Nach Angaben der Ukraine und russischer Kriegsblogger sind von Russland eingesetzte Starlink-Terminals gesperrt worden. An der Front sollen Angriffe gestoppt worden sein.
5. Februar 2026, 14:47 Uhr Quelle: DIE ZEIT, Reuters, ale
Die russischen Truppen in der Ukraine sollen ihren Zugang zum US-Satellitendienst Starlink verloren haben. Das meldet die ukrainische Regierung nach entsprechenden Berichten russischer Militärblogger. Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow würden derzeit nur Starlink-Terminals funktionieren, die auf einer sogenannten Whitelist registriert seien. Damit werde sichergestellt, dass die dort nicht aufgeführten, von Russland eingesetzten Terminals nicht genutzt werden könnten.
"Die zugelassenen Terminals funktionieren normal", schrieb Fedorow auf X. Die Ukraine arbeite zusammen mit dem Anbieter SpaceX daran, alle von ihr genutzten Geräte zu registrieren und deren Einsatzfähigkeit sicherzustellen. "Dies ist der erste Fall weltweit, in dem (solche Maßnahmen) in Echtzeit implementiert werden", schrieb Fedorow.
Russische Soldaten nutzen nach ukrainischen Angaben schon seit mehr als einem Jahr den Starlink-Internetdienst des US-Unternehmens SpaceX. Die Firma von Elon Musk gibt an, keine Starlink-Terminals an Russland zu verkaufen. Russische Soldaten erhalten jedoch über Spendernetzwerke in Russland Terminals, die mutmaßlich über Zwischenhändler in den Golfstaaten in das Land kommen.
SpaceX reagiert auf Einsatz von Starlink-Terminals in russischen Drohnen
Die Ukraine setzt Starlink schon seit dem ersten Kriegsjahr ein. Die Signale der Terminals können von herkömmlichen Störgeräten nicht blockiert werden, sodass Starlink eine wichtige Rolle für die Kommunikation im Frontgebiet spielt.
In den vergangenen Wochen soll Russland Starlink-Terminals nach ukrainischen Angaben vermehrt in Angriffsdrohnen verbaut haben. Dadurch gewinnen die Drohnen an Zuverlässigkeit und können deutlich schlechter abgewehrt werden. Der erst vor wenigen Wochen ins Amt eingeführte Fedorow wandte sich daraufhin an SpaceX, um eine Lösung zu finden und Russland von dem Einsatz von Starlink abzuhalten.
Fedorow hatte bereits 2022, damals als Digitalminister, den Kontakt zum US-Milliardär Musk hergestellt, der der Ukraine den Einsatz von Starlink an der Front ermöglichte. Im Verlauf des Krieges hatte Musk allerdings auch der Ukraine Beschränkungen auferlegt und Starlink unter anderem für Einsätze ukrainischer Seedrohnen gegen russische Militärhäfen auf der Krim gesperrt.
Musk bestätigte bereits vergangene Woche, Fedorows Aufruf zu folgen und Russland den Einsatz von Starlink zu erschweren. Am späten Mittwochabend berichteten mehrere russische Militärblogger von großflächigen Ausfällen. Die Lage stellten sie dabei unterschiedlich dar: Während manche von einem Ausfall des Dienstes bei beiden Kriegsparteien sprachen, meldeten andere, dass die ukrainischen Truppen weiter Starlink-Zugang hätten.
"Der Feind erlebt eine Katastrophe"
Serhij Beskrestnow, ein Berater Fedorows, teilte auf Facebook mit, die Ausfälle auf ukrainischer Seite würden nur Geräte betreffen, die nicht rechtzeitig registriert worden seien. Das werde jetzt nachgeholt. Zudem sprach er von weitreichenden Folgen der Blockade russischer Terminals: "Der Feind hat nicht Probleme, der Feind erlebt eine Katastrophe", schrieb Beskrestnow auf Facebook. "Die gesamte Truppenführung ist kollabiert. An vielen Frontabschnitten sind Angriffe zum Erliegen gekommen."
Die Angaben können derzeit nicht unabhängig bestätigt werden. Auch russische Militärblogger berichten allerdings teilweise von einem Angriffsstopp. Laut ukrainischen Medienberichten ist unklar, wie weitreichend dieser tatsächlich ist. Es gebe keine genauen Informationen darüber, in welchem Umfang Russland auf Starlink angewiesen sei. Ukrainische Soldaten, die im Osten des Landes im Einsatz sind, sagten der Nachrichtenagentur Reuters, dass die russischen Truppen mit schweren Störungen ihrer Kommunikation zu kämpfen hätten.

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