
Putin verkündet Waffenruhe über die orthodoxen Osterfesttage
Der russische Präsident Wladimir Putin hat nach Angaben des Kremls anlässlich des orthodoxen Osterfests eine Waffenruhe im Krieg gegen die Ukraine verkündet. Diese soll am Samstag um 16.00 Uhr (15.00 Uhr MESZ) beginnen und den gesamten Sonntag andauern. Der Generalstab der russischen Armee sei angewiesen worden, "die Kampfhandlungen in allen Richtungen für diesen Zeitraum einzustellen", teilte die russische Regierung mit. Trotzdem seien die Truppen weiterhin bereit, "allen möglichen Provokationen des Feindes entgegenzuwirken". Von der ukrainischen Seite erwarte man einen ähnlichen Schritt, teilte die Regierung in Moskau mit. Die Ukraine solle dem russischen Beispiel folgen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuletzt bereits mehrfach eine Waffenruhe über die Osterfeiertage gefordert. Konkret hatte sich Selenskyj dafür ausgesprochen, Angriffe auf die Energieinfrastruktur des jeweils anderen Landes auszusetzen.
Im vergangenen Jahr hatte Putin ebenfalls zu Ostern eine 30-stündige Waffenruhe ausgerufen. Beide Seiten beschuldigten sich damals gegenseitig, diese gebrochen zu haben.
Ukraine erhält 1.000 Leichen von Soldaten
Erstmals seit Februar haben Russland und die Ukraine wieder Leichen von Soldaten ausgetauscht. 1.000 getötete Soldaten seien an die ukrainische Seite übergeben worden, Russland habe 41 Leichen erhalten, sagte der russische Parlamentsabgeordnete Schamsail Saralijew dem russischen Nachrichtenportal rbc.Der Koordinationsstab für Kriegsgefangenenbelange in Kyjiw bestätigte, dass die Ukraine 1.000 Leichname erhalten habe, die nach russischen Angaben ukrainischen Soldaten gehören könnten. Die Behörde dankte dem Internationalen Roten Kreuz für seine Unterstützung.
Gerichtsmediziner würden die Toten nun untersuchen, hieß es. So soll etwa ausgeschlossen werden, dass fälschlicherweise Leichen von russischen Soldaten übergeben wurden. "Nach der Identifizierung der Verstorbenen werden die Leichen den Familien zur würdigen Bestattung übergeben", teilte der Stab weiter mit.

Französischer General spricht von "offenem Krieg" gegen Russland
Der Generalstabschef der französischen Streitkräfte, Fabien Mandon, hat vor einer dauerhaften russischen Bedrohung für Europa gewarnt. Im Verteidigungsausschuss der Nationalversammlung sprach er von einem "offenen Krieg", der ihn mit Blick auf die Einsatzbereitschaft der Armee am meisten beunruhige. "Das ist auf unserem Kontinent,“ sagte Mandon. Seit vier Jahren würden die Ukrainer auf heldenhafte Weise durchhalten.
Mandon hatte bereits im vergangenen Jahr vor möglichen russischen Aggressionen gewarnt: "Leider bereitet sich Russland, wie ich aus den mir zugänglichen Informationen weiß, derzeit auf eine Konfrontation mit unseren Ländern im Jahr 2030 vor", sagte der General. Angesichts dieser Lage müsse Frankreich zu menschlichen Verlusten und wirtschaftlichen Folgen bereit sein.
Der russische Präsidialamtsprecher Dmitri Peskow wies die jüngsten Vorwürfe zurück, machte jedoch auch eine Einschränkung. "Russland stellt keine Bedrohung für ein Land dar, das nicht plant, zu einem Zentrum für antirussische Aktivitäten zu werden, das nicht die Vernichtung der russischsprachigen Bevölkerung plant und das nicht plant, die Sicherheit der Russischen Föderation in irgendeiner Weise zu untergraben", sagte er der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge.
Die russische Regierung wirft insbesondere der Ukraine seit Langem eine antirussische Politik vor. Unter anderem begründet sie die Invasion damit, dort die russischsprachige Bevölkerung schützen zu wollen.
Ukrainische Armee dringt bei Pokrowsk vor
In der Region Donezk sind ukrainische Truppen südwestlich von Pokrowsk vorgerückt. Das meldet das Institute for the Study of War (ISW) in seinem täglichen Lagebericht. Demnach haben die ukrainischen Streitkräfte Gelände im Osten von Molodezke zurückerobert.
Russische Truppen sind an mehreren Stellen entlang der Front vorgestoßen, ohne dabei Gelände unter ihre Kontrolle zu bringen. Dem ISW zufolge sind einzelne Einheiten nordwestlich von Pokrowsk und in der Region Charkiw, bei Kupjansk, hinter die ukrainischen Verteidigungslinien vorgedrungen.
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Angriffe auf Energieunternehmen, ein Toter und Verletzte
Russische Drohnen haben ukrainischen Behörden zufolge ein Umspannwerk in der ukrainischen Region Odessa beschädigt. In weiter östlich gelegenen Regionen töteten Angriffe einen Mann und verletzten mindestens acht Menschen.
Das private Energieunternehmen DTEK, bestätigte, eines seiner Umspannwerke sei beschädigt worden, nachdem die Region "fast rund um die Uhr“ russischen Angriffen ausgesetzt gewesen sei.
Aus der Region Saporischschja im Südosten der Ukraine berichtete Gouverneur Iwan Fedorow, bei einem nächtlichen Angriff mit russischen Gleitbomben sei ein Mann in einem Dorf außerhalb der Regionalhauptstadt getötet worden. Zwei Frauen wurden verletzt.
Dem Gouverneur der angrenzenden Region Dnipropetrowsk, Oleksandr Ganzha, zufolge hätten russische Drohnen und Artillerie im Laufe des Tages fast 40 Angriffe geflogen. Dort wurden mindestens drei Menschen verletzt.
Behördenvertreter meldeten zudem Verletzte durch Drohnenangriffe in Slowjansk, nahe der Frontlinie in der östlichen Region Donezk sowie in der Region Cherson im Süden und in der Region Sumy an der Grenze zu Russland.
Russland erwartet Wiederaufnahme trilateraler Gespräche
Russland hofft auf eine Fortsetzung der Gespräche mit der Ukraine unter Vermittlung der USA. Die trilateralen Verhandlungen waren vom US-Krieg gegen den Iran unterbrochen worden. Mit der Ankündigung eines Waffenstillstands im Iran "hoffen wir, dass (die USA) in naher Zukunft mehr Zeit und mehr Möglichkeiten für Treffen im trilateralen Format haben werden", sagte der russische Präsidentensprecher Dmitri Peskow staatlichen Medien.
Die Gespräche mit den USA und der Ukraine seien inhaltlich nicht mit der Entwicklung im Iran verknüpft, hingen aber insofern von ihr ab, als die US-Verhandler "mit dem Iran beschäftigt" seien, sagte Peskow weiter.
US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Monaten seinen Sondergesandten Steve Witkoff sowie seinen Schwiegersohn Jared Kushner damit beauftragt, zwischen der Ukraine und Russland zu vermitteln. Witkoff und Kushner sind zugleich mit den Verhandlungen mit dem Iran und weiteren Ländern im Nahen Osten betraut gewesen.
Ukraine meldet Angriff auf Nachschub zur Krim
Die Ukraine hat nach eigenen Angaben eine russische Eisenbahnfähre attackiert, die militärischen Nachschub über die Straße von Kertsch auf die besetzte Krim-Halbinsel bringt. Der Angriff auf die Fähre Slawjanin habe sich bereits in der Nacht zum Montag ereignet, teilte der ukrainische Militärgeheimdienst HUR mit. Das Schiff sei "betriebsunfähig" gemacht worden.
Details zum Ausmaß der Schäden nannte der HUR nicht, veröffentlichte aber zwei mutmaßlich während des Angriffs aufgenommene Fotos der Fähre. Auf einem von ihnen ist ein Brand an dem Schiff zu erkennen. Den Angaben des Militärgeheimdiensts zufolge soll es sich um die letzte noch aktive Eisenbahnfähre in der Straße von Kertsch handeln. Sie sei wichtig für die Versorgung der russischen Truppen auf der Krim.
Die Ukraine hatte seit Kriegsbeginn mehrfach die Krimbrücke attackiert und zeitweise Transportstopps erzwingen, die Brücke aber nicht zerstören können. Dennoch setzt Russland für militärische Transporte auf die Halbinsel vornehmlich Eisenbahnfähren ein.

Selenskyj fordert Russland zur Feuerpause auf
Vor dem Hintergrund der Waffenruhe im Irankrieg hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sein Angebot für eine Feuerpause an Russland erneuert. "Wir sind bereit, spiegelbildlich zu antworten, wenn die Russen ihre Angriffe einstellen“, schrieb er auf Telegram.
Eine Waffenruhe könnte die Voraussetzungen für eine Übereinkunft über ein Ende des Krieges schaffen. Gleichzeitig sprach Selenskyj seine Unterstützung für die Waffenruhe im Irankrieg aus.

Mehrere Tote und Verletzte durch russische Drohnenangriffe
Bei russischen Drohnenangriffen auf die Ukraine sind mindestens zwei Menschen getötet worden. Ein Mann starb in Romny im nordostukrainischen Gebiet Sumy. Dies teilte Militärgouverneur Oleh Hryhorow über Telegram mit. Ein Wohnhaus sei vom russischen Militär getroffen worden, schrieb Hryhorow. Auch die Familie des Mannes sei verletzt.
Die zweite Person starb in der Region Saporischschja im Südosten. Dort griff die russische Armee laut Gouverneur Iwan Fedorow mit mehreren Gleitbomben an. Dabei wurden Wohnhäuser und andere Gebäude im Dorf Balabyne zerstört. Unter den Trümmern sei eine Leiche gefunden worden, schrieb Fedorow. Eine 47-Jährige sei in der Stadt Saporischschja verletzt worden.
Hofmann, Maline-Mercedes (Extern)

Ukrainische Einheiten rücken bei Slowjansk vor
Die Ukraine ist nach Experteneinschätzung bei der Stadt Jampil in der Region Donezk im Osten vorgerückt. Das geht aus dem täglichen Bericht des Institute for the Study of War (ISW) hervor. Geolokalisiertes Material deutet darauf hin, dass russische Einheiten Stellungen der Ukraine im Zentrum von Jampil angegriffen hätten.
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Sieben Tote bei russischen Angriffen in der Südukraine
In den südukrainischen Städten Cherson und Nikopol sind nach örtlichen Angaben bei russischen Angriffen acht Zivilisten getötet und 23 verletzt worden. In Nikopol habe es vier Tote und 16 Verletzte beim Angriff einer FPV-Drohne auf einen Bus gegeben, der sich zu dem Zeitpunkt einer Haltestelle genähert habe, teilte der Gouverneur der Region Dnipropetrowsk, Oleksandr Hanscha, auf Telegram mit.
In Cherson wurden durch Beschuss laut örtlichen Angaben vier Personen getötet und sieben verletzt. Zuvor sei die Großstadt, die nur wenige Kilometer entfernt von der Front liegt, mit Artillerie und Gleitbomben beschossen worden. Der Beschuss habe einer Inselsiedlung im Stadtgebiet gegolten, die bereits im vergangenen Sommer Ziel schwerer Bombenangriffe gewesen ist.
Auch Nikopol wird nur vom Fluss Dnipro von russisch kontrolliertem Gebiet getrennt. Tote bei einem Angriff mit FPV-Drohnen meldeten die örtlichen Behörden dort bereits am Wochenende.
Solche Drohnen werden täglich an der Front eingesetzt und vom jeweiligen Operateur in Echtzeit ins Ziel gesteuert. Ein Einsatz gegen Zivilisten steht daher stets unter Verdacht einer gezielten Attacke auf die Zivilbevölkerung. Vor allem Cherson ist als Schauplatz Hunderter solcher Angriffe durch russische Drohnen-Operateure bekannt.
16 Kameruner bei Einsatz für Russland im Krieg getötet
Russland hat nach Angaben Kameruns den Tod von 16 Männern aus dem afrikanischen Land bei einem Kriegseinsatz in der Ukraine bestätigt. Das teilte das kamerunische Außenministerium mit und äußerte sich damit zum ersten Mal über die Beteiligung eigener Bürger an dem Krieg.
In einer von der Nachrichtenagentur Reuters eingesehenen russischen Mitteilung ist von "militärischen Auftragnehmern kamerunischer Nationalität" die Rede. Wie sie in den Dienst der russischen Armee gekommen sind, geht weder aus den Angaben Russlands noch Kameruns hervor.
Russland rekrutiert seit Jahren Männer aus zahlreichen afrikanischen, südamerikanischen und asiatischen Ländern für den Kriegseinsatz in der Ukraine. Nach Schätzungen aus Kyjiw sollen mehr als 1.700 Soldaten aus afrikanischen Ländern für Russland kämpfen. Internationale Beobachter gehen von einer höheren Zahl aus.
Russische Behörden weisen Berichte zurück, wonach die Männer häufig illegal rekrutiert und unter falschen Versprechungen nach Russland gelockt werden, ohne sich bewusst für den Militärdienst zu verpflichten. Kameruns Verteidigungsminister Joseph Beti Assomo hatte bereits im März 2025 Sorgen bekundet, Soldaten könnten das Land verlassen, um für Russland zu kämpfen. Damals wies er Kommandeure an, ihre Einheiten zu überwachen, um solchen Fällen vorzubeugen.
Hofmann, Maline-Mercedes (Extern)

Ukraine verzeichnet Vorstöße in Region Charkiw
Die ukrainischen Streitkräfte sind südwestlich der Stadt Wowtschansk sowie nahe der Stadt Welykyj Burluk in Charkiw vorgerückt. Das geht aus dem täglichen Lagebericht des Institute for the Study of War (ISW) hervor.
Geolokalisierte Aufnahmen deuten demnach auf einen ukrainischen Vorstoß nahe der Stadt Milowe nordöstlich von Welykyj Burluk hin. Dem Institut zufolge fügen die sich ausweitenden ukrainischen Langstreckenschläge auf russische Ölinfrastruktur Russlands Ölexportmöglichkeiten zudem erheblichen Schaden zu.
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Vertrauensverlust für Putin?
Mehrere Befragungen, auch von staatlichen Umfrageinstituten, haben zuletzt einen negativen Trend im Vertrauen der russischen Bevölkerung gegenüber Staatschef Putin gezeigt. Bei einer Umfrage in der vergangenen Woche gaben 71 Prozent an, Putin zu vertrauen. Das ist ein Verlust von fünf Prozentpunkten im Wochenvergleich, zu Jahresbeginn lag der Wert bei 80 Prozent.
Das liegt unter anderem daran, dass der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine im Alltag der Bevölkerung bemerkbar wird, schreibt mein ZEIT-Kollege Maxim Kireev.
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Drei Tote nach Drohnenangriff auf russische Region Wladimir
Bei einem Drohnenangriff auf die russische Region Wladimir sind nach offiziellen Angaben drei Menschen getötet worden. Die nordöstlich von Moskau gelegene Region sei von "feindlichen Drohnen" angegriffen worden, teilte der Gouverneur Alexander Awdejew auf Telegram mit. Diese hätten Einrichtungen der "zivilen Infrastruktur" getroffen.
Den offiziellen Angaben zufolge sind zwei Erwachsene und deren siebenjähriger Sohn getötet worden. Die Tochter der beiden getöteten Erwachsenen werde in einem Krankenhaus behandelt.

vor 1 Stunde
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