeben. Medienberichten zufolge kann Kiew mit dem Geld nun erstmals direkt die Armee finanzieren.

Zum angekündigten Reformpaket gehört demnach ebenso ein stärkerer Einsatz befristeter Verträge. Schon in diesem Jahr sollen bereits Eingezogene schrittweise aus dem Wehrdienst ausscheiden können. 

Veronika Völlinger

Verletzte nach russischen Drohnenangriffen auf Westukraine

In der westukrainischen Großstadt Ternopil sind mindestens zehn Menschen infolge russischer Drohnenangriffe verletzt worden. »Es gab Einschläge in Industrie- und Infrastrukturobjekte der Stadt«, teilte Bürgermeister Serhij Nadal auf Telegram mit. Mehr als 50 Drohnen seien über der Stadt geflogen und es habe über 20 Explosionen gegeben. Kurzfristig fiel demnach auch der Strom aus. Ternopil liegt knapp 150 Kilometer von der EU-Grenze entfernt.

Angaben der ukrainischen Luftwaffe zufolge setzte das russische Militär tagsüber mehr als 400 Drohnen unterschiedlichen Typs ein. 388 seien entweder abgeschossen oder durch elektronische Störsignale zu Boden gebracht worden, teilte die Flugabwehr mit. 

Mounia Meiborg

Russische Drohne beschädigt Hafenanlage in Region Odessa

Ein russischer Drohnenangriff hat in der Nacht die Hafeninfrastruktur in der südlichen ukrainischen Region Odessa beschädigt und zwei Menschen in der Stadt Odessa verletzt. Das teilte der Regionalgouverneur Oleh Kiper mit. Zwei Hochhäuser seien bei dem Angriff beschädigt worden, der Wohnungen zerstört und Brände verursacht habe, schrieb Kiper auf Telegram. Zu den Schäden an den Hafenanlagen machte er keine genaueren Angaben.

Mathias Peer

Ukraine hofft auf Waffenlieferungen aus Japan

Die Lockerung ​der japanischen Vorschriften für den Waffenexport könnte nach Ansicht der Ukraine zu Waffenlieferungen aus dem Land führen. »Dies ermöglicht uns Gespräche«, ⁠sagte der ukrainische Botschafter Jurij ​Lutowinow in Japan in einem Interview ‌mit ⁠der Nachrichtenagentur Reuters. »Theoretisch ​ist das ein sehr großer Schritt nach vorn.«

Lutowinow fügte hinzu, die ​Ukraine gehe wegen der Sensibilität von Rüstungsexporten in Japan vorsichtig vor. Zunächst könne die Regierung in Tokio helfen, die Entwicklung eines ukrainischen Luftabwehrsystems zu finanzieren, sagte der Botschafter. Dies würde die Abhängigkeit ⁠von den ​zunehmend knappen Patriot-Raketen aus US-Produktion verringern. »Wir haben ‌alle notwendigen industriellen Kapazitäten ‌für die Produktion. Aber wir ​brauchen Investitionen. Wir brauchen Geldmittel«, sagte er.

Mathias Peer

Brand nach ukrainischem Drohnenangriff auf russischen Schwarzmeerhafen

Russische Behörden haben einen ⁠erneuten ukrainischen ​Drohnenangriff auf den russischen Schwarzmeerhafen Tuapse gemeldet. »In Tuapse ​ist infolge eines Drohnenangriffs des Kyjiwer Regimes ein Feuer auf dem Gelände des Seehafenterminals ausgebrochen«, teilte ⁠der Generalstab ​der Region Krasnodar ‌auf Telegram mit. ‌Es habe keine Verletzten ​gegeben. Rettungskräfte seien im Einsatz.

Zuvor waren nach russischen Angaben zwei Teenager auf einem Motorrad bei einem ukrainischen ​Drohnenangriff getötet worden. Das teilte der Gouverneur der Region Belgorod auf Telegram mit.

Alexander Eydlin

Ukraine verbessert sich in Rangliste der Pressefreiheit

Die Pressefreiheit in der Ukraine hat sich nach Einschätzung der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) gegenüber dem vergangenen Jahr verbessert. Das Land kam in dem von RSF erstellten Index zur Lage der Pressefreiheit auf 66,1 Punkte von maximal 100 und damit auf Platz 55 weltweit. 2025 sind es noch 63,9 Punkte und Platz 62 gewesen.

RSF berücksichtigt in seiner Wertung Faktoren wie politische Freiheiten von Medien, juristischen und wirtschaftlichen Druck auf sie, den gesellschaftlichen Stellenwert einer freien Presse und die Sicherheit von Medienschaffenden vor Angriffen. In allen fünf Bereichen sieht die Organisation die Ukraine leicht verbessert gegenüber 2025.

In der Ukraine hat es in den vergangenen Jahren immer wieder Medienskandale gegeben. In einem Fall ging es beispielsweise um die Überwachung von Investigativjournalisten durch den Geheimdienst. Die Berichterstattung darüber war allerdings möglich, anders als etwa in ähnlichen Fällen in Russland. Vor allem im Zuge des Korruptionsskandals im Energieministerium im vergangenen Herbst sowie in Bezug auf Kritik gegenüber der Militärführung spielen ukrainische Medien eine wichtige Rolle.

Russland liegt im RSF-Ranking auf Platz 171 von insgesamt 180 mit 24,5 Punkten – eine Verschlechterung um mehr als fünf Punkte und neun Ränge gegenüber 2025. Im Jahr 2022 hatte die Organisation noch 67 Punkte an die Ukraine vergeben und 38,8 an Russland. Somit hat sich die Pressefreiheit nach RSF-Einschätzung während des Krieges vor allem in Russland deutlich verschlechtert.

Alexander Eydlin

Frachter mit mutmaßlich gestohlenem Getreide soll in Israel nicht entladen werden

Ein Schiff, das nach Angaben der Ukraine aus besetzten Gebieten des Landes entwendetes Getreide geladen hat und seit Tagen vor dem israelischen Hafen Haifa ankert, wird dort nicht entladen. Das teilte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha auf X mit. Diese "begrüßenswerte Entwicklung" zeige, dass "die juristischen und diplomatischen Maßnahmen der Ukraine" gewirkt hätten.

Die Regierungen der Ukraine und Israels streiten seit Tagen um den Frachter mit dem Namen Panormitis. Er soll, wie ein weiteres Schiff mehrere Wochen zuvor, durch Russland entwendetes Getreide geladen haben und nach Israel bringen. Ende März hatte die Ukraine bereits vor einem solchen Vorgang gewarnt, anschließend sei das betreffende Schiff dennoch in Haifa entladen worden.

Eine Wiederholung dieses Szenarios wollte die Ukraine in den vergangenen Tagen verhindern. Sybiha hat Israel vermehrt auf sozialen Medien darauf aufmerksam gemacht. Sein israelischer Amtskollege Gideon Sa'ar warf ihm daraufhin vor, Druck über Öffentlichkeit auszuüben, ohne diplomatische Kanäle auszureizen. Dem widersprach wiederum der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der auf unbeantwortete Anfragen seines Landes an israelische Behörden verwies und eine mögliche Entladung der Panormitis in Haifa als rechtswidrig bezeichnete.

Das Verhältnis zwischen Israel und der Ukraine war in den vergangenen Jahren belastet: Die Regierung in Kyjiw zeigte sich mehrfach enttäuscht über ausbleibende israelische Militärhilfen und die guten Beziehungen der Regierung von Benjamin Netanjahu zu Russland. Israel legte der Ukraine hingegen zur Last, den Staat bei UN-Abstimmungen zum Nahostkonflikt nicht zu unterstützen.

Tom-Luca Freund

Estlands Regierung beschließt Gesetzentwurf zur Drohnenabwehr

Die estnische Regierung hat einen Gesetzentwurf mit erweiterten Rechten zur Früherkennung und Neutralisierung von Drohnen beschlossen. Der Entwurf steht unter anderem im Zusammenhang mit fehlgeleiteten ukrainischen Drohnen, die auf estnischem Gebiet abgestürzt sind. Diese sollten eigentlich russische Ziele an der Grenze zu Estland oder Ölexporthäfen im Finnischen Meerbusen treffen.

Das Gesetz sieht die Schaffung eines mehrstufigen Drohnenabwehrsystems und einer sogenannten Drohnenpolizei vor. Die Polizei- und Grenzschutzbehörde soll außerdem die Aufgabe und die Mittel erhalten, um gefährliche unbemannte Flugobjekte in ganz Estland neutralisieren zu können. Sollte sie die Bedrohung nicht selbst oder nicht schnell genug abwehren können, soll die Armee eingreifen dürfen. Das Gesetz muss noch vom Parlament verabschiedet werden. 

Marlena Wessollek

Ukraine bittet USA um Prüfung des russischen Vorschlags für eine Waffenruhe

Die Ukraine wird die USA nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj um Klärung zu den Details des russischen Vorschlags für eine kurzfristige Waffenruhe bitten. »Wir werden klären, worum es hier genau geht – um ein paar Stunden Sicherheitsdienst für eine Parade in Moskau oder um etwas mehr«, schrieb er in einem Beitrag auf X. 

Der Vorschlag der Ukraine für einen langfristigen Waffenstillstand ziele auf eine »zuverlässige und garantierte Sicherheit für die Menschen sowie einen dauerhaften Frieden« ab.

Marlena Wessollek

Mindestens 18 Verletzte bei russischen Drohnenangriffen in Odessa

In der ukrainischen Hafenstadt Odessa sind Behördenangaben zufolge bei Einschlägen russischer Drohnen mindestens 18 Menschen verletzt worden. In einem Hochhaus und einem fünfgeschossigen Wohnblock seien Brände ausgebrochen, gab Bürgermeister Serhij Lyssak auf Telegram bekannt.

Die russische Armee setzte nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe in der Nacht 207 Kampfdrohnen verschiedener Typen sowie eine ballistische Rakete Iskander-M ein. 172 Drohnen seien abgefangen worden. Es habe Einschläge an 22 Orten in der Ukraine gegeben.

Ukrainische Gegenangriffe trafen indes in der zweiten Nacht in Folge eine Anlage der russischen Ölindustrie bei der Stadt Perm im Ural. Außerdem wurde eine Sprengstofffabrik in der Stadt Dserschinsk attackiert, berichtete der russische Telegramkanal Astra.

Christina Felschen

Ukrainische Truppen drängen Angreifer an sechs Frontabschnitten zurück 

Die ukrainischen Streitkräfte haben zuletzt alle russischen Angriffe abgewehrt und an mehreren Stellen erfolgreiche Gegenangriffe durchgeführt. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht des Institute for the Study of War (ISW) hervor. Vor allem stoppten sie demnach den Vormarsch auf die Städte Saporischschja und Orichiw und stehen kurz davor, zwei Vororte zu befreien.

Geolokalisierte Aufnahmen zeigen demnach außerdem, dass sie am südwestlichen Stadtrand von Kostjantyniwka vorrückten, außerdem nördlich von Pokrowsk, südöstlich von Oleksandriwka und bei Huljajpole.

Lesen Sie hier mehr dazu: 

Sophia Boddenberg

USA geben laut Hegseth Ukraine-Hilfsgelder frei

Das US-Verteidigungsministerium hat nach Angaben des Verteidigungsministers Pete Hegseth die Auszahlung von Hilfsgeldern für die Ukraine in Höhe von 400 Millionen US-Dollar freigegeben. Die Freigabe hatte sich zuvor über Monate verzögert. 

Der Haushaltschef des Verteidigungsministeriums, Jay Hurst, sagte den Abgeordneten, die Mittel könnten nun ausgegeben werden. Wann die Hilfe tatsächlich in der Ukraine ankomme, hänge jedoch davon ab, »was sie mit dem Geld kaufen«. Man werde den Empfehlungen des Kommandeurs des Europäischen Kommandos der Vereinigten Staaten (USEUCOM) folgen, um die Mittel bestmöglich einzusetzen, sagte Hurst weiter.

Alexander Eydlin

Putin schlägt in Telefonat mit Trump Waffenruhe um den 9. Mai vor

Wladimir Putin hat in einem Telefongespräch mit US-Präsident Donald Trump nach Angaben des russischen Präsidialamts eine kurzzeitige Feuerpause in der Ukraine vorgeschlagen. Der russische Staatschef habe Trump »über seine Bereitschaft, eine Waffenruhe für die Zeit der Feierlichkeiten des Siegestages zu erklären, informiert«, sagte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow laut einer vom Kreml veröffentlichten Erklärung.

In Russland wird der Tag des Sieges gegen den Nationalsozialismus am 9. Mai mit einer Militärparade in Moskau gefeiert. Erstmals seit fast 20 Jahren sollen dabei in diesem Jahr keine Panzer über den Roten Platz rollen, wie Russlands Verteidigungsministerium überraschend ankündigte.

Wie lange eine Waffenruhe um den 9. Mai herum nach russischen Vorstellungen dauern solle, teilte Russland vorerst nicht mit. Zuletzt hatte Russland Anfang April eine Waffenruhe um die orthodoxen Osterfeiertage herum erklärt, die 32 Stunden anhielt. Die Ukraine hatte die Feuerpause erwidert. Die beiden Länder haben in dieser Zeit keine gegnerischen Luftangriffe mit weitreichenden Waffen gemeldet, die Bodenkämpfe gingen nach Darstellungen beider Seiten jedoch nur unwesentlich zurück.

Trump sagte nach dem Telefonat mit Putin, er habe seinerseits eine »kleine Waffenruhe« vorgeschlagen. »Und ich glaube, (Putin) könnte das tun«, sagte der US-Präsident. Das Datum der möglichen Feuerpause nannte er nicht.

Luis Kumpfmüller

Großbritannien weist russischen Diplomaten aus

Großbritannien hat einen russischen Diplomaten ausgewiesen und damit auf die Ausweisung eines britischen Diplomaten aus Russland Ende März reagiert. Das britische Außenministerium teilte mit, man habe Botschafter Andrei Kelin einbestellt und ihm mitgeteilt, dass die Akkreditierung eines russischen Diplomaten widerrufen werde. 

In der Erklärung verurteilte das Außenministerium »die ungerechtfertigte Entscheidung Russlands vom vergangenen Monat, einen weiteren britischen Diplomaten auszuweisen, sowie die darauffolgende böswillige öffentliche Verleumdungskampagne aufs Schärfste«. Das Verhalten Russlands sei »völlig inakzeptabel«.

Russland hatte den britischen Diplomaten am 30. März ausgewiesen und der Spionage beschuldigt. Die britische Regierung wies die Vorwürfe als »kompletten Unsinn« zurück.

Nach oben
Gesamten Artikel lesen